Coronavirus: Ordnungsämter im Orlatal stehen vor großen Herausforderungen

Pößneck/Neustadt/Triptis.  Die Corona-Krise ist eine große Herausforderung für die Ordnungsämter im Orlatal. Sie haben viele neue Aufgaben zu bewältigen.

Spielplätze sind in der Krise nun auch zur Tabu-Zone erklärt worden, um die Ansteckungsrisiken zu minimieren. 

Spielplätze sind in der Krise nun auch zur Tabu-Zone erklärt worden, um die Ansteckungsrisiken zu minimieren. 

Foto: Dominique Lattich

Der aktuelle Erlass über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus beschäftigt derzeit auch den gesamten Saale-Orla-Kreis. Die Ordnungsämter sind derzeit – teils in Zusammenarbeit mit der Polizei – dabei, alle betroffenen Einrichtungen zu informieren und die Vorgaben umzusetzen. Alle aktuellen Infos im kostenlosen Corona-Liveblog

Sportstätten schließen, Hinweise an Spielplätzen aushängen, Gastronomen informieren. Das war die Reaktion des Ordnungsamtes in Pößneck. „Die Mitarbeiter verteilen gerade die aktuelle Verfügung an alle, die es betrifft. Dazu noch einige allgemeine Hinweise“, sagte Ordnungsamtsleiter Andreas Blümel am Donnerstagmittag.

Er bezeichnet es als Phase der Information und aktiven Kennzeichnung, wie beispielsweise an Spielplätzen. Auch diese Zone ist mit dem neuen Erlass tabu. Das gilt nicht nur für Pößneck, sondern auch für die umliegenden Städte.

Anschließend gehe es darum, die Einhaltung der Verbote zu überwachen. Dafür steht das Ordnungsamt mit der Polizei in Kontakt, wie Blümel mitteilt. „Wir werden dann unterwegs sein und schauen, ob irgendwo auffällige Ansammlungen von Menschen anzutreffen sind“, erklärt er das weitere Vorgehen. Ob und wie bei Verstößen Strafen verhängt werden, könne er aktuell noch nicht sagen.

Verkehr in Pößneck sei deutlich weniger geworden

Abzuwarten bleibe, wie die Bewohner überhaupt reagieren. Spätestens alle zwei Tage sitzen die Kollegen aus der Stadtverwaltung derzeit zusammen, um die Situation zu aktualisieren und die Lage zu besprechen. Darüber hinaus hat das Ordnungsamt die Aufgaben zu erfüllen, die auch sonst auf der Tagesordnung stehen – wenngleich in einer geringeren Größenordnung.

„Der Verkehr ist deutlich weniger geworden“, erzählt der Ordnungsamtsleiter von seinen Beobachtungen. Daher ist zumindest der Aufwand bei der Verkehrsüberwachung ein wenig geschrumpft. Dennoch passt das Ordnungsamt auf, dass Feuerwehrzufahrten und andere Gefahrenbereiche nicht zugeparkt werden.

„Die Bereiche, die normalerweise mit in unserer Zuständigkeit liegen, bearbeiten wir dennoch weiter. Es kann höchstens sein, dass Bescheide oder andere Briefe mal etwas später ankommen als sonst“, so der Ordnungsamtschef. Und dazwischen: „Immer auf dem aktuellen Stand bleiben.“

Bußgelder können in Triptis drohen

Auch in Triptis sind die Mitarbeiter im Ordnungsamt gerade „voll dabei“, wie die stellvertretende Leiterin des Bereichs, Claudia Seidel, mitteilt. Nach der jüngsten Verfügung wird die Website aktualisiert und mit Unternehmern Kontakt aufgenommen.

Der nächste Schritt sei, in die täglichen Kontrollen auch die Überprüfung der neuen Regeln einfließen zu lassen. „Wir hoffen auf Einsicht der Menschen, aber dennoch müssen wir nachschauen“, so Seidel. Im Fall einer Verletzung der Anordnungen drohen möglicherweise auch Bußgelder.

Die Hoffnung, dass die Leute vernünftig genug sind, äußert sie im Gespräch mit dieser Zeitung noch einmal. So bleibe die Situation vielleicht noch in einem überschaubaren Rahmen und könne vielleicht schneller abklingen, wenn die Regeln befolgt werden.

Ordnungsamtsleiter hat kein Verständnis für Gruppentreffen

Viele Fragen gingen in den vergangene Tagen auch beim Bürgerbüro in Neustadt ein. Ordnungsamtsleiter René Völkner steht darüber hinaus stetig in Kontakt mit Gewerbetreibenden. Aber auch alle anderen haben Fragen an das Amt.

„Vereine zu, Schulen zu. Die Aktivitätsmöglichkeiten sind jetzt enorm eingeschränkt“, fasst Völkner zusammen. Auch er arbeitet gemeinsam mit der Polizei daran, alle neuen Vorgaben umzusetzen und für die Menschen Licht ins Dunkel zu bringen – „wie zum Beispiel ein Zusammenschluss definiert ist, ab wie vielen Leuten das gilt“, sagt Völkner.

Bei einem Blick aus dem Fenster fällt ihm auf, dass sich die meisten Leute aber schon recht geordnet an den neuen Erlass halten. Kein Verständnis hat er indes für Heranwachsende, die sich dennoch in Gruppen zusammenfinden, um Zeit miteinander zu verbringen.

„Es ist ja einerseits verständlich, dass sie auch mal raus wollen, aber man sollte wirklich an die Gesundheit denken – von einem selbst und auch an die der eigenen Mitmenschen“, appelliert Völkner.

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