Spaziergang durch Stadtroda fällt aus

Stadtroda.  Der geplante Spaziergang durch Stadtroda, aufgerufen über die sozialen Medien und den Mitgliedern von „Widerstand 2020“, fiel aus. Teilnehmer erzählen über die Gründe, warum sie mitmachen wollten.

Der geplante Spaziergang am Abend durch Stadtroda, aufgerufen über die sozialen Medien und den Mitgliedern von „Widerstand 2020“, fiel aus. Die zehn Erwachsenen und drei Kinder, die sich vor dem Rathaus in Stadtroda einfanden, beließen es bei einer knapp 15-minütigen, lockeren Gesprächsrunde. Kurz nach 19.45 Uhr löste sich die Runde auf.

Der geplante Spaziergang am Abend durch Stadtroda, aufgerufen über die sozialen Medien und den Mitgliedern von „Widerstand 2020“, fiel aus. Die zehn Erwachsenen und drei Kinder, die sich vor dem Rathaus in Stadtroda einfanden, beließen es bei einer knapp 15-minütigen, lockeren Gesprächsrunde. Kurz nach 19.45 Uhr löste sich die Runde auf.

Foto: Foto / Jens Henning

Die zehn Erwachsenen und drei Kinder, die sich am Montagabend vor dem Rathaus in Stadtroda einfanden, beließen es bei einer knapp 15-minütigen, lockeren Gesprächsrunde. Kurz nach 19.45 Uhr löste sich die Runde auf. Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus und den Folgen lesen Sie in unserem Liveblog.

„Die Zahl von neun Erwachsenen verstößt gegen das aktuell gültige Ansammlungsverbot. Ich hatte dann noch in die Runde gefragt, ob jemand vielleicht eine Versammlung anmelden möchte. Das wäre möglich gewesen. Es fand sich aber niemand“, sagte der verantwortliche Einsatzleiter der Stadtrodaer Polizei. Die Atmosphäre zwischen den „Spaziergängern“ und den Einsatzkräften der Polizei blieb die gesamte Zeit loyal und korrekt.

„Es muss langsam etwas passieren. Corona schränkt unser Leben stark ein“

„Es muss langsam etwas passieren. Corona schränkt unser Leben stark ein“, sagte eine der Frauen, die auch über Facebook eingeladen wurde. Sie schilderte nicht nur ihre persönlichen Einschränkungen, sondern auch die ihrer Freundin, die mit dabei war. „Meine Mutter ist vor kurzem gestorben. Ich möchte mich in würdiger Form von ihr verabschieden. Das kann ich aber im Moment nicht auf Grund der Beschränkungen.“ Ihre Freundin wollte eigentlich heiraten – mit einer entsprechenden Hochzeitsgesellschaft. Auch der Termin für die Hochzeit muss wohl noch verschoben werden.

Schleppender start für Spaziergang

Der Start für den Spaziergang begann schleppend. Um 19 Uhr sollte er starten. So wurde in den sozialen Medien geworben. Bis 19.10 Uhr stand nur eine Familie mit Kind, die in Gernewitz wohnt, allein vorm Rathaus-Eingang. Der Ehemann, ein 30-Jähriger mit Lederhut, war enttäuscht über das mangelnde Interesse in der Stadtrodaer Bevölkerung. „Hätte ich das vorher gewusst, wären wir heute nach Jena gefahren“, sagte er.

Wenig später schlenderten die zwei jungen Frauen in Richtung Hexenhäuschen. Sie setzten sich auf eine Bank. Der Mann mit Mut ging auf sie und erfuhr, dass sie sich auch am Spaziergang beteiligen wollen. Zu dieser Zeit warteten Beamte in zwei Polizei-Transportwagen auf dem Amtsplatz. Sie fuhren später weg in Richtung Jena.

„Wir müssen uns besser vernetzen. Und jeder, der heute hier ist, sollte noch weitere Freunde und Bekannte mitbringen. Nächsten Montag um 19 Uhr treffen wir uns wieder zu einem Spaziergang“, sagte ein junger Mann.

Polizei fährt später fort

Hinter „Widerstand 2020“ steht eine „Mit-mach-Partei“, die sich vor kurzem gegründet hat und nach eigenen Aussagen schon über 100.000 Mitglieder haben soll. Einer der Köpfe der Partei ist Dr. Bodo Schiffmann aus Sinsheim, der auf YouTube durch seine kritischen Videos zum Thema Corona viele Sympathisanten und Fans hat.

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