Das Gespräch mit einem Güterichter sollte die letzte Chance ausloten, ob sich die Stadt mit Oberbürgermeister Andreas Bausewein an der Spitze und die fristlos gekündigte frühere Gleichstellungsbeauftragte Mary-Ellen Witzmann noch außergerichtlich einigen können. Die mögliche Einigung am Donnerstagmittag aber ist gescheitert, so bestätigen beide Seiten.

Langes, sachliches Gespräch mit einem Güterichter

Wie Witzmanns Rechtsanwalt Markus Golz auf Anfrage sagt, habe es ein langes, sachlich geführtes Gespräch gegeben. Über das allerdings am Ende die absolute Vertraulichkeit vereinbart wurde. Die Stadt habe dabei auch darauf gedrängt, dass auch über die Personen, die die Stadt dabei vertreten haben, keine Informationen gegeben werden.

Auch interessant

Christoph Bimböse, Referent von OB Bausewein, bestätigt diese Vereinbarung und könne aus dem Grund auch keine weiteren Auskünfte geben. Somit bleibt allerdings auch verborgen, ob bei diesem Termin erstmals Bausewein oder auch Kulturdezernent Tobias Knoblich persönlich sich dem Thema bzw. der Auseinandersetzung gestellt haben. Vor Gericht waren stets die Rechtsamtsleiterin Nicole Kühnert und die Rechtsanwältin aufgetreten.

Völlig überraschend sagt Bimböse aber gegenüber dieser Zeitung, dass es in den vergangenen Wochen aber mehrere Gespräche zwischen beiden Seiten gegeben habe. Das hatte die Stadt bisher komplett im Dunklen gelassen, als die Frage stand, ob und wann Andreas Bausewein seine Ankündigung erfüllt, mit Mary-Ellen Witzmann zu reden. Ob bei den Gesprächen allerdings Bausewein und die Ex-Gleichstellungsbeauftragte zusammentrafen, darüber hüllte Bimböse wieder den Mantel des Schweigens.

Am 12. Juni steht entscheidende Verhandlung am Gericht an

Am 12. Juni steht nun der Arbeitsgerichtstermin in Sachen Witzmann gegen die Stadt Erfurt an. Es geht um die mehrfach und schließlich ausgesprochene fristlose Kündigung der Gleichstellungsbeauftragten. Diese hatte Vorwürfe des Machtmissbrauchs und sexueller Übergriffe gegenüber die Zeitung bestätigt. OB Bausewein wirft ihr dabei Dienstvergehen vor, was zu einem kompletten Vertrauensverlust geführt habe. Mary-Ellen Witzmann äußert sich wegen des Arbeitsgerichtsverfahrens seit Wochen nicht zu der Thematik.

Mehr zum Erfurter Theater