Roxette

Marie Fredriksson malte Songs „mit den schönsten Farben aus“

Essen.  Jahrelang kämpfte sie gegen Krebs, kehrte immer wieder zurück auf die Bühne. Nun hat Marie Fredriksson den Kampf verloren. Ein Nachruf.

Tod mit 61: So Trauert Das Netz um Roxette-Sängerin

Die schwedische Sängerin Marie Fredriksson ist tot. Die Mitbegründerin der Band Roxette starb im Alter von 61 Jahren.

Beschreibung anzeigen
Marie Fredriksson bei einem Konzert in Stockholm im Jahr 2014. Zu der Zeit kämpfte der Roxette-Star bereits zwölf Jahre lang gegen den Krebs.

Marie Fredriksson bei einem Konzert in Stockholm im Jahr 2014. Zu der Zeit kämpfte der Roxette-Star bereits zwölf Jahre lang gegen den Krebs.

Foto: Janerik Henriksson/TT via www.imago-images.de / imago images/TT

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die späten 1980er, frühen 1990er, das war ihre Zeit. Die Zeit, in der Roxette Hit auf Hit landeten, 75 Millionen Tonträger verkauften und weltweit die Charts stürmten. Und Marie Fredriksson war die eine Hälfte von Roxette. So kurz wie blond das Haar, den Köper gern in schwarz gehüllt.

Jetzt ist die Schwedin mit 61 Jahren an den Folgen ihres Krebsleidens gestorben. Sie sind ganz oben, als das Schicksal zuschlägt. Überraschend, wie das Schicksal es meistens macht. Nach dem Joggen bricht Marie im September 2002 zusammen, bekommt einen epileptischen Anfall, wird in eine Klinik eingeliefert.

Dort finden die Ärzte einen Hirntumor, diagnostizieren Krebs und geben der Patientin noch ein bis drei Jahre. Wenn es gut läuft. „Das war der Tag“, hat die Schwedin sich später oft erinnert, „an dem die Hölle losbrach.“ 13 Jahre zuvor ist sie bekannt geworden, zusammen mit Per Gessle und unter dem Namen „Roxette“. Was Sie über Roxette wissen müssen

Marie Fredriksson gestorben: „The Look“ machte Roxette zu Weltstars

„The Look“ heißt die Nummer, die das Duo damals über Nacht zu Weltstars macht und zum Auftakt für eine atemberaubende Karriere wird. Es folgt Hit auf Hit. Alle ähnlich klingend, mit eingängiger Melodie und einem gitarrenbetonten Rock und Pop, den die Radiostationen so lieben.

Und so gibt es Zeiten, in denen man nicht von Dortmund nach Essen fahren kann, ohne dass nicht mindestens einmal „Listen To Your Heart“ oder „It must have been love“ aus den Boxen klingt.

Gessle und Fredriksson sammeln Preise und Goldene Schallplatten, füllen bei Tourneen die größten Hallen rund um den Globus, gelten bald als der erfolgreichste schwedische Pop-Export seit Abba. Marie Fredriksson genießt den Erfolg, gönnt sich all die Sachen, von denen sie in ihrer Kindheit in einem armen Elternhaus nur träumen konnte. Tief in ihrem Inneren, erzählt sie später, sei sie aber lange Zeit einsam und gestresst gewesen.

YouTube- Roxette – Listen to your heart

Marie Fredrikssons Herz erobert ein anderer

Doch dann kommt die Liebe. Und sie kommt nicht in Form von Gessle. Anders als viele Fans glauben, manchmal auch hoffen, bleibt das Verhältnis der beiden platonisch. Zu unterschiedlich ist das Paar. Er ein Pedant, sie ein Freigeist. Nur wenn es darum geht, zusammen die Musik zu machen, die er schreibt, passen sie perfekt zusammen. Maries Herz aber erobert ein anderer.

1994 lernt sie Edmund Mikael Bolyos kennen, nach 48 Stunden macht er ihr einen Heiratsantrag. Marie sagt ja. „Er war der Richtige, das wusste ich. Auf ihn hatte ich gewartet.“ Zusammen kämpfen sie gegen Maries Krankheit. Und zwischenzeitig sieht es aus, als sei dieser Kampf von Erfolg gekrönt.

Fredriksson straft die Prognose ihrer Ärzte Lügen, nimmt mit Gessle für ein Album neue Songs auf, kehrt für einzelne Auftritte sogar wieder zurück auf die Bühne. Wer sie aber dahinter erlebt, erschöpft nach nur einem Lied, gestützt von Helfern, der ahnt: Sie wird nie wieder die Alte sein.

2016 musste Marie Fredriksson die Roxette-Jubiläumstournee absagen

In den letzten Jahren wird es dann ruhiger um die Mutter von zwei Kindern. 2016 muss sie schweren Herzens die Jubiläumstournee absagen. Zu geschwächt ist der Köper von den vielen Strahlentherapien. Auf einem Auge ist sie fast blind, ein Bein will nicht mehr so wie der Kopf will. „Ich habe immer Angst zu fallen.“

Zuletzt hat man zum 60. Geburtstag im vergangenen Jahr von ihr gehört. Sie selbst hatte sich in den sozialen Medien gemeldet und erzählt, sie feiere ganz ruhig in kleinem Kreis, nur mit der Familie. Am Dienstag nun schreibt ihr Management, Marie sei am Tag zuvor gestorben, die Beisetzung werde in aller Stille stattfinden.

Ihr Bandkollege Per Gessle hat sich nach Bekanntwerden der Todesnachricht bereits von seiner langjährigen Kollegin verabschiedet. „Du hast“, schreibt er auf Facebook, „meine schwarz-weißen Lieder mit den schönsten Farben ausgemalt.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren