Thüringen baut weiter Lkw-Rastplätze

Erfurt  Einen folgenschweren Auffahrunfall durch einen riskant abgestellten Brummi – wie kürzlich in Sachsen – gab es in Thüringen lange nicht. Dennoch ist die Gefahr latent. Es fehlen immer noch Lkw-Rastplätze.

Mehr Parkplätze für Lastwagen sind entlang der Autobahnen nötig.

Mehr Parkplätze für Lastwagen sind entlang der Autobahnen nötig.

Foto: Patrick Seeger, dpa

Noch bis Ende August gilt zusätzlich zum Sonntagsfahrverbot für Lastkraftwagen ein eingeschränkter Aktions­radius auch an Sonnabenden. Das entlastet den Ferienverkehr auf den Autobahnen. Zugleich aber erhöht sich der Druck auf die ohnehin knappen Lkw-Rastplätze.

Der Mangel an Lkw-Stellflächen sei ein deutschlandweites Problem, sagt Markus Brämer, Präsident des Thüringer Landesamtes für Bau und Verkehr. Nach einer Erhebung im April 2013 habe der Bund ein Defizit von etwa 11 000 Stellflächen für Laster festgestellt. Und das, obwohl seit 2008 rund 11 500 Lkw-Parkstände in Autobahnnähe neu geschaffen wurden.

Grund für die fortgesetzte Parkplatznot der Brummis ist der ungebremste Anstieg des Gütertransports auf der Straße. Allen seriösen Prognosen zufolge werde er weiter stark wachsen, bestätigt Manuela Türoff vom ADAC Hessen-Thüringen. Seit Jahren engagiere sich der Automobilclub für eine entspanntere Stellplatz-Situation. Denn unsachgemäß abgestellte Lkw – zum Beispiel auf Verzögerungsstreifen zu Rastanlagen – würden ein enormes Sicherheitsrisiko bergen.

Thüringen verfügt inzwischen über 2554 Lkw-Stellplätze (Stand Ende 2016) entlang seiner insgesamt 520 Autobahn-Kilometer. Das bedeutet, verglichen mit 2008, eine reale Zunahme um 324 Plätze. Schließung und Rückbau kleinerer Parkplätze seien in diese Statistik eingerechnet, betont Markus Brämer. In diesem Jahr seien weitere 88 Lkw-Plätze an der künftigen Rastanlage Leubinger Fürstenhügel (A 71) freigegeben worden. Bis September sollen nochmals sieben Plätze an der A 38 folgen, deren Rastanlagen zurzeit am stärksten überlastet seien. Dort sollen möglichst schon 2019/20 die Anlagen Leinetal Nord und -Süd erweitert werden.

Für 2018 ist der Neubau der Einrichtung Tümmelsberg Nord und -Süd geplant. Die unbewirtschaftete, nur mit WC ausgestattete Rastanlage werde sich an der A 4 zwischen den Anschlussstellen Hermsdorf-Ost und Rüdersdorf befinden. Außerdem sei nächstes Jahr auch eine Erweiterung der Rastanlage Kesselberg Nord und -Süd an der A 38 geplant. Zusammen werde sich damit der Thüringer Bestand auf 2755 Lkw-Stellplätze erhöhen.

Christian Kohn von der Autobahnpolizei nennt die Stellplatznot im Freistaat nicht ganz so gravierend wie an Transit-Knoten im Ruhrgebiet oder im Großraum München. Dennoch würden Streifenbesatzungen immer wieder Brummifahrer ansprechen, die an unübersichtlichen Stellen parken. Bei überfüllten Rastplätzen müssten sie eben für ihre vorgeschriebenen Ruhezeiten auf nahe gelegene Gewerbe­gebiete ausweichen, sagt der Polizeisprecher. Das sei vor allem osteuropäischen Lkw-Fahrern mitunter schwer zu ver­mitteln.

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