Unwetter

Wirbelsturm: Zwei Tote und schwere Schäden in Griechenland

Athen.  Ein Wirbelsturm zieht mit mit hohen Windgeschwindigkeiten über Griechenland. Es gibt bereits schwere Schäden. Zwei Menschen starben.

Wie entsteht ein Hurrikan?

Durchschnittlich sechs ausgewachsene Hurrikane verwüsten jedes Jahr Landstriche. Sie entstehen durch gewaltige, aufgeheizte Luftmassen nahe des Äquators, die durch die Corioliskraft in Rotation gebracht werden.

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  • Ein Wirbelsturm, auch Medicane genannt, hat in Griechenland schwere Schäden hinterlassen
  • Zwei Menschen kamen wegen des Sturms ums Leben, eine Frau wird vermisst
  • Laut griechischer Zivilschutzbehörde erreichte der Sturm Windgeschwindigkeiten von bis zu 117 km/h
  • Anders als ein Hurrikan oder Taifun ist ein Medicane meist ein Wetterphänomen, das nur über wenige Tage anhält

Der Wirbelsturm „Ianos“ (auch „Udine“ genannt) und ein weiteres Sturmtief über der Nordägäis haben in der Nacht zum Samstag in weiten Teilen Griechenlands schwere Schäden verursacht. In Mittelgriechenland kamen ein Mann und eine Frau ums Leben, eine Frau wird vermisst.

Viele könnten ihre Häuser wegen Hochwassers nicht verlassen, teilte die Feuerwehr am Samstagmorgen mit. Mehr als 600 Menschen seien von Rettungskräften aus Wohnungen befreit oder anderweitig gerettet worden. Wegen Schäden an der Bahnstrecke wurde die Zugverbindung zwischen Athen und Thessaloniki unterbrochen.

Bilder und Videos in sozialen Medien und in griechischen Medien zeigen die Spur der Verwüstung: Umgestürzte Bäume und Strommasten, weggeschwemmte Autos, Segelboote, die von Wind und Wellen an Land gespült oder gleich im Hafen versenkt wurden. Vielerorts stehen Straßen unter Wasser. Im Laufe des Samstag passiert „Ianos“ die Westküste der Insel Kreta, während es in der Nordägäis stürmisch bleibt. Kreta wurde am Freitag zudem von einem Seebeben der Stärke 5,4 erschüttert.

Der Wirbelsturm, der auch als Medicane bezeichnet wird, war am Freitag erstmals auf Land getroffen. Ein Ein Medicane ist für Meteorologen ein hurrikanähnlicher Wirbelsturm, der sich im Mittelmeerraum bildet. Diese Stürme haben eine Struktur wie tropische Wirbelstürme.

Medicane in Griechenland: Campingplatz musste evakuiert werden

„Überall stürzen Bäume um“, berichtete die Gouverneurin der Ionischen Inseln, Rodi Kratsa, im Fernsehsender TV ERT bereits am Freitag. Auf Kefalonia, Ithaka und Zakynthos gab es Stromausfälle, Straßen waren unpassierbar. Geringere Schäden wurden von den Inseln Korfu und Lefkada gemeldet. Verletzte oder Opfer wegen des Sturms mit den Merkmalen eines Hurrikans gab es nach Angaben des Zivilschutzes bis zum Freitagnachmittag nicht.

Auch in zahlreichen Regionen Westgriechenlands und auf der Halbinsel Peloponnes fiel der Strom aus. Mehrere Boote wurden in den Häfen der Urlaubsinseln Zakynthos, Lefkada, Kefalonia und Ithaka beschädigt. Ein Campingplatz auf der Insel Kefalonia wurde evakuiert, wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete. Die Schulen in zahlreichen Regionen Westgriechenlands blieben am Freitag geschlossen. Auch die Fährverbindungen zu den Inseln Kefalonia, Zakynthos und Ithaka wurden unterbrochen, wie es hieß

Medicane „Udine“: Flüchtlingsboot geriet in Seenot

Ein Boot mit rund 50 Migranten an Bord, das auf dem Weg nach Italien war, laufe Gefahr, im Sturm mit Böen der Stärke elf zu kentern, berichtete das Staatsfernsehen (ERT). Die Küstenwache und vorbeifahrende Schiffe versuchten, den Menschen auf dem havarierten Boot zu helfen. Dies sei aber nicht möglich wegen der hohen Wellen und des Sturms.

Offiziere der Küstenwache hofften, dass das Boot in Richtung Festland getrieben werde. Dies würde die Rettungsaktion erleichtern, hieß es aus Kreisen der Küstenwache. „Das, was die Schlepper gemacht haben, ist Irrsinn“, sagte ein Offizier der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur. Mit so einem Sturm verlasse niemand den Hafen.

Regierung in Griechenland: 800 Asylbewerber evakuiert

Im Ionischen Meer, das zwischen Italien und Griechenland liegt, werden fast täglich Migranten auf dem Weg nach Italien entdeckt. Mit von Schlepperbanden organisierten Überfahrten aus Griechenland oder der Türkei direkt nach Italien versuchen Migranten, die weitgehend geschlossene Balkanroute zu umgehen und auf diesem Weg nach Westeuropa zu gelangen.

Die Regierung hatte angekündigt, mehr als 800 Asylbewerber aus drei Lagern in der Nähe von Athen wegen des Sturms vorsichtshalber in einer Konferenzhalle in der Hauptstadt unterzubringen.

Zwei Maschinen der Fluggesellschaft Ryanair konnten am Freitagmorgen nicht wie geplant auf der Insel Kefalonia im Ionischen Meer landen und wurden nach Athen umgeleitet. Der örtliche Fährverkehr wurde eingestellt. Mit einer Wetterbesserung rechnen die Meteorologen von Sonntagnacht an.

Hintergrund: Katrina, Sandy, Irma: Das waren die schlimmsten Hurrikans

Die Zivilschutzbehörde warnte vor jeglichen nicht notwendigen Reisen während des Sturms. Wegen drohender Überschwemmungen sollten Keller nicht betreten werden. Der Bürgermeister der Inselhauptstadt Argostoli auf Kefalonia, Dionysis Minetos, sagte im griechischen Fernsehen, die Bewohner sollten in ihren Häusern bleiben und nicht auf die Straße gehen.

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Der Zivilschutz stellte in besonders gefährdeten Gebieten vorsorglich Rettungsteams bereit, auch drei Rettungshubschrauber sind in Alarmbereitschaft.

Medicane und Hurrikan: Was ist der Unterschied?

Anders als ein Hurrikan oder Taifun ist ein Medicane meist ein Wetterphänomen, das nur über wenige Tage anhält. Eine Medicane-Saison gibt es nicht. Das liegt unter anderem an der Größe des Mittelmeers, das im Vergleich zum Atlantik viel zu klein ist.

Schon im Herbst 2018 hat sich ein Medicane im Mittelmeer zusammengebraut. Bei einem Medicane im November 2017

Aktuell sorgt der Hurrikan „Sally“ für massive Überflutungen an der Golfküste der USA. (dpa/AFP/dmt)

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