Die Polizei hat nun bekannt gegeben, dass der jugendliche Tatverdächtige nach seiner Festnahme am Dienstag zunächst einer Kinder- und Jugendpsychiatrie zugeführt wurde. „Dort wurde nach fachkundiger Beurteilung keine Fremdgefährdung festgestellt“, so Polizeisprecher Denny Schlee. Der Schüler sei daraufhin wieder an seine Eltern übergeben worden.

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„Neben der strafrechtlichen Aufarbeitung des Vorfalls steht die Polizei mit den städtischen Behörden im Austausch, um das weitere Vorgehen zu beraten“, so die Polizei weiter.
Was war passiert?
Die Gemeinschaftsschule 8 „Otto Lilienthal“ in der Mittelhäuser Straße bleibt bis Freitag geschlossen. Das entschied die Schulleitung. Anlass ist eine, so die Polizei „Bedrohung zum Nachteil einer Erfurter Schule“. In einem Schreiben der Schulleitung an die Eltern, das in der Nacht zu Mittwoch über die Schul-App verschickt worden war, heißt es: „Aufgrund einer Bedrohungslage (Amokdrohung) müssen wir die Schule morgen schließen.“ Zunächst war nur von Mittwoch die Rede, im Laufe des Tages wurde entschieden, bis Freitag die Kinder Zuhause zu lassen. In der ersten Mitteilung an die Eltern hieß es weiter: „Bitte gewährleisten Sie die Betreuung Ihres Kindes und schicken Sie es nicht in die Schule!“
Laut Polizei soll ein namentlich bekannter Schüler gegenüber mehreren Mitschülern mit der Begehung von Gewalttaten gedroht haben. „Daraufhin kam es Dienstagabend zu einem polizeilichen Einsatz. Mit richterlichem Beschluss wurde die Wohnung des Schülers durchsucht und der Tatverdächtige vorläufig festgenommen“, sagte Denny Schlee am Mittwochmorgen. „Dabei wurden keine Waffen oder andere verdächtige oder gefährliche Gegenstände aufgefunden. Der Tatverdächtige wurde im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen an seine Eltern übergeben.“
Für die Beamten ist er kein Unbekannter. Es laufen weiterhin polizeiliche Ermittlungen, hieß es am Mittwochnachmittag. Ein Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten sei eingeleitet worden.
Bombendrohungen im Januar
Erst vor einem knappen Monat waren Bombendrohungen am Gutenberg-Gymnasium und an der Moritzschule eingegangen. Die Polizei war an beiden Orten im Einsatz und durchsuchte die Gebäude und umliegenden Areale. In beiden Schulen sei nichts gefunden worden, teilte die Polizei damals mit. An beiden Schulen habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Schüler oder Lehrer bestanden.
Am 16. Januar hatte es gegen die Evangelische Gemeinschaftsschule in der Eugen-Richter-Straße eine Bombendrohung gegeben. Das war bereits der dritte Fall in diesem Jahr in Erfurt. Die Schule wurde evakuiert, gefunden wurde nichts.
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