Auszeichnung

Medizin-Nobelpreis 2019 an drei Zellforscher vergeben

Stockholm.  Die Preisträger des Medizin-Nobelpreisestehen fest. Zwei Amerikaner und ein Brite erhalten die Auszeichnung für diese Entdeckung.

Die berühmte Nobelmedaille mit dem Konterfeit des Preisstifters Alfred Nobel. Die Nobelpreise werden seit 1901 vergeben.

Die berühmte Nobelmedaille mit dem Konterfeit des Preisstifters Alfred Nobel. Die Nobelpreise werden seit 1901 vergeben.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

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Der Startschuss in die Nobelwoche ist gefallen. Die ersten Preisträger stehen fest – gleich drei Wissenschaftler sind mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet worden.

William Kaelin (USA), Peter Ratcliffe (Großbritannien) und Gregg Semenza (USA) erhalten den Preis für ihre Entdeckung molekularer Mechanismen, mit denen Zellen den Sauerstoffgehalt wahrnehmen und sich daran anpassen. Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit.

Die Kenntnis dieser Mechanismen sei wichtig für die Behandlung zahlreicher Krankheiten, hieß es von der Nobeljury. Die Entdeckung habe den Weg freigemacht für vielversprechende Strategien etwa gegen Blutarmut, Krebs und viele andere Erkrankungen.

Bis Ende der Woche folgen dann die Auszeichnungen in Physik, Chemie, Literatur und Frieden, am darauffolgenden Montag schließlich der Wirtschaftsnobelpreis. Für den Friedensnobelpreis ist die Klimaaktivistin Greta Thunberg nominiert.

Nobelpreis: Preisträger erhalten über 800.000 Euro

Die Nobelpreise sind wie in den beiden Vorjahren pro Kategorie mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 830.000 Euro) dotiert. Wer die Preise erhält, ist wie immer vorab völlig unbekannt. Alles, was man über die Nobelpreise 2019 wissen muss.

Im Vorjahr wurden die beiden Immunologen James Allison aus den USA und Tasuku Honjo aus Japan mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet. Sie wurden für die Entwicklung spezieller Krebstherapien geehrt.

Auch in den Kategorien Physik und Chemie wird der Nobelpreis häufig an mehrere Wissenschaftler gleichzeitig verliehen, die gemeinsam oder zum selben Fachgebiet geforscht haben.

Deutscher Bakteriologe erste Preisträger

Den Medizinnobelpreis haben seit der ersten von bislang 109 Vergaben insgesamt 216 Personen erhalten, darunter nur zwölf Frauen. 39 Mal ging sie an einen Einzel-, 33 Mal an zwei und 37 Mal an drei Preisträger. Der Preis darf an maximal drei Personen gleichzeitig vergeben werden.

Die erste Auszeichnung ging im Jahr 1901 an den deutschen Bakteriologen Emil Adolf von Behring für die Entdeckung der Serumtherapie gegen Diphtherie.

Die Gewinner des Medizinnobelpreises der vergangenen zehn Jahre:

  • 2018: Der US-Amerikaner James Allison und der Japaner Tasuku Honjo für die Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs.
  • 2017: Die US-Forscher Jeffrey Hall, Michael Rosbash und Michael Young für die Erforschung der Inneren Uhr.
  • 2016: Der Japaner Yoshinori Ohsumi, der das lebenswichtige Recycling-System in Körperzellen entschlüsselt hat.
  • 2015: Die Chinesin Youyou Tu, die den Malaria-Wirkstoffs Artemisinin entdeckt hat. Sie teilte sich den Preis mit dem gebürtigen Iren William C. Campbell und dem Japaner Satoshi Omura, die an der Bekämpfung weiterer Parasiten gearbeitet hatten.
  • 2014: Das norwegische Ehepaar May-Britt und Edvard Moser sowie John O’Keefe (USA/Großbritannien) für die Entdeckung eines Navis im Hirn: Sie fanden grundlegende Strukturen unseres Orientierungssinns.
  • 2013: Thomas Südhof (gebürtig in Deutschland) sowie James Rothman (USA) und Randy Schekman (USA) für die Entdeckung von wesentlichen Transportmechanismen in Zellen.
  • 2012: Der Brite John Gurdon und der Japaner Shinya Yamanaka für die Rückprogrammierung erwachsener Körperzellen in den embryonalen Zustand.
  • 2011: Bruce Beutler (USA) und Jules Hoffmann (Frankreich) für Arbeiten zur Alarmierung des angeborenen Abwehrsystems. Ralph Steinman aus Kanada entdeckte Zellen, die das erworbene Immunsystem aktivieren. Er war kurz vor der Verkündung gestorben und bekam den Preis posthum.
  • 2010: Der Brite Robert Edwards für die Entwicklung der Reagenzglas-Befruchtung.
  • 2009: Elizabeth Blackburn, Carol Greider und Jack Szostak (alle USA) für die Erforschung der Zellalterung.

(guhe/dpa)

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