In Berlin ist es ein Feiertag. In Thüringen und Erfurt eher gute Tradition, am internationalen Frauentag ins Licht zu rücken, was oft gern übersehen oder unterschätzt wird: Die Arbeit, den Ideenreichtum, das Engagement von Frauen.

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Es gibt an dem Tag auch alte Rituale. Blumen spielen eine besondere Rolle. So lässt es sich auch Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) nicht nehmen, am 8. März den Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung mit einer Blume und einem heiteren Vormittag für ihre Arbeit zu danken.

Casjen Carl schreibt zum Frauentag.
Casjen Carl schreibt zum Frauentag.© Marco Schmidt | Marco Schmidt

Die Organisation liegt übrigens in Regie des Gleichstellungsbüros der Stadt. Und da gibt es – wir ahnen es – im Vergleich zum Vorjahr einen Unterschied. Denn es gibt keine Gleichstellungsbeauftragte der Stadt mehr. Zwar eine amtierende. Wenn man aber den Kontakt zu ihr sucht, wird man oft auf das Telefon der Beauftragten für Menschen mit Behinderungen umgeleitet. Das ist auch das Hauptaufgabenfeld, womit die Beauftragte wie zu hören ist, gut ausgelastet ist.

Theater zeigt Wichtigkeit des Gleichstellungsbüros

Die vormalige Gleichstellungsbeauftragte Mary-Ellen Witzmann ist erst beurlaubt und dann gefeuert worden, weil sie was? Weil sie sich für Frauen am Theater eingesetzt hat, die während ihrer Arbeit übergriffig traktiert oder erniedrigt wurden. Dass das kein Hirngespinst, sondern Realität war, zeigt schon die Konsequenz, die der Stadtrat zog – nämlich den Generalintendant Guy Montavon wegen „Rechts- und Regelverstöße“ von der Spitze des Theaters – sprich der Werkleitung – abzuberufen.

Mary-Ellen Witzmann hat also dieses Jahr die Frauentagsfeier nicht zu organisieren. Sie erhält aber auch von Andreas Bausewein keine Rose und auch nicht das obligatorische Glas Sekt.

Vielleicht denken heute Frauen in Erfurt auch genau daran, wenn sie auf den Frauentag anstoßen. Und bestenfalls auch Männer.

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