Am 8. Mai findet zum sechsten Mal die Aktion „Gold statt Braun“ in Erfurt und weiteren Städten in Thüringen statt. Diese Initiative knüpft an den 80. Jahrestag der Befreiung vom deutschen Nationalsozialismus an. Initiatoren von „Gold statt Braun“ in Erfurt sind „Die Vielen“ Erfurt – Kunsthaus Erfurt und die Ständige Kulturvertretung Erfurt (SKV). Auch die Erfurter Museen und der Erfurtkultur-Laden am Fischmarkt beteiligen sich erneut an der Aktion.

Band für Vielfalt, Respekt und Toleranz

Zum 80. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus soll ein goldenes Band für Vielfalt, Respekt und Toleranz durch Erfurt geknüpft werden und ein gemeinsames Zeichen gegen das Vergessen, Hass und Hetze, Antisemitismus und Diskriminierung setzen – für ein freies, demokratisches Miteinander, für kulturelle Vielfalt und gesellschaftliche Verantwortung. Das Symbol sind die goldenen Rettungsdecken, die überall in der Stadt zu finden sein werden.

Angermuseum
Das Angermuseum beteiligt sich an der Aktion zum 8. Mai "Gold statt braun". © Stadtverwaltung Erfurt | Dirk Urbban

„Aktuell ist es wichtiger denn je, Haltung zu zeigen, Widerstand zu leisten und sich klar zu den Werten einer offenen Gesellschaft zu bekennen“, fordert die SKV zur Teilnahme an der Aktion auf. „Angriffe auf zivilgesellschaftliche und kulturelle Einrichtungen dürfen wir nicht hinnehmen – wir müssen sie entschieden zurückweisen. Unser stärkstes Mittel bleibt eine gemeinsame, unüberhörbare Stimme aus der Zivilgesellschaft.“

Zeichen für eine tolerante Gesellschaft

Die Geschichtsmuseen mit der Alten Synagoge, der Kleinen Synagoge, dem Erinnerungsort Topf & Söhne und dem Stadtmuseum, die Kunstmuseen mit dem Angermuseum, der Kunsthalle und der Galerie Waidspeicher, das Naturkundemuseum, das Museum für Thüringer Volkskunde und auch der Erfurtkultur-Laden im Rathaus beteiligen sich von Seiten der Kulturdirektion Erfurt an der Aktion. Damit möchten sie ein sichtbares Zeichen für eine offene und tolerante Gesellschaft setzen – ein starkes Statement für die Erinnerungskultur.

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Neben dem symbolischen Goldschmuck gibt es auch inhaltliche verknüpfte Veranstaltungsformate. Beispielsweise veranstaltet der Erinnerungsort Topf & Söhne in Kooperation mit dem Erfurter Kunstverein und Hartmann Books am 9. Mai um 19 Uhr eine Buchvorstellung zu „Buchenwald. Im Dickicht vom Ettersberg“ im Kulturhaus Dacheröden. Hier sind Fotograf Christian Rothe und der Herausgeber Günter Jessoneck anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald im Gespräch zum Buch. Um Anmeldung an info@erfurter-kunstverein.de wird gebeten.

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Kunstausstellung und Falten goldener Kraniche

Die aktuelle Ausstellung der Künstlerinnen Kathleen Böttcher und Anna Kant im Erfurtkultur-Laden im Rathaus beschäftigt sich inhaltlich ebenfalls mit „Gold statt Braun“. Interessierte können sie am 8. Mai zwischen 9 und 12 Uhr vor Ort besichtigen oder zu jeder anderen Zeit durch die großen Schaufenster.

Goldene Kraniche
Goldene Kraniche werden zum 8. Mai gefaltet.© VBK Thüringen | Eva Becher

Im Rahmen der deutsch-französischen Gemeinschaftsausstellung Le Voyage Amical und als Beitrag zu Gold statt Braun findet am Nachmittag des 8. Mai ab 15 Uhr in der Galerie im Haus zum Bunten Löwen auf der Krämerbrücke eine Aktion der Schmuckkünstlerin Ute Wolff-Brinckmann statt. Zusammen mit den Besuchern wird die Künstlerin goldene Kraniche falten. Der Kranich gilt in Japan als Symbol für den Frieden und steht für ein langes Leben und Gesundheit. Mit der Aktion möchte die Goldschmiedin im Rahmen der deutsch-französischen Gemeinschaftsausstellung ein goldenes Zeichen setzen für eine Verständigung zwischen den Nationen – ein Thema, das auch in verschiedenen Schmuckarbeiten der Ausstellung aufgegriffen wird.

red/fk