Es trifft mal wieder das Museum für Thüringer Volkskunde. Wen auch sonst, liegt einem beinahe auf der Zunge, denkt man an das stete Sägen an der Existenz dieser städtischen Sammlung in den letzten Jahren. Sicher, Personal vom Museum abzuziehen, um ein anderes zu retten, ist erstmal kein Todesurteil. Aber ein Abschied auf Raten, den es zu hinterfragen gilt.
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Schäden werden langfristig sichtbar
Museen haben ihren Namen erst dann verdient, wenn mit den Beständen gearbeitet wird. Diese Grundfeste wird dem Volkskundemuseum ab November verwehrt. Die Sammlung kann zwar – wenigstens das – weiterhin besichtigt werden, aber Führungen und Sonderschauen sind nur einige Dinge, die es nicht mehr geben wird. Und deren Fehlen dem Haus ironischerweise später vorgeworfen werden kann, wenn die Besucherzahlen über Fortbestand oder Schließung entscheiden sollten.
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Die Alte Synagoge ist wichtig, keine Frage. Aber die „Strahlkraft“ des Unesco-Welterbes darf nicht zum Vorwand werden, anderswo das Licht auszuknipsen. Kulturdezernent Lars Bredemeier spricht von „Umorganisation“. Man kann es aber auch als schleichenden Kahlschlag sehen. Die Personal-Verlegung kann schnell zu einer bequemen Ausrede mutieren, das Museum in einem schleichenden Prozess zu schließen. Erst wenn auf die „Behelfslösung“ eine echte Strategie folgt, alle städtischen Museen mit Personal zu versorgen, lässt sich dieser Vorwurf ausräumen. Wenn die Stadt das Haus noch nicht abschreibt, ist es an Bredemeier, Einsatz zu zeigen.
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Bis die Personalknappheit ausgebügelt wird, ist das Volkskundemuseum auf Standby. Hoffen wir, dass der Schalter nochmal umgelegt wird.





