Pandemie

RKI meldet Corona-Fallzahlen – Aktuelle Reproduktionszahl

Berlin.  Das RKI meldet über 4300 Neuinfektionen in Deutschland. Wie hoch ist die Reproduktionszahl? Alle wichtigen Zahlen des RKI im Überblick.

Coronavirus: Fachbegriffe kurz erklärt

In der Berichterstattung über Corona verwenden Experten und Politiker viele Fremdwörter und Abkürzungen. Im Video werden die häufigsten Corona-Begriffe erklärt.

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  • Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter in Deutschland auch am Montag mit 4325 vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden ans Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet
  • Am Samstag und Sonntag liegen die gemeldeten Zahlen in der Regel niedriger, weil nicht alle Gesundheitsämter am Wochenende Meldungen ans RKI übermitteln
  • Am Samstag hatte das RKI jedoch zum dritten Mal in Folge einen neuen Rekordwert gemeldet
  • Auch die Todeszahlen und die Zahl der auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Patienten legen weiter deutlich zu
  • Wie entwickeln sich die Corona-Fallzahlen des RKI genau? Wie hoch ist die Reproduktionszahl? Hier finden Sie alle wichten Zahlen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Montag 4325 Uhr Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Die Zahl lag damit – wie schon am Sonntag – erwartungsgemäß niedriger als am Ende der vergangenen Woche; nicht alle Gesundheitsämter übermitteln am Wochenende Zahlen ans RKI.

Gemessen an den 2467 gemeldeten Infektionen vom Montag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht. Am Sonntag hatte das RKI 5587 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Am Samstag war mit 7830 neuen Fällen innerhalb von 24 Stunden ein neuer Rekordwert seit Beginn der Pandemie verzeichnet worden.

Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Lesen Sie hier: Alle Corona-News im Live-Ticker.

RKI sieht Anstieg bei Intensivbehandlungen

Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab.

  • Laut RKI-Lagebericht wurden am Montag 851 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 389 davon wurden beatmet.
  • Eine Woche zuvor (11.10.) hatte der Wert noch bei 545 (275 beatmet) gelegen,

Rund 9361 Intensivbetten sind den Angaben zufolge in Deutschland derzeit jedoch noch frei.

Das RKI schreibt zur momentanen Situation: „Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten. Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert.“ Lesen Sie hier: Das sind alle Corona-Risikogebiete in Deutschland.

Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

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Corona-Fallzahlen des RKI im Überblick

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut Robert Koch-Institut (RKI) damit mindestens 366.299 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldete (Datenstand 19. Oktober).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag nach RKI-Angaben am Samstagmorgen bei 9786 – 12 mehr als am Vortag.

Was ist die Reproduktionszahl und wie hoch ist sie aktuell?

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag am Montag bei 1,35 (Vortag: 1,44). Liegt der R-Wert über 1, steckt ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen an. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen ab, das etwa eineinhalb Wochen zurückliegt. Das RKI meldet den aktuellen R-Wert in der Regel abends.

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Die Reproduktionszahl ist ein wichtiges Instrument zur Einschätzung der Infektionsrate. Sie gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung mit dem Erreger ansteckt. Liegt der Wert unter eins, verringert sich die Zahl der Neuinfektionen. Liegt er darüber, breitet sich das Virus weiter aus. Hintergrund: So wird die Reproduktionszahl berechnet.

Datum 19. Oktober 18. Oktober
R-Wert 1,35 1,44
7-Tage-R-Wert 1,25 1,35

Was ist der 7-Tage-R-Wert und wie hoch ist er?

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem einen sogenannten Sieben-Tage-R-Wert an. Er besagt, wie viele Menschen eine infizierte Person vor ein bis zwei Wochen durchschnittlich ansteckte und soll so die langfristige Entwicklung der Pandemie abbilden.

Das RKI muss dafür schätzen, wie viele Menschen innerhalb eines Zeitraums von sieben Tagen neu erkrankt sind. Vergleicht man nun zwei solche Zeitfenster im Abstand von vier Tagen – so lange dauert es, bis eine Generation Infizierte die nächste angesteckt hat –, ergibt sich die Reproduktionszahl.

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Das Sieben-Tage-R bezieht sich also auf einen längeren Zeitraum und unterliegt weniger tagesaktuellen Schwankungen, außerdem soll es weniger anfällig auf lokale Ausbrüche reagieren.

Lesen Sie hier: RKI-Fallzahlen – Unterschiede zu den Corona-Daten der Johns-Hopkins-Universität

Was ist die 7-Tage-Inzidenz?

Nicht zu verwechseln mit dem 7-Tage-R ist die 7-Tage-Inzidenz. Sie gibt die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen an und ist ausschlaggebend dafür, ob Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen werden oder nicht. Lesen Sie hier: Alle wichtigen Corona-Zahlen weltweit und für Deutschland.

Eine Häufung von mehr als 35 Fällen gilt laut einer Vereinbarung zwischen Bund und Ländern als kritisch, spätestens bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche soll ein regionaler Lockdown in Betracht gezogen werden. Die 7-Tage-Inzidenz wurde eingeführt, um aktuelle Hotspots in der Coronavirus-Epidemie identifizieren und mögliche Risiken für die Bevölkerung besser bewerten zu können.

Coronavirus-Pandemie: RKI-Fallzahlen pro Bundesland

Die Uhrzeit, wann die Bundesländer neue Tagesstände übermitteln, variiert von Land zu Land. Unter Umständen gibt es dabei sogar an einem Tag mehrere Schwankungen.

Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen (nachgewiesene und gemeldete Infektionen, Datenstand 19. Oktober):

  • Nordrhein-Westfalen: 90.544
  • Bayern: 79.735
  • Baden-Württemberg: 60.053
  • Niedersachsen: 25.852
  • Hessen: 25.776
  • Berlin: 21.429
  • Rheinland-Pfalz: 13.652
  • Sachsen: 10.275
  • Hamburg: 9910
  • Schleswig-Holstein: 5714
  • Brandenburg: 5451
  • Thüringen: 4913
  • Saarland: 4415
  • Bremen: 3590
  • Sachsen-Anhalt: 3285
  • Mecklenburg-Vorpommern: 1750

Weitere Informationen zur Corona-Krise: