Der Schreck nach der Spray-Attacke auf Erfurts „Bernd das Brot“ sitzt noch tief und sorgte überregional für Aufsehen. Seit dem frühen Samstagmorgen geht Frank Meyer selbst ans Werk, um das geliebte Wahrzeichen von der Farbe zu befreien. Mehr als sieben Stunden schrubbte, polierte und besänftigte er den von ihm und Thomas Lindner (✝) geschaffenen Touristenmagnet.

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„Wenn die Farbe erst richtig einzieht, wird alles nur schlimmer“, erklärt er am Nachmittag und kommt nebenbei mit Umstehenden ins Gespräch. Die Entrüstung über die beschmierte Kika-Figur, die nun auch noch in einer wässrigen Silberpfütze aus bereits abgeschrubbter Farbe steht, ist groß.
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Um den Lack aus den Vertiefungen der Oberfläche aus rauem Polyesterharz zu beseitigen, muss der Bildhauer sich immer wieder verrenken. Das gehe zwar auf die Knie, aber abhalten könne es den 62-Jährigen nicht. Geeignetes Lösungsmittel – grobes Benzin – hatte er ohnehin parat. Schließlich restauriert der Erfurter aktuell auch das Sandmännchen.
Professionelle Sprayer waren wohl nicht am Werk
Die haben ja nicht mal Malerpapier hingelegt, das waren sicher keine Profis, vermutet Frank Meyer im Einklang mit den meisten Befragten. „Versetzt euch mal in Kinder rein, so eine Besudelung kann durchaus schmerzhaft sein“, führt er aus. Viele Passantinnen und Passanten zog das unfreiwillige neue Gewand der bekannten Figur dennoch an – der gewöhnliche Fotomarathon mit dem Erfurter Wahrzeichen ging unbeeirrt weiter oder nahm sogar zu. Nicht nur der silberne Bernd, auch das unermüdliche Werkeln seines Erschaffers sorgte für eine Traube aus Zuschauern. „Ich hätte gewettet, dass er irgendwo weggebracht wird“, äußerte eine Frau.
Einige Besucher sind für die beschmierte Kika–Figur sogar extra nach Erfurt gekommen. Weil eine derartige Attacke zum ersten Mal vorkam, gab es danach keinen klaren Fahrplan. „Am Wochenende dauere die Koordination der zuständigen Stellen ohnehin länger“, sagt Frank Meyer, der die Vergütung für die Reinigung im Nachgang abklärt.
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Auf den Aufruf der Kulturdirektion am Freitagabend hatten sich einzelne Freiwillige gemeldet, um zur Hand zu gehen. Aufgrund der wiederholten Regenschauer und der Zeitnot wurde aus der gemeinsamen Aktion dann doch nichts. „In den nächsten drei Stunden sollte es wieder gut sein“, sagt Frank Meyer. Er hätte sich für sein Wochenende durchaus etwas Schöneres vorstellenkönnen.
In manchen Erfurter Kreisen regt sich derweil die leise Idee, Bernd, dem Silber doch eigentlich ganz gut steht, in Zukunft noch einmal anzumalen. Aber diesmal mit Absprache, als Kunstaktion statt Vandalismus und eher nicht am Original.









