Große Verunsicherung in Geras Kosmetik- und Nagelstudios

Gera.  In Gera dürfen seit Montag auch Kosmetik- und Nagelstudios wieder öffnen. Allerdings gibt es bisher kaum Informationen zu den einzelnen Dienstleistungen. Die Verunsicherung ist groß.

Auch Doreen Müller darf seit dem 4. Mai wieder Maniküre und Fußpflege in ihrem Kosmetik-Studio anbieten.

Auch Doreen Müller darf seit dem 4. Mai wieder Maniküre und Fußpflege in ihrem Kosmetik-Studio anbieten.

Foto: Peter Michaelis

Seit Montag dürfen Kosmetik- und Nagelstudios wieder öffnen, jedoch mit eingeschränktem Dienstleistungsangebot. Die Verunsicherung ist groß, denn was angesichts der Thüringer Verordnung angeboten werden darf und was nicht, ist bisher sehr unkonkret. Alle aktuellen Entwicklungen lesen Sie in unserem Liveblog

Doreen Müller, Inhaberin des Kosmetikstudios in der Florian-Geyer-Straße in Gera hatte stets Kontakt zur Handwerkskammer gehalten. „Da hieß es noch am Mittwoch, dass wir nicht bei der Öffnung dabei sind. Dann wurde in der Thüringer Verordnung die Öffnung am Donnerstag, 21 Uhr beschlossen. Davon habe ich am Freitag von meinen Kunden erfahren. Sie riefen an und fragten, ob sie am Montag kommen können“, berichtete die Kosmetikerin. „Obwohl Kosmetikstudios wieder öffnen dürfen, verbietet die Thüringer Verordnung einige Dienstleistungen.

Letzte Änderungen von Kunden erfahren

Beispielsweise sind keine Behandlungen im Gesicht, weder Zupfen noch Färben oder sonstiges erlaubt. Somit ist das Ganze für uns fast widersprüchlich.“ Doreen Müller hält sich erst einmal an die Vorschriften der Friseure. Viele ihrer Kunden seien froh, dass wieder geöffnet sei. „So kommen sie wenigstens zur Fußpflege, auch, um uns Kosmetiker zu unterstützen.“ Doreen Müller betreibt ihre Studio allein. „So brauchte ich in dieser schwierigen Zeit nur für mich zu denken, zu handeln und musste nicht noch für den Verdienstausfall von Mitarbeitern die Verantwortung tragen.“

Umstrittene Geraer Maskenpflicht in Parks ab Mittwoch aufgehoben

Stadt Jena verbietet Behandlungen im Gesicht

„Nach den strengen Hygieneregeln können wir keine Kosmetik durchführen, weil der Kunde einen Mundschutz trägt oder weil wir einen Abstand von mindestens 1,50 Meter halten müssen. So kann man nicht arbeiten. Insofern bieten wir nur jene Dienstleistungen an, die nicht im Gesicht stattfinden wie Fußpflege. Das ist jedoch nur halbherzig gedacht“, kritisiert Claudia Becker, Inhaberin von „Beauty Line“ in Liebschwitz.

Fußpflege hält Salon über Wasser

Normalerweise arbeiten sie zu viert im Salon, das Gros ihrer Mitarbeiter befindet sich noch in Kurzarbeit – und wird es wohl solange bleiben müssen, bis die Leistungen im Salon wieder vollumfänglich angeboten werden dürfen. „Mit Fußpflege halten wir uns nun etwas über Wasser. Natürlich sind die Kunden, die ewig nicht kommen konnten, sehr dankbar. Aber wirtschaftlich gesehen, ist das dauerhaft für uns kein Zustand“, so die Inhaberin, die am 1. Juli das 25-jährige Bestehen ihres Salons feiern möchte. „Wir haben hier schon das Hochwasser überstanden, nun ist die Coronakrise da.“

Corinna Kahnes hat nur den Friseursalon geöffnet, Kosmetik bietet sie vorerst nicht an - „weil sich dafür die Auflagen teils widersprechen“, begründet sie. „Es ist irritierend.“ Aus diesem Grund befinden sich ihre beiden Kosmetik-Mitarbeiterinnen noch in Kurzarbeit. Für die nächsten drei Wochen hat die 50-Jährige, die ihren Salon in der Bahnhofstraße seit 2015 betreibt, zwar ein volles Terminbuch, allerdings kann sie aufgrund der Regeln weniger Kunden bedienen.

Natalia Dreger von „Beauty & Nails“ in der Wiesestraße bedauert die kurzfristige Entscheidung zum Öffnen. „Wir hatten nicht die Zeit zur Vorbereitung“, erklärt sie und freut sich wieder auf Kunden für Fußpflege und Nageldesign. Absagen kamen aber bereits: „Mancher hat über die lange Wartezeit die Nägel selbst abgefeilt und belässt es dabei. Der eine oder andere ist selbst auf Kurzarbeit gesetzt und muss nun sparen.“

Seit Montag klingelt sich die Hotline der Handwerkskammer heiß. „Die Bestätigung zur Öffnung kam sehr kurzfristig. Viele Kosmetiker sind verunsichert, was genau sie machen dürfen und welche Hygieneregeln sie einhalten müssen“, bedauert André Kühne, Pressesprecher der Handwerkskammer Ostthüringen (HWK) in Gera. Die Kammer selbst darf keine Hygienekonzepte erlassen. Dies obliegt nur den Berufsgenossenschaften beziehungsweise den Gesundheitsämtern. „Wir warten täglich auf verbindliche Hygienevorgaben und haben zumindest die Aussage der zuständigen Berufsgenossenschaft, dass bis Mittwoch Regelungen vorliegen sollen“, so Kühne. Tipp der Handwerkskammer: sich vorerst an den Vorschriften der Friseure orientieren, beim Gesundheitsamt (Bürgerhotline 0365 / 8381219) nachfragen und sich über Neues auf der Coronaseite der HWK informieren.

Diese großen Thüringer Festivals und Sportveranstaltungen fallen aus