Mittwochs ist Orgeltag. Samuel Huhn, seit Jahresbeginn Kantor der Predigerkirche Erfurt, hat von seinem Vorgänger Matthias Dreißig gern die Aufgabe übernommen, die Orgelkonzertreihe in der Predigerkirche fortzusetzen. Es ist die mittlerweile 48. Folge, für die er ein Programm zusammengestellt hat, das Organisten aus ganz Europa nach Erfurt führt. Los geht‘s am Mittwoch, 21. Mai, wenn Studierende der Hochschule für Kirchenmusik Halle und Martin Groß aus Frankfurt das Eröffnungskonzert gestalten.

Sohn einer Kirchenmusiker-Familie

Ein bisschen aufgeregt sieht Samuel Huhn der Konzertreihe entgegen. Ansonsten fühlt sich der 27-Jährige gut angekommen in Erfurt. „Es ist ein wunderbarer Ort, um zu arbeiten“, sagt Huhn, der zuvor schon in der Reglerkirche als Organist zu erleben war. Aber nicht nur an der Orgel haben die Gemeinde und Konzertfreunde den jungen Mann bereits erlebt: Der bei Marburg geborene Sohn einer Kirchenmusiker-Familie hat auch schon eine Arie aus der Johannespassion in der Predigerkirche gesungen. Und wenn er nicht Orgel oder Tuba spielt, studiert er klassischen Gesang, was ihm seine 50-Prozent-Kantorenstelle zeitlich möglich macht.

Auf ein Lieblingslied an der Orgel will sich Kantor Huhn indes nicht festlegen: „Da gibt es einfach zu viele“, sagt er lachend. Dass zu seinen Lieblingskomponisten Johann Sebastian Bach zählt, ist in Thüringen unvermeidlich. Aber auch Werke Max Regers stehen für Huhn ganz oben auf der Liste.

Raum und Klang der Predigerkirche locken

Für die Programmgestaltung der Konzertreihe hat er einige Kontakte zu Organisten vom früheren Kantor übernommen, aber auch das eigene Netzwerk aus dem Studium in Weimar stützt das Programm, das jeden Mittwoch bis zum 24. September jeweils um 20 Uhr beginnt. Aus Italien, England und den Niederlanden kommen beispielsweise Gäste, die einmal in der besonderen Atmosphäre von Raum und Klang in der Predigerkirche an der Schuke-Orgel spielen wollen. Huhns Professor für Kirchenmusik, Martin Sturm, ist ebenfalls auf der Liste der konzertierenden Organisten zu finden.

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Aber auch Samuel Huhn selbst wird zu erleben sein an den Tasten und Pedalen. Einmal sogar mit familiärer Unterstützung: Am 2. Juli wird ihn sein Bruder Benedikt Huhn an der Posaune begleiten. Amtsvorgänger Dreißig, in dessen Fußstapfen Huhn in der Predigergemeinde getreten ist, indes fällt in der Reihe aus der Rolle: Ausnahmsweise an einem Sonntag, 8. Juni, und nicht wie üblich mittwochs werden er und Undine Dreißig das Programm „Mezzosopran und Orgel“ zur Franz-Liszt-Biennale Thüringen 2025 gestalten. Alle Programmpunkte gibt es unter der Adresse: www.kirchenmusik-erfurt.de/veranstaltungen