Die Zeit ist denkbar knapp: Innerhalb von drei Wochen sucht die Erfurter Kulturdirektion jemanden, der einem schon auf der Kippe stehenden Prestigeprojekt neues Leben einhauchen soll. Gesucht wird ein Projektassistent oder eine Projektassistentin, die die Vergabe der neuen Ausstellungsräume in der Defensionskaserne organisiert. Arbeitsbeginn: 1. Oktober, vorerst ist die Honorarstelle befristet bis zum Jahresende. Dass die Ausschreibung sogar per Pressemitteilung gestreut wird, zeigt: Die Kulturdirektion hat es eilig. Schließlich setzt sie um, was der Stadtrat bereits in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause beschlossen hat.

Kulturdirektion darf weiter planen

Lange war das Konzept für die neue Pop-Up-Ausstellungshalle der Stadt auf dem Petersberg unklar, so nebulös gar, dass der Stadtrat alle weiteren Planungen und Gelder für das Projekt gestoppt hatte. Da war klar, dass die Räume in der Defensionskaserne bereits angemietet, aber noch gar nicht nutzbar waren. Nötige Umbauten sollten weitere sechsstellige Beträge verschlingen. Im Juni wurde ein Kompromiss gefunden: Die Stiftung „Welt der Versuchungen“ soll die Räume als Untermieter vorerst nutzen, bis die Pop-Up-Pläne konkreter werden, die Kulturdirektion darf die Planung weiter vorantreiben.

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Viele Aufgaben kommen auf Projektassistenz zu

Dem künftigen Projektassistenten dürften wichtige Weichenstellungen zufallen. Bewerberinnen oder Bewerber sollen Berufserfahrung im Projekt- oder Kulturmanagement haben, sie sollen in der Lage sein „innovative und experimentelle Projekte zielstrebig voranzutreiben“. Sie sollen Ausstellungsformate entwickeln, Bewerbungsrichtlinien erarbeiten, die Funktionsfähigkeit der Räume gewährleisten, das Feedback von Ausstellern und Publikum auswerten können.

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Noch ist unklar, ab wann das Ausstellungskonzept tatsächlich umgesetzt werden soll. Vorerst wird die Stiftung „Welt der Versuchungen“ am 23. Oktober hier eine Ausstellung eröffnen, sie soll bis zum 16. Januar gezeigt werden. Die Stiftung will künftig in einen prominenten Neubau am Huttenplatz ziehen, sucht bis dahin immer wieder temporäre Ausstellungsflächen.

red