Zum 12. Alteburg-Staffellauf lädt am 13. Mai die SG Motor Arnstadt ein. Das sportliche Großereignis ist wie auch in den Vorjahren ein Benefizlauf. Die eingenommenen Spendengelder kommen in diesem Jahr einer notleidenden Familie in Armenien zugute.

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Die Veranstaltungsankündigung führte allerdings in den sozialen Medien zu unsachlichen Diskussionen, auf die die Organisatoren jetzt reagierten. Die Flüchtlingsfamilie bekäme doch reichlich Geld vom deutschen Staat, lautete eines der Argumente. Viele derer, die gegen den Zweck des Benefizlaufs schossen, hatten die Ankündigung offenbar nicht einmal gelesen.

Entscheidung für eine im Ausland lebende Familie fiel bewusst

Geholfen werden soll einer Familie, die in Armenien lebt und die dort keinerlei staatliche Unterstützung erfährt. Sie leben in einem abbruchreifen Haus, haben oft nicht einmal das Nötigste zum Leben. Das sei der Grund, warum man sich entschlossen habe, ihre Not zu lindern, so Michael Seever vom Organisationsteam.

Bergkarabach Arzach
Dieses Bild zeigt Marianna mit einer ihrer kleinen Schwestern in ihrem Haus in Armenien.© Gabi Damm | Gabi Damm

„Armenien und Aserbaidschan streiten noch heute um die Region Bergkarabach, die vollständig auf dem Gebiet von Aserbaidschan liegt, und andere Gebiete“, erklärt er. „Mit dem Erstarken Aserbaidschans durch Einnahmen aus dem Gas- und Ölexport eroberten 2023 die Aserbaidschaner in einer Blitzoffensive Bergkarabach und vertrieben weit über 100.000 Arzacher – so nennen sich die armenischen Menschen Bergkarabachs. Dabei setzten die Aserbaidschaner durch die Blockade eines Landkorridors zu Armenien auch den Hunger als Waffe gegen die Arzacher ein“, so Seever.

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Die Arzacher mussten nach Armenien flüchten. Sie erhalten keinerlei staatliche Unterstützung und müssen in teilweise jahrzehntelang leer stehenden Häusern „leben“, die nach 1990 von Russen verlassen wurden. „Die Familie Mirzabekyan teilt dieses Schicksal und ist völlig auf sich selbst gestellt. Sie versucht alles, um selbstständig den Lebensunterhalt für zehn Personen zu sichern“, weiß Seever.

Selbst die Kinder tun alles, um die Familie zu ernähren

Auch Marianna, die Tochter der Mirzabekyans, nutzt ihr Talent, das Malen, um ihren Beitrag zu leisten. Einige der Bilder stellte sie bereits in Arnstadt aus und bot sie zum Verkauf an. Ihr Bruder Ashot versuche, eine eigene Schafherde aufzubauen. Der Familienvater ist indes schwer erkrankt und ein Pflegefall.

„Umso bewundernswerter ist die Zuversicht, mit der die Mirzabekyans ihr Leben in einer fremden Umgebung meistern wollen. Die SG Motor Arnstadt mit dem Organisationsteam des Alteburg-Staffellaufs möchte diese tolle Einstellung unterstützen und führt deshalb den 12. Alteburg-Staffellauf als Benefizlauf für Marianna und ihre Familie durch“, sagt Seever.

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„Wir als Organisatoren sind uns bewusst, dass es auch in Deutschland viele Menschen gibt, die auf Hilfe angewiesen sind. In den vorangegangenen elf Staffelläufen seit 2013 konnten wir mithilfe von mehr als 1500 Läuferinnen und Läufern deshalb Organisationen, gemeinnützige Vereine und Privatpersonen aus unserer Region jeweils mit den Spendengeldern in einer Gesamtsumme von über 20.000 Euro unterstützen“, so Seever.

„Es ist uns bewusst, dass durch solche Aktivitäten, die Welt nicht gerettet wird. Aber wenn für zehn Menschen, die es wirklich schwer haben, ein Lichtschein für einen Moment ihr Leben erhellt, wäre das für alle Beteiligten ein befriedigendes Gefühl. Die SG Motor Arnstadt hofft auf zahlreiche Unterstützer, die dieses Gefühl teilen wollen.“

red