Corona: Strengere Kontrollen im Altenburger Land

Altenburg.  Der Landkreis Altenburger Land verschärft seine jüngste Corona-Allgemeinverfügung, nachdem Inzidenz-Wert im Altenburger Land auf über 125 gestiegen ist.

Symbolbild

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Foto: Mohssen Assanimoghaddam / dpa

Bezogen auf den 7-Tage-Inzidenz-Wert gehört das Altenburger Land zu den Spitzenreitern der Corona-Risikogebiete in Thüringen. Das ist Anlass für den Krisenstab der Kreisverwaltung, die vor Wochenfrist verabschiedete Allgemeinverfügung ab 1. November zu verschärfen. Betroffen davon sind Privathaushalte. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

"Einen Inzidenz-Wert von 125,28 braucht niemand. Wir müssen uns dem aber stellen“, konstatiert Landrat Uwe Melzer (CDU). Weshalb ab 1. November für zwei Wochen eine neue Allgemeinverfügung in Kraft tritt, die die erst jüngst verabschiedete um zwei Punkte ergänzt: Am formalen Akt der Eheschließung dürfen nur das Brautpaar, dessen Kinder und die Eltern der Brautleute teilnehmen; die Teilnehmerzahl bei Trauerfeiern wird auf 25 begrenzt.

Sofort verstärkt der Landkreis das Team, das die Corona-Hotlines der Kreisverwaltung betreut sowie für die Kontaktrückverfolgung zuständig ist. In der Lindenaustraße werden Räume für eine zusätzliche Abstrichsstelle bereitgestellt.

Ebenfalls ab sofort will die Kreisbehörde die Einhaltung der Hygiene- und Schutzmaßnahmen strenger kontrollieren. Dafür sei man laut Melzer mit den Kommunen und der Polizei im Gespräch. Zwei bis drei Externe sollen das Kontrollteam verstärken. Hier wolle man auf Personal von Sicherheitsfirmen zurückgreifen. „Je nachdem, welche Maßnahmen der Bund noch vorgibt, werden wir nachjustieren“, blickt Melzer auf die kommenden Tage.

OB Neumann appelliert an Bodo Ramelow

Altenburgs Oberbürgermeister André Neumann (CDU) appelliert an Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow. Der Linke hatte zu Wochenbeginn angekündigt, einen möglichen von Berlin verhängten Lockdown light nicht mittragen zu wollen. Neumann: „Das finde ich nicht richtig.“ Die Pandemie nehme im Freistaat eine rasante Entwicklung, der man nur mit einem gemeinsamen Maßnahmenkatalog der Bundesländer begegnen könne. „Ich spreche mich ganz klar dafür aus, dass wir die Maßnahmen übernehmen, die die Bundesregierung beschließt.“

Ferner kündigt er an, dass die Ordnungskräfte in Altenburg ab sofort genau hinschauen, ob die Hygieneregeln eingehalten werden. Dabei nannte er den Wochenmarkt im Zentrum der Stadt, aber auch Bars in Altenburg als Schwerpunkte. Er regte an, zu überlegen, wie die Kreisbehörde gemeinsam mit den Kommunen in Sachen Kontrollen weiter vorwärtsgehen könne.

Schutzausrüstung für vier Monate auf Lager

Im Klinikum Altenburger Land gilt bereits ein erneutes Besucherverbot für Angehörige. Geschäftsführerin Gundula Werner informiert, dass das Haus zudem alle Schutzausrüstungen überprüft habe. „Sie sollten für vier Monate ausreichen. Wir haben generell unsere Lagerhaltung verändert.“ Ferner sei das Klinikum jederzeit in der Lage, isolierte Bereiche für Corona-Patienten zu schaffen und zu vergrößern.

Werner appelliert wie Oberbürgermeister Neumann an jeden Einwohner das Kreises, Ansteckungen zu vermeiden.

„Die Zahl der Infizierten muss überschaubar sein. An Corona schwer Erkrankte haben eine lange Verweildauer auf der Intensivstation. Sind viele Patienten von dem Virus schwer getroffen, kann das zu Engpässen führen", erläutert die Geschäftsführerin. Für den Fall, dass sich die Situation weiter zuspitze, müssten indes andere Operationen gar abgesagt oder verschoben werden.