Pandemie

Corona-Pandemie: Vor Reisen in diese EU-Länder wird gewarnt

Berlin.  Frankreich, Spanien, Belgien: Für viele Länder in der EU gelten derzeit Corona-Reisewarnungen. Die Schweiz und Polen werden folgen.

Mehr als eine Million Corona-Infektionen in Spanien

Spanien hat als erstes EU-Land die Schwelle von einer Million Corona-Infektionen überschritten. Mit 16.973 Neuinfektionen binnen 24 Stunden stieg die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungen am Mittwoch auf 1.005.295 Fälle, wie das Gesundheitsministerium in Madrid mitteilte.

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  • Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in zahlreiche Länder, da sich das Coronavirus wieder stärker ausbreitet
  • Ab dem 24. Oktober werden die Reisewarnungen massiv ausgeweitet
  • Dann gelten sie auch für ganz Polen und die gesamte Schweiz
  • Die Kanarischen Inseln dagegen werden am 24. Oktober als einzige Region Spaniens wieder von der Liste der Risikogebiete gestrichen

Urlaub außerhalb Deutschlands? Daran war wegen der globalen Corona-Pandemie lange kaum zu denken. Der Stillstand des öffentlichen Lebens und geschlossene Grenzen machten Urlaub im Ausland fast unmöglich.

Pünktlich zu Beginn der Sommerferien änderte sich die Situation dann aber: Reisen in die meisten Länder der EU waren wieder möglich. Trotz Coronavirus machten sich viele Deutsche auf den Weg in den Sommerurlaub.

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Seit Oktober keine pauschale Corona-Reisewarnung mehr

Doch mit dem Reiseaufkommen stiegen auch die Infektionszahlen. Das Auswärtige Amt und das Gesundheitsministerium reagierten zuletzt mit erneuten Reisewarnungen für bestimmte Gebiete oder ganze Länder innerhalb der Europäischen Union.

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Für Länder außerhalb der Europäischen Union galt noch bis Ende September eine pauschale Reisewarnung. Seit dem 1. Oktober gibt es konkrete, auf die Lage in den einzelnen Staaten zugeschnittene Bewertungen.

Reisemöglichkeiten wegen Corona weiter eingeschränkt

An der Möglichkeit zu reisen werde sich damit praktisch wohl wenig ändern, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Allerdings werde zu einem differenzierten System übergegangen. Es werde wohl so sein, dass für Länder, die als Risikogebiete gelten, weiterhin eine Reisewarnung gelten könne.

Welche Länder als Corona-Risikogebiet zählen, darüber informiert das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite. Auf der Website werden unter der Kategorie „Sicher Reisen“ tagesaktuelle Hinweise zu den jeweiligen Reiseländern bereitgestellt. Die Informationen richten sich immer nach dem aktuellen Infektionsgeschehen in den einzelnen Ländern. Dort sind auch Risikogebiete aufgezählt.

Wo gilt keine Corona-Reisewarnung?

Als vergleichsweise sicher gelten derzeit einige Länder in Europa, wie etwa Griechenland. Für sie gelten keine Reisewarnungen. Interkontinentale Reisen gestalten sich dagegen schwierig. Zudem kann sich die Lage täglich ändern, einen Urlaub langfristig zu planen ist also kaum möglich.

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Unabhängig davon, ob für ein Land eine Reisewarnung besteht oder nicht, kann es trotzdem Einreisebeschränkungen oder Quarantänemaßnahmen geben. Reisende sollten sich vor der Abreise also gut informieren.

Urlaub trotz Corona: Für welche Länder gibt es eine Reisewarnung?

Das Auswärtige Amt warnt vor touristischen Reisen in Länder, die die laut RKI als Risikogebiet gelten. Viele von ihnen sind komplett, manchen nur regional von den Reisewarnungen betroffen.

Spanien: Landesweite Reisewarnung – ausgenommen werden die Kanaren

Für das EU-Land Spanien gilt bisher landesweit eine Reisewarnung. Das Auswärtige Amt erklärt: „Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Spanien wird derzeit aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt. Landesweit beträgt die Inzidenz mehr als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb Spanien zum Risikogebiet eingestuft wurde.“ Doch eine Ausnahme gibt es: Ab dem 24. Oktober gilt dies nicht mehr für die Kanarischen Inseln, wo sich das Infektionsgeschehen zuletzt positiv entwickelt hatte.

Österreich: Fast alle Bundesländer betroffen – bis auf Kärnten

Das Auswärtige Amt warnt derzeit vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Bundesländer Wien, Tirol (ausgenommen der Gemeinde Jungholz) und Vorarlberg (ausgenommen Kleinwalsertal und die Gemeinde Mittelberg) aufgrund hoher Infektionszahlen. Ab dem 24. Oktober gilt das auch für Bundesländer Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, das Burgenland und die Steiermark. Ausgenommen ist dann nur noch Kärnten.

Frankreich: Sämtliche europäischen Landesteile sind Risikogebiete

In Frankreich gelten seit dem 17. Oktober alle europäischen Regionen als Risikogebiete. Zuletzt waren die Region Grand-Est mit dem Elsass und die Urlaubsinsel Korsika wieder hinzugekommen.

Bereits seit längerem gelten die Regionen Hauts-de-France, Île-de-France mit der Hauptstadt Paris, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Occitanie, Nouvelle-Aquitaine, Auvergne-Rhone-Alpes und die Überseegebiete La Réunion, Französisch-Guyana, St. Martin und Guadeloupe als Corona-Hotspots. Seit dem 17. Oktober ist auch Martinique Risikogebiet. Von Reisen in die übrigen französischen Überseegebiete, für die Einreisebeschränkungen bestehen, rät das Auswärtige Amt zudem dringend ab.

Italien: Reisewarnungen für weite Teile des Stiefels

In Italien, das zunächst gut durch die zweite Welle zu kommen schien, gelten Reisewarnungen für die Regionen Kampanien und Ligurien. Ab dem 24. Oktober werden auch das Aostatal sowie die Regionen Umbrien, Lombardei, Piemont, Toskana, Venetien, Latium mit der Hauptstadt Rom, Abruzzen, Friaul-Julisch Venetien, Emiglia-Romagna, Sardinien und die Autonome Provinz Bozen-Südtirol als Risikogebiete geführt. Die Marken, Molise sowie die südlichen Regionen Apulien, Basilikata, Kalabrien und Sizilien sind noch ausgenommen.

Niederlande: Das gesamte Königreich ist betroffen

Für die kompletten Niederlande gilt eine Reisewarnung. Auch die Überseegebiete Aruba und St. Maarten und alle autonomen Länder sind betroffen. Grenzkontrollen finden zwischen Deutschland und den Niederlanden jedoch noch nicht statt.

Belgien: Angespannte Lage im ganzen Land

Wegen eines deutlichen Anstiegs von Corona-Fällen warnt das Auswärtige Amt außerdem vor touristischen Reisen nach Belgien. Nachdem zunächst nur einige Regionen von der Warnung betroffen waren, gilt sie mittlerweile für das ganze Land.

Schweiz: Zehn Kantone betroffen

Aktuell hat das Auswärtige Amt Reisewarnungen für die Kantone Genf, Waadt (Vaud), Freiburg (Fribourg), Jura, Neuchâtel, Nidwalden, Schwyz, Uri, Zug und Zürich ausgesprochen. Doch aufgrund der hohen Infektionszahlen in der Schweiz wird diese Warnung ab dem 24. Oktober auf das gesamte Land ausgeweitet.

Kroatien: Diverse Regionen sind Risikogebiete

Auch Teile des beliebten Urlaubslandes Kroatien sind inzwischen wieder als Risikogebiet eingestuft. Allerdings nicht komplett. Betroffen sind die Regionen Lika-Senj, Split-Dalmatien, Dubrovnik-Neretva, Požega-Slawonien, Vukovar-Srijem, Sisak-Moslavina, Krapina-Zagorje, Virovitica-Podravina, Međimurje und die Stadt Zagreb. Dazu kommen ab dem 24. Oktober die Gespanschaften Karlovac, Osijek-Baranja, Zagreba, Varaždin und Bjelovar-Bilogora.

Reisewarnungen gelten auch für:

  • Bulgarien: Regionen Blagoevgrad und Targowischte. Ab dem 24. Oktober auch die Verwaltungsbezirke (Oblaste) Rasgrad, Sofia Stadt und Sliwen.
  • Dänemark: Region Hovedstaden
  • Estland: Kreis Ida-Viru, aber nur bis zum 24. Oktober. Ab dem 24. Oktober der Kreis Jõgeva. Von Reisen in die übrigen Landesteile wird wegen der estnischen Quarantäneregeln abgeraten
  • Finnland: Region Österbotten. Generell wird von Reisen nach Finnland wegen der geltenden Reisebeschränkungen und Quarantäneregelungen abgeraten
  • Irland: Hauptstadt Dublin (County Dublin), die Border Region, die Regionen Mid-West, South-West, Mid-East, West und Midlands. Ab dem 24 Oktober gilt die Reisewarnung für das komplette Land
  • Lettland: keine Warnung, von Reisen wird wegen geltender Quarantäneregeln jedoch abgeraten
  • Litauen: Regionen Šiauliai und Kaunas
  • Luxemburg: Reisewarnung für das gesamte Land
  • Polen: Regionen Kujawsko-pomorskie (Kujawien-Pommern), Malopolskie (Kleinpolen), Podlaskie (Podlachien), Pomorskie (Pommern) und Świętokrzyskie (Heiligkreuz). Ab dem 24. Oktober gilt die Reisewarnung für das komplette Land
  • Portugal: Metropolregion Lissabon und Region Norte
  • Rumänien: Reisewarnung für das gesamte Land
  • Slowakei: Reisewarnung für das gesamte Land
  • Slowenien: Regionen Primorsko-Notranjska, Koroška, Zasavska, Osrednjeslovenska, Savinjska, Gorenjska, Jugovzhodna Slovenija, Pomurska und Podravska. Ab dem 24. Oktober auch für die Regionen Posavska und Goriška
  • Tschechien: Reisewarnung für das gesamte Land
  • Ungarn: Hauptstadt Budapest und die Regionen Győr-Moson-Sopron, Pest, Csongrád-Csanád, Nógrád, Baranya, Hajdú-Bihar, Jász-Nagykun-Szolnok, Borsod-Abaúj-Zemplén, Komárom-Esztergom, Szablocs-Szatmár-Bereg, Vas und Veszprém. Ab dem 24. Oktober auch die Regionen Heves, Zala und Somogy
  • Zypern: Von Reisen in den Nordteil der Insel („Türkische Republik Nordzypern“) wird vor dem Hintergrund von Quarantäneregelungen abgeraten

Corona-Risikogebiete: Was bedeutet die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes?

Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ist kein Reiseverbot. Vielmehr sollten sich Reisende darüber im Klaren sein, dass sie auf eigene Verantwortung unterwegs sind. Wird für das Reiseland eine Reisewarnung verhängt, kann dies rechtliche Auswirkungen auf die Reisekrankenversicherung oder die Stornierungsmöglichkeiten der Buchung haben.

Es kann auch im Ausland zu Einschränkungen im Flugverkehr, drastischen Quarantänemaßnahmen oder Ausgangssperren kommen. Zudem wird es nicht noch einmal eine Rückholaktion wie zu Beginn der Pandemie geben – das haben Außenminister Heiko Maas (SPD) und das Auswärtige Amt mehrmals betont.

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Für welche Länder gelten EU-Einreisebeschränkungen?

Die EU-Länder haben die verhängten Einreisebeschränkungen auch wieder auf M arokko ausgeweitet. Nach einem Beschluss dürfen Reisende aus dem nordwestafrikanischen Staat nur noch dann in die EU kommen, wenn dies zwingend notwendig ist.

Menschen aus diesen Ländern dürfen demnach noch normal in die EU einreisen:

  • Australien
  • Georgien
  • Kanada
  • Neuseeland
  • Ruanda
  • Thailand
  • Tunesien
  • Uruguay

Die EU gestattet die unbeschränkte Einreise außerdem für Angehörige folgender Staaten, vorausgesetzt sie gewähren im Gegenzug eine Einreise für Bundesbürger: Japan, Südkorea und China. Da sich die Situation täglich ändern kann, sollten Reisende sich vorab auf den Webseiten der Botschaften informieren.

Grundlage der EU-Liste ist vor allem die Zahl der neuen Covid-19-Fälle in den vergangenen 14 Tagen pro 100.000 Einwohner. Sie soll nahe am oder unter dem EU-Durchschnitt liegen. Aber auch Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, der Trend der Infektionszahlen und die allgemeine Reaktion des jeweiligen Landes auf die Pandemie spielen eine Rolle. Für Staaten, aus denen Bürger noch nicht wieder einreisen dürfen, sind Ausnahmen vorgesehen – etwa für EU-Bürger und ihre Familien.

(yah/bef/raer/amw/gau/mbr/jule/max/nfz)