Stadt Jena baut auf die Hilfe der Bundeswehr

Jena.  Corona: Gesundheitsamt arbeitet bei der Ermittlung von Kontakten am Limit. Situation jetzt ist unübersichtlicher als im Frühjahr.

Der Leiter des Krisenstabes, Benjamin Koppe (CDU, links), und Bürgermeister Christian Gerlitz (SPD)

Der Leiter des Krisenstabes, Benjamin Koppe (CDU, links), und Bürgermeister Christian Gerlitz (SPD)

Foto: Thorsten Büker

Für die Nachverfolgung von Infektionsketten baut die Stadt Jena auf die Hilfe der Bundeswehr: Von der kommenden Wochen an sollen täglich fünf Mitarbeiter dem Fachdienst Gesundheit dabei helfen, Kontakte nachzuverfolgen und Infektionsketten zu durchbrechen. (Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.)

Angesichts der sechs Corona-Fälle nach einer Feier in dem Restaurant Poseidon sei der Fachdienst kaum noch in der Lage gewesen, alle Kontaktdaten zu ermitteln, sagen am Dienstag der Leiter des Krisenstabes, Benjamin Koppe (CDU), und Bürgermeister Christian Gerlitz (CDU). „Es gab eine Geburtstagsfeier in einem abgetrennten Raum mit infizierten Personen, es gab einen Verdachtsfall bei einem Mitarbeiter. Und schließlich war unter den Gästen eine weitere Person, die nicht zu den Gästen des Geburtstages gehörte, aber ebenfalls infiziert war: All das erschwerte die Kontaktermittlung ungemein“, sagt Gerlitz. Bis Donnerstag will die Verwaltung Klarheit darüber haben, ob die Bundeswehr helfen werde.

Abstand halten, Hygiene beachten und Alltagsmaske tragen

Auch wenn die Entwicklung im Frühjahr höhere Infektionszahlen aufwies, verfolgen Koppe und Gerlitz das aktuelle Geschehen mit Sorge: Während damals primär die Reiserückkehrer für höhere Fallzahlen sorgten und die Stadt die Folgen eingrenzen konnte, verstärkten jetzt die Corona-Dunkelziffer sowie versteckte Corona-Cluster die Unruhe im Krisenstab. Sollte der Inzidenzwert in Jena 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen überschreiten, treten Beschränkungen in Kraft: Es geht um das Tragen eines Mund-und-Nasenschutzes in den öffentlichen Bereichen, an denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, sowie striktere Regeln für Feiern und Veranstaltungen in geschlossenen Räumen.

„Wir alle haben es in der Hand, einen zweiten Lockdown zu verhindern“, sagt Christian Gerlitz. Er und Benjamin Koppe erinnern dabei erneut an die wichtige AHA-Formel, die jeder beachten sollte: Abstand halten, Hygiene beachten und Alltagsmaske tragen.