Es ist der Dom. Immer wieder. Wer sich als Kunstschaffender mit Erfurt auseinandersetzt, scheint an diesem markanten Stadtmotiv nicht vorbeizukommen. Der Blick in die Mappen und Sammlungen der bisher bekannten Künstler zeigt zwar auch andere Bilder, doch zwischen den typischen Altstadtgassen und der Krämerbrücke schauen überall Dom und Severi hervor. Wie vielseitig das trotz des gleichen Motivs aussehen kann, zeigen die Stücke, die unsere Redaktion nach einem Leseraufruf von zahlreichen Erfurtern erhalten hat.

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Wir haben zehn Erfurter Künstlerinnen und Künstler vorgestellt, die sich in ihrem Schaffen mit der Landeshauptstadt auseinandergesetzt haben. Während Johannes Gräbner auch im Rieth unterwegs war, haben unter anderem Uta Hünniger, Julia Sophia Neundorf und Erich Enge das Stadtwahrzeichen auf Leinwand oder Papier verewigt.
Hier die Kunstwerke und Künstler, die uns von Lesern geschickt wurden:
Zeichnung von Hans-Dieter Paul

Unsere Leserin Connie Braun aus Erfurt hat uns auf Zeichnungen ihres Vaters, Hans-Dieter Paul, hingewiesen. „Er ist Hobbyzeichner und hat in den letzten Jahrzehnten viele Bilder von Erfurt, aber auch ganz Thüringen gemalt und gezeichnet. Es wurde sogar ein Buch mit seinen Zeichnungen gedruckt. Wir suchen immer wieder auch nach Möglichkeiten, die Bilder in einer Ausstellung zu zeigen, besonders in Erfurt gestaltet sich dies schwierig“, schreibt sie dazu.
Aquarell von Andrea Winter

Andrea Winter zeigt uns ein selbstgemaltes Aquarell, ebenfalls mit einer Szene vom Domberg. Dem realistischen Bild hat sie noch ein wenig Stadtgrün hinzugefügt.
Fineline von Manfred Aurich


Der Künstler Manfred Aurich hat sich kurzerhand selbst per Mail in den Ring der Erfurter Künstler geworfen und unsere Redaktion auf seine Werke hingewiesen. Der Blick in die virtuelle Mappe zeigt, dass hier ein Profi am Werk ist. Mit Faserstiften arbeitet der studierte Kunstwissenschaftler und Germanist so detailreich, dass seine Bilder beinahe wie Drucke wirken. Zu seinem Repertoire gehören unter anderem Zeichnungen vom Dom und der Georgenburse.
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Aquarelle und Isometrien von Jürgen Pretzsch


Der Grafiker Jürgen Pretzsch zählt ebenfalls zum Kanon jener Erfurter Künstler, die sich sehr eingehend mit der Stadt selbst beschäftigt haben. In umfassenden Isometrien – eine Art räumliche Projektion, die in der Architektur gebraucht wird – hat er oft die Landeshauptstadt aus der Vogelperspektive verewigt. Und das in maßstabsgetreuen Zeichnungen der einzelnen Bauten.

Unser Leser Albert Kreuter hat unsere Redaktion per Mail auf die Aquarell-Arbeiten des 2014 verstorbenen Jürgen Pretzsch hingewiesen, die den Dom in zwei Variationen zeigen: Einmal in abstrahierter Form mit Jahrmarktkulisse, und einmal in einer stimmungsvollen Nachtszene. „Er hat sich mit der Stadt Erfurt befasst und verdient es unbedingt, nicht vergessen zu werden“, merkt Albert Kreuter an.
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Zeichnungen von Alfred Görstner


„Für einen weiteren Beitrag würde ich Sie gern auf die vielfältigen Bildmotive aus der Erfurter Altstadt von Alfred Görstner hinweisen“, meldet sich unser Leser Nils Metzler zu Wort. „In den letzten Jahren hat er sehr ansprechende Werke von besonderen Blickbeziehungen aus dem Stadtbild geschaffen“.

Die Werke des in Weimar lebenden Künstlers beschäftigen sich immer wieder mit Stadtbildern und Landschaften. Dabei sieht man den Bildern zumeist auch den zweiten Beruf Görstners an: Der Bauhaus-Absolvent ist nämlich Architekt.
Historische Malerei von Walter Corsep

Der Maler Walter Corsep findet immer wieder Erwähnung, wenn es um Kunstmotive mit Erfurt-Bezug geht. Die Werke des 1944 in Erfurt verstorbenen Offiziers und Kunstmalers befinden sich heute hauptsächlich in Stadtmuseen, wie dieses Beispielwerk, das den alten Bahnhofsturm (später Reichsbahndirektion) im Jahr 1847 zeigt.
Holzschnitte von Ingrid Jeczmionka & Co.


Sie kommen aus verschiedenen Gründen viel zu kurz – doch natürlich gibt es auch Frauen, die sich künstlerisch mit ihrer Stadt auseinandersetzen. So Angelika Landmann, Ingrid Jeczmionka, Brigitte Jäger und auch Annegret Wagenbret, die einst einige ihrer Holzschnitte in der St. Dionysius-Kirche in Möbisburg ausgestellt haben.

Die Motive der Drucke haben die Erfurterinnen im Sommer im Freien skizziert. Im Winter wurden die Druckstöcke erarbeitet. Auf diese Weise sind beispielsweise der Blick durch die Stiftsgasse, die Hermannsbrücke und der Blick auf den Turm des Augustinerklosters entstanden.
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