Pandemie

Corona-Winter 2020: Wo ist Skiurlaub noch möglich?

Berlin.  Die Coronavirus-Pandemie verändert auch die Skisaison diesen Winter. Das ist der Stand in den beliebtesten Skigebieten der Deutschen.

Schweizer sollen Skifahren - trotz Corona

In den Schweizer Alpen herrschen perfekte Bedingungen für Wintersportler - eigentlich. Denn wegen der Corona-Pandemie ist diese Saison alles anders, ausländische Touristen bleiben aus. Die Skigebiete bauen auf die Liebe der eigenen Landsleute zu den Bergen.

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  • Corona macht auch dem traditionellen Winterurlaub einen Strich durch die Rechnung – oder?
  • Ob es in dieser Saison Après-Ski-Parties und Hüttengaudi geben kann, ist mehr als fraglich
  • Wir zeigen, wo noch Skiurlaub möglich ist

Der Winter 2020 wird aufgrund der Coronavirus-Pandemie ein besonderer. Auf viele Traditionen wird man dieses Jahr wohl verzichten müssen und auch der Skiurlaub könnte ausfallen. Wintersportgebiete wie Ischgl sind ein Synonym für die Pandemie geworden.

Ob es in dieser Saison Après-Ski-Parties und Hüttengaudi geben kann, ist mehr als fraglich. Wie sieht es in den beliebtesten Winter-Reisezielen der Deutschen aus? Was ist in der Skisaison 2020/2021 zu beachten? Wo ist Skiurlaub überhaupt möglich? Ein Überblick.

Deutschland: Besondere Corona-Regeln in den Skigebieten

In Deutschland mussten mit Beginn des „Lockdown Light“ alle Skihallen schließen. Der Start der Skisaison auf der Zugspitze, der ursprünglich für den 13. November geplant war, wurde verschoben. Die Oberstdorf Kleinwalsertal Bergbahnen werden frühestens am 18. Dezember 2020 in die neue Skisaison starten. Das gaben sie auf ihrer Facebook-Seite bekannt. Grund seien die derzeit unabsehbare Corona-Situation und die verlängerten Schutzmaßnahmen der Regierungen. Durch die Verschiebung habe man mehr Planungssicherheit und könne sich besser vorbereiten.

Mit Ministerien abgestimmte Hygienekonzepte gibt es in den deutschen Skigebieten noch nicht, aber die Vorgaben für den Winter werden sich am Sommerbetrieb orientieren. Das heißt Abstandsgebote und Maskenpflicht für Gondeln und Lifte. Mehrere Skigebiete wollen zusätzliche Saisonkräfte zur Lenkung von Besuchern einstellen. Voraussichtlich nicht nur in Bayern wird eine App zum „Gäste-Tracing“ zum Einsatz kommen, deren Nutzung freiwillig wäre und beim Nachverfolgen von Infektionsketten helfen könnte.

Im Schwarzwald wird es Liftkarten nur online geben. Damit würden Schlangen vor Schaltern vermieden – „und wir wissen genau, wie viele Leute an welchem Tag zu uns kommen“, heißt es. Wenn das Infektionsgeschehen es erfordere, werde die Ticketzahl beschränkt.

Neben Maskenpflicht und Abstandsregeln soll es Stationen mit Desinfektionsspendern geben. Personal soll sicherstellen, dass Maßnahmen eingehalten werden. Ob es aber überhaupt gestattet sein wird, Lifte, Hütten und Hotels zu öffnen, wird die Bundesregierung in den kommenden Tagen entscheiden.

Österreich: Skisaison startet frühestens Mitte Dezember

Österreich ist von Covid-19 stark betroffen. Die Inzidenzen in allen Bundesländern überstiegen zuletzt 50 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb ganz Österreich, mit Ausnahme der Exklaven Jungholz und Kleinwalsertal, als Risikogebiet eingestuft wurde.

Die Einreise aus Deutschland ist zwar uneingeschränkt möglich, seit dem 17. November gilt in Österreich allerdings ein Lockdown , der frühestens am 6. Dezember enden soll. Es gelten Ausgangssperren. Geschäfte, die nicht für den täglichen Bedarf notwendig sind, müssen schließen und das Verlassen des privaten Wohnraums ist nur aus triftigem Grund erlaubt.

Auch Hotels, Freizeiteinrichtungen und Restaurants in Österreich sind geschlossen. Skigebiete dürfen aktuell nur noch von Profisportlern genutzt werden. Freizeitsportler müssen sich also gedulden: Alle Skiopenings verschieben sich mindestens auf Mitte Dezember. Die bereits geöffneten Gebiete am Stubaier Gletscher, Kaunertaler Gletscher, Pitztaler Gletscher, Mölltaler Gletscher, Hintertuxer Gletscher, Sölden, Dachstein und Kitzsteinhorn mussten wieder schließen.

Ischgl: Einstiger Corona-Hotspot will es nun besser machen

Das größte Skigebiet Österreichs, Ski Arlberg , wird erst am 17. Dezember 2020 in die neue Saison starten, sofern es bis dahin gestattet ist. „Für uns steht das verantwortungsvolle Handeln, die Sicherheit und die Gesundheit aller Gäste, Mitarbeiter und der einheimischen Bevölkerung an erster Stelle“, heißt es auf der Facebookseite des Skigebiets von St. Anton. Die Entscheidung fiel in Abstimmung mit den Teilgebieten Lech-Zürs und Warth-Schröcken.

Auch der Tiroler Skiort Ischgl , der im Frühjahr zu einem der ersten Hotspots Europas geworden war, hat seinen Saisonstart bereits auf 17. Dezember verschoben. Mehrere Skigebiete garantieren beim Kauf der Saisonkarten Erstattungen, falls es erneut zum Lockdown kommen sollte. Angst macht allen Beteiligten, dass wegen der Reisewarnungen des Auswärtigen Amts deutsche Touristen ausbleiben könnten – die machten in Tirol und Vorarlberg zuletzt mehr als die Hälfte aller Übernachtungen aus.

Noch vor Kurzem hatte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz ein vermeintlich sicheres Corona-Konzept für einen Winter ohne Après Ski und mit großen Sicherheitsabständen vorgestellt. Richtig zu funktionieren scheint das allerdings nicht, wie Bilder vom Auftakt der Gletschersaison im Oktober zeigen.

Schweiz: Skigebiete sind trotz Corona geöffnet

. In allen Kantonen überschreitet die Zahl der Neuinfektionen 50 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb die Schweiz als Risikogebiet eingestuft wurde. Bei der Rückkehr ins Heimatland sind daher ein Coronatest und mindestens fünf Tage Quarantäne einzuplanen.

Für Restaurants und Bars gilt eine Sperrstunde von 23 Uhr bis 6 Uhr. Diskotheken und Tanzlokale sind geschlossen. Sportliche und kulturelle Freizeitaktivitäten mit mehr als 15 Personen sind nicht gestattet. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn, läuft die Skisaison in der Schweiz. Alle Gletscherskigebiete haben geöffnet, darunter Saas-Fee, Zermatt und Engelberg. Jedes Wochenende starten weitere hochgelegene Resorts ihren Betrieb.

Es gilt eine strenge Maskenpflicht in allen Liften, Warteschlangen und Gebäuden. Für einige Skigebiete wie Andermatt benötigt man vorab eine Reservierung, da nur eine bestimmte Zahl an Gästen zugelassen wird. Genaue Informationen zu den jeweiligen Corona-Regeln finden Urlauber auf den Seiten der einzelnen Skigebiete.

Die Polizei kontrolliert aktuell Wintersportler in den Schweizer Skigebieten. Überprüft wird die Einhaltung der Coronaregeln . Dass diese von den Wintersportlern nicht immer beachtet werden, zeigten zuletzt Bilder in den sozialen Medien. Einige Fotos beweisen, dass von Abstand tatsächlich keine Spur war. Die Bergbahnen müssen ihre Konzepte laut Medienberichten nun überarbeiten und nachbessern.

Italien: Skipisten sind wegen Pandemie geschlossen

Italien war von Covid-19 im Frühjahr stark betroffen. Nach einer vorübergehenden Verbesserung verzeichnet dass Land jetzt wieder stark steigende Infektionszahlen . Landesweit beträgt die Inzidenz mehr als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb ganz Italien als Risikogebiet gilt.

Aus Deutschland ist die Einreise von italienischer Seite aus ohne besondere Gründe gestattet. Bei Covid-19-Symptomen oder Kontakt mit Infizierten kann von den italienischen Gesundheitsbehörden eine 14-tägige Quarantäne verordnet werden, die bei Vorliegen eines negativen Tests auf zehn Tage verkürzt wird.

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Die Regierung in Rom hat am 26. Oktober ihre Maßnahmen im Kampf gegen das Virus verschärft und unter anderem auch die sofortige Schließung aller Skipisten in Italien bis mindestens 24. November beschlossen. Lediglich in der autonomen Region Südtirol hat man diese Regelung anfangs nicht übernommen. Der Skibetrieb lief dort mit deutlich eingeschränkter Kapazität auch für Freizeitsportler weiter. Seit 8. November sind nun aber auch in Südtirol die Skigebiete für mindestens drei Wochen dicht.

Lediglich professionelle Trainingsgruppen durften die Pisten noch zur Vorbereitung auf nationale und internationale Meisterschaften genutzt werden. Diese Regelung wurde nun noch einmal verschärft und auf wenige ausgewählte Kader reduziert. Wie es nach dem Lockdown in den italienischen Skigebieten weitergeht, ist noch unklar.

Frankreich: Geänderte Stornierungsbedingungen wegen Coronavirus

Frankreich verzeichnet steigende Infektionszahlen und überschreitet die Zahl von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage ebenfalls, weshalb ganz Frankreich Risikogebiet ist. Seit dem 30. Oktober bis mindestens 1. Dezember gelten landesweit sehr weitreichende bußgeldbewehrte Ausgangsbeschränkungen.

Auch Restaurants, Hotels und alle Freizeiteinrichtungen wurden für vier Wochen gesperrt. Die Skigebiete mussten ihren Betrieb einstellen und dürfen frühestens im Dezember wieder öffnen.

Frankreichs Wintersportgebiete haben teilweise ihre Stornierungsbedingungen geändert. So können Reisende auch kurzfristig absagen, wenn es die Corona-Lage nötig macht. Jeder Reisende sollte vorher die Bedingungen prüfen.

Skandinavien: Skipisten in Schweden und Finnland sind geöffnet

Die ersten Skipisten sind in Schweden und Finnland bereits seit Oktober geöffnet. Weitere Skigebiete folgen derzeit wöchentlich, auch in Norwegen. Die Skigebiete mussten auch in Skandinavien umfangreiche Schutzkonzepte erstellen. Wichtigster Punkt darin ist das Abstandhalten zu fremden Personen. Anders als in den Alpen-Skigebieten spielt das Tragen von Masken aber nur selten eine Rolle.

Schweden war von der Coronavirus-Pandemie zunächst stark betroffen. Nach zwischenzeitlicher Stabilisierung auf niedrigerem Niveau ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder stark gestiegen. In allen Provinzen überschreitet die Zahl der Neuinfektionen 50 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb Schweden vom RKI und dem Auswärtigen Amt als Risikogebiet eingestuft wurde .

Finnland ist von Covid-19 weniger betroffen. Die Neuinfektionen sind aber zuletzt, vor allem im Großraum Helsinki, gestiegen. Von nicht notwendigen, touristischen Reisen in die übrigen Regionen Finnlands wird derzeit vor dem Hintergrund geltender Reisebeschränkungen und Quarantäneregelungen abgeraten, aber nicht gewarnt. Allerdings gelten in Finnland seit dem 12. Oktober für alle Schengen-Staaten, darunter Deutschland, Einreisebeschränkungen. Das bedeutet, dass nicht notwendige, touristische Reisen nach Finnland nicht gestattet sind und derzeit somit kein Skiurlaub in dem Land möglich ist.

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Tschechien: Corona – Skigebiete haben Hygiene-Leitfaden vorbereitet

Auch Tschechien ist vom RKI und dem Auswärtigen Amt als Risikogebiet eingestuft. In allen Landesteilen einschließlich der Grenzregionen zu Deutschland sind die Infektionszahlen zuletzt stark gestiegen. Landesweit beträgt die Inzidenz weit mehr als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage. Einreisen zu touristischen Zwecken sind in die Tschechische Republik nicht erlaubt.

Sollte sich an der aktuellen Lage etwas ändern und Skiurlaub in den kommenden Wochen und Monaten doch noch möglich sein, so hat die tschechische Vereinigung der Skigebiete bereits einen Hygiene-Leitfaden für die Wintersaison vorbereitet. Dies sei in Absprache mit Gesundheitsämtern und dem Gesundheitsministerium in Prag geschehen. Einschränkungen wird es definitiv beim Après-Ski geben. Aktuell gilt in der Gastronomie, dass jeder Gast einen Sitzplatz haben muss. Zudem dürfen nicht mehr als sechs Leute an einem Tisch sitzen. Um 22.00 Uhr müssen alle Gaststätten, Bars und Cafés schließen.

Nordamerika: Skisaison in den USA und Kanada gestartet

Während die meisten Lifte in Europa aktuell stillstehen, startet in Nordamerika bereits die neue Skisaison, unter strengen Corona-Maßnahmen . In einigen Aspekten sind die Regeln ähnlich wie in den Alpen, in vielen Punkten sind sie aber sogar strenger und gehen deutlich über die europäischen Maßnahmen hinaus.

Doch ausländische Touristen können sich dennoch nicht auf einen Skiurlaub freuen, denn es gelten sowohl in den USA als auch in Kanada Einreisesperren für die meisten Ausländer, inklusive Bürger aus Deutschland. Beide Länder sind außerdem vom RKI und dem Auswärtigen Amt als Risikogebiete eingestuft.

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