Der Jugendliche, dem vorgeworfen wird, in der Göttinger Innenstadt mehrere Schüsse aus einer scharfen Waffe abgegeben zu haben, ist nicht mehr auf der Flucht. In Begleitung seines Rechtsanwaltes erschien der 16-Jährige am frühen Dienstagabend bei der Polizei in Göttingen und stellte sich den Behörden. Das haben die Staatsanwaltschaft Braunschweig und die Polizei Göttingen in einer gemeinsamen Mitteilung bestätigt.

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Der Vorfall hatte sich am Samstagabend, 13. Juni, gegen 22.15 Uhr ereignet. Im Kontext einer Auseinandersetzung zwischen zwei rivalisierenden Großfamilien soll der Göttinger Jugendliche auf offener Straße geschossen haben. Ein Polizeibeamter wurde dabei schwer verletzt.

Noch am Abend der Tat richtete die Polizeiinspektion Göttingen eine Mordkommission ein und leitete umfangreiche Ermittlungen ein. Rund um die Uhr arbeitete eine eigens eingerichtete Sonderorganisation an der Aufklärung des Falls. Unterstützung erhielten die Göttinger Beamtinnen und Beamten dabei von Kolleginnen und Kollegen aus anderen Inspektionen der Polizeidirektion sowie von Spezialeinheiten aus ganz Niedersachsen.

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Am Montag, 15. Juni, durchsuchten Ermittler und Spezialkräfte drei Wohnhäuser im Umfeld des Gesuchten – zwei in Göttingen, eines in Gieboldehausen – und stellten dabei unter anderem mehrere Mobiltelefone sicher. Vom Tatverdächtigen fehlte zu diesem Zeitpunkt noch jede Spur, heißt es in der Mitteilung.

Parallel liefen die Auswertung von Videohinweisen und die Analyse von mehr als 2000 Hinweisen auf einem eigens eingerichteten Hinweisportal für Bild- und Videomaterial. Polizeipräsidentin Tanja Wulff-Bruhn zeigte sich nach der Festnahme erleichtert und sprach von einem entscheidenden Erfolg: Der hohe Fahndungsdruck, die starke polizeiliche Präsenz und die intensiven Ermittlungen hätten den Tatverdächtigen schließlich zur Aufgabe bewogen.

„Die Festnahme des 16-Jährigen ist ein deutliches Signal für die Funktionsfähigkeit unseres Rechtsstaates.“ Das sei zugleich ein wichtiges Signal an den schwer verletzten Kollegen, seine Familie und die Öffentlichkeit.

Inspektionsleiter Marco Hansmann lobte die professionelle Zusammenarbeit aller beteiligten Kräfte und dankte ausdrücklich den Staatsanwaltschaften Göttingen und Braunschweig. Auch der Erlass des Europäischen Haftbefehls habe den Druck auf den Flüchtigen vermutlich weiter erhöht. Die Hintergründe der Tat und das genaue Tatmotiv sind weiterhin Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

red