Pandemie

Urlaub trotz Corona: Das sind Länder ohne Reisewarnungen

Berlin.  Auslandsreisen sind wegen des Coronavirus kompliziert. Doch für einige Länder gelten aktuell keine Reisewarnungen. Hier die Liste.

Was ist ein Corona-Risikogebiet?

Die Bundesregierung prüft fortlaufend, inwieweit Gebiete als Risikogebiete einzustufen sind. Wer sich in einem solchen Gebiet aufhält und nach Deutschland einreist, muss sich auf bestimmte Pflichten einstellen.

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  • Welche Länder gelten in der Corona-Pandemie als vergleichsweise sicher? Die Liste der Länder wird immer kleiner, da die Corona-Infektionen überall ansteigen
  • In einigen Ländern gibt es dagegen nicht so viele Fälle, eine Reise ist möglich – wenngleich sich die Lage jederzeit ändern kann
  • Ab dem 14. November müssen Besucher auf den Kanaren einen Corona-Test vorlegen

Viele Deutsche fliehen normalerweise in dieser Jahreszeit vor der herbstlichen Kälte in den Süden. Doch in der Corona-Pandemie sind Reisen in mehrere beliebte Urlaubsländer wie Spanien, Kroatien oder Italien kaum möglich – es gelten Reisewarnungen .

Immerhin: Die Kanarischen Inseln und die Region Ida-Viru in Estland sind von der Risikoliste gestrichen.

Schon im Sommer hatte die Corona-Pandemie vielen Reisenden einen Strich durch die Rechnung gemacht. Unzählige Urlaube wurden abgesagt oder gar nicht erst gebucht. Laut der Weltorganisation für Tourismus ging die Zahl der internationalen Reisen im Zeitraum von Januar bis Mai 2020 um mehr als 50 Prozent zurück.

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Reisewarnungen: Nicht alle Länder sind Corona-Risikogebiete

Doch das bedeutet gleichzeitig auch: Millionen Reisen fanden statt. Für den Urlaub gilt es jetzt zu beachten: Nicht alle Länder sind gleich stark von der Pandemie betroffen. Zwar gelten dort derzeit keine pauschalen Reisewarnungen, sondern speziell auf einzelne Ländern zugeschnittene Maßnahmen. Doch von diesen sind diverse Länder betroffen. Lesen Sie hier: Vor Reisen in diese Regionen warnt die Bundesregierung ausdrücklich

Hinzu kommt, dass die Einreise in einige andere Länder, wie Finnland oder Estland wegen Beschränkungen oder Quarantäneauflagen erschwert ist. Wichtig zu wissen: In diesen Ländern gilt Deutschland als Risikogebiet

Doch wohin können Urlauber derzeit noch reisen? Grundsätzlich gilt: Eine Ansteckung mit dem Coronavirus ist überall möglich. Einige Länder in Europa verzeichnen derzeit aber noch vergleichsweise geringe Infektionszahlen. Vor Reisen in diese Länder wird (Stand 28. Oktober) weder gewarnt noch abgeraten.

Kanaren

Seit dem 24. Oktober gelten die Kanarischen Inseln nicht mehr als Corona-Risikogebiet und das Auswärtige Amt warnt nicht mehr vor Reisen auf die spanische Inselgruppe. Ab dem 14. November müssen jedoch alle Besucher, die mindestens sechs Jahre alt sind und sich in einem touristischen Beherbergungsbetrieb aufhalten möchten, an der Rezeption ein negatives Testergebnis vorlegen. Das gilt für Übernachtungen in Hotels, Ferienwohnungen und Ferienhäusern.

Dänemark

Dänemark schließt angesichts der hohen Zahl an Corona-Neuansteckungen seine Grenze für Urlauber aus Deutschland weitgehend. Seit dem 24. Oktober stufen die dänischen Behörden fast ganz Deutschland als „nicht sicheres“ Land ein. Rein touristische Reisen Einreisen von Personen mit deutschem Wohnsitz sind nicht mehr erlaubt. Die Regelung betrifft allerdings Bürger von Schleswig-Holstein nicht.

Das gesamte Bundesland Schleswig-Holstein wird privilegiert behandelt: Solange die Infektionsrate unter 30 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in der vergangenen Woche bleibt, kann jede Person mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein weiter frei nach Dänemark einreisen.

Ausgenommen sind außerdem Deutsche, die ein Ferienhaus in Dänemark besitzen, wie Außenminister Jeppe Kofod sagte. Wer sich im Land aufhalte, müsse aber nun nicht überhastet abreisen. Ein triftiger Grund für die Einreise kann etwa gegeben sein, wenn ein Deutscher in Dänemark arbeitet oder seine Familie oder seinen Partner besuchen will.

Griechenland

Für alle, die im Herbst noch einmal die Sonne genießen wollen, könnte Griechenland die richtige Wahl sein. Laut Bundesregierung ist das Land nur „relativ moderat betroffen“, Reisen dorthin sind möglich. Urlauber müssen sich allerdings spätestens 24 Stunden vor der Ankunft in Griechenland per Online-Formular anmelden.

Regionale Schwerpunkte sind die Regionen Attika (Hauptstadtregion Athen), Epirus, Westmakedonien sowie einige Inseln und, geringer ausgeprägt, Thessaloniki/Zentralmakedonien.

Lesen Sie auch: Neue Quarantänepflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten

Italien

Zu Beginn der Corona-Pandemie war Italien besonders stark betroffen. Zwischenzeitlich hatte sich die Lage verbessert, zuletzt stiegen die Infektionszahlen aber wieder stark an.

Reisewarnungen gelten zwar noch nicht für das ganze Land aber für viele Regionen. Gewarnt wird vor Reisen in folgende Gebiete: Ligurien, Kampanien, Aostatal, Umbrien, Lombardei, Piemont, Toskana, Venetien, Latium, Abrruzzen, Friaul-Julisch Venetien, Emilia-Romagna, Sardinien und die autonome Provinz Bozen-Südtirol.

Die Regionen Marken, Basilikata und Molise, sind nach aktuellem Stand bereisbar. Für Sizilien, Apulien und Kalabrien müssen sich Reisende vorher registrieren.

In Italien gilt eine landesweite Maskenpflicht im Freien.

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San Marino

Wer nach San Marino reisen möchte, kann dies tun. Aktuell gibt es keine Reisewarnung für die kleine Republik in Italien. Allerdings gelten Maskenpflicht sowie Abstands- und Hygieneregeln. Außerdem sind Versammlungen verboten.

Monaco

Ein Urlaub in Monaco ist derzeit zwar möglich, könnte für Reisende aus Deutschland aber schwer umzusetzen sein. Denn eine Einreise ist nur per Schiff oder durch das Risikogebiet Frankreich möglich. Wer sich für die zweite Variante entscheidet, muss sich nach seiner Rückkehr nach Deutschland einem Coronatest unterziehen und gegebenenfalls in Quarantäne.

Portugal

Wer auf einen Ausflug nach Lissabon (Großraum) oder einen Aufenthalt in der Region Norte verzichten kann, kann derzeit nach Portugal reisen. Zwar gelten die Hauptstadt und die zugehörige Metropolregion sowie die Region Norte als Risikogebiete, der Rest des Landes verzeichnet allerdings nur geringe Neuinfektionen. Bei allen Einreisenden wird allerdings die Körpertemperatur gemessen.

Dennoch gelten dort seit dem 15. September die gleichen Corona-Schutzmaßnahme, wie in Lissabon. Alkohol darf im öffentlichen Raum nicht konsumiert werden und Restaurants und Bars müssen zwischen 20 und 23 Uhr schließen. Touristen sollten auch für Hotels und Campingplätze mit Einschränkungen rechnen.

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Besondere Beschränkungen gelten außerdem für Madeira und die Azoren. Wer auf eine der Inseln reisen will, muss eine schriftliche Gesundheitserklärung abgegeben werden. Auf Madeira gilt außerdem eine Maskenpflicht im Freien.

Regionale Corona-Schwerpunkte: Reisen in andere Landesteile möglich

Zusätzlich zu den bereits genannten Staaten gibt es in Europa einige Länder, in denen nur für bestimmte Regionen eine Reisewarnung gilt. Dazu zählen:

  • Schweden
  • Kroatien
  • Ungarn
  • Finnland

Zudem kann sich die Situation in den einzelnen Regionen und Ländern auch kurzfristig ändern. Tagesaktuelle Informationen zu den jeweiligen Ländern bietet das Auswärtige Amt auf seiner Webseite.

(nfz/bef)

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