Das Haus ist voll, im Foyer tummeln sich Menschen aus Erfurt, sogar Gäste aus Dresden sind vor Ort. Das hört man nicht häufig, wenn es um Geschichtsmuseen geht. Dass das möglich ist, hat am vergangenen Wochenende das Haus gezeigt, von dem viele Erfurter es wohl am wenigsten erwartet hatten.

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Kaum stand die Schau zu DDR-Garagen auf dem Jahresplan der Ausstellungen der städtischen Häuser, war das Thema in aller Munde. Allein ein Blick in den Pressespiegel zeigt, dass es das Volkskundemuseum locker mit der ebenfalls viel beachteten Nerly-Schau im Angermuseum aufnehmen kann.

Auch die Finissage am vergangenen Samstag war sehr gut besucht. Und wo viele Menschen zusammenkommen, wird geredet: Soll ein Museum, das offensichtlich auch Publikum anlocken kann, wirklich geschlossen werden? Das historische Gebäude an sich, das Areal mit der Freifläche im Hof und die Anbindung an das Pfründnerhaus erzählen ihre Geschichte schließlich für sich und unabhängig von Exponaten. Also so, wie es das neue Museumskonzept, das die Geschichtsmuseen grundlegend umkrempeln sollte, vorsieht.

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Da der Brei auch in Erfurt nie so heiß gegessen wird, wie er gekocht wird, steht das Thema Volkskundemuseum aktuell nicht mehr ganz oben auf der Liste der Bedrohungen der Erfurter Kulturszene. Umso mehr ist die Resonanz auf die ambitionierte, aber dennoch außenwirksame Garagen-Ausstellung eine Sache, die auch denen zu denken geben sollte, die das Potenzial des für seine kreativen Ansätze bekannte Haus vielleicht doch unterschätzt haben. Zumindest war der Satz „Endlich wird Alltagsgeschichte ins Museum geholt“ in den letzten Jahren bei weitem nicht so oft zu lesen, wie im Gästebuch des Volkskundemuseums.