- Bad Frankenhausen ehrt bald einen der bedeutendsten Söhne der Stadt
- der Dichter Justus Friedrich Wilhelm Zachariä wurde vor 300 Jahren geboren
- gefeiert wird an der längsten Kaffeetafel der Stadt
Nicht die längste Kaffeetafel der Welt, wohl aber die längste Kaffeetafel in Bad Frankenhausen (Kyffhäuserkreis) erwartet am 20. Juni in der Kurstadt eine kuchen- und kulturhungrige Gästeschar. Von 14 bis 19 Uhr soll sie sich zwischen Anger und Marktplatz durch die Kräme schlängeln – nach den Vorstellungen der Organisatoren am liebsten über 300 Meter.

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Denn am 1. Mai 1726, also vor genau 300 Jahren, wurde in Frankenhausen der Dichter Justus Friedrich Wilhelm Zachariä (+1777) geboren, einer der bedeutendsten Söhne der Stadt. Und die Kaffeetafel zum Gedenken an den Literaten soll nicht nur viele Menschen in der Innenstadt zusammenführen, sondern auch den Fabeln gehören und damit einem literarischen Genre, dem sich Zachariä in besonderer Weise verschrieb. Eine „Fabelhafte Kaffeetafel“ gewissermaßen.
Fabelhafte Tage: Zachariä-Jahr startet mit Ausstellung
„Es ist eine schöne Gelegenheit, Fabeln wieder einmal ins Licht zu rücken, die oft in Vergessenheit geraten sind. Fabeln machen großen Spaß und ihre belehrende Moral ist bis heute aktuell“, sagt Erna Michael, Mitglied des Fördervereins der Kur- und Stadtbibliothek, die Zachariäs Namen trägt. Die 88-Jährige leitete viele Jahre die Bibliothek und wurde für ihr unermüdliches Engagement um die Förderung des Lesens mit dem Ehrenamtspreis 2026 der Stadt geehrt.
Nun gehört sie zu den Ideengebern für das „Zachariä-Jahr“, das am 18. Juni mit einer Ausstellung im Regionalmuseum eröffnet wird. Fördervereinsvorsitzender Norbert Bagschik ist ebenfalls mit im Boot – in barocker Kleidung und Perücke wird er den Dichter verkörpern – und in Gestalt des Künstlers Janek Müller ziehen auch die Frankenhäuser Festspiele mit. „Fabelhafte Tage“ nennt sich das Event.
Kaffeetafel lädt mit Lesungen und Musik ein
Die lange Kaffeetafel würde dem Dichter vermutlich gut gefallen. „Von Goethe als unterhaltsamer Tischgeselle geschätzt, soll Zachariä eine große Leibesfülle besessen haben“, erzählt Norbert Bagschik. Willkommen ist am 20. Juni jeder, je mehr, desto besser. Für die Unterhaltung der Kaffeegäste sorgen Fabel-Lesungen, das Musikprojekt „Z“ von Kantorin Laura Schildmann zusammen mit Musikerinnen und Musikern aus der Region, der Kinderchor unter der Leitung von Lorett Sachs und Angela Schröter sowie eine Puppenparade zu Zachariäs Werk „Verwandlungen“.
Tische und Tischdecken seien ausreichend vorhanden, ebenso Geschirr. Dass wie vor Jahren jeder sein eigenes Gedeck mitbringt, ist nicht im Interesse der Veranstalter. „Dann bleiben die Leute wie angeklebt sitzen und trauen sich nicht fort. Dabei sollen sie herumlaufen und sich hin und her bewegen“, so Müller. Für den Kuchen werden voraussichtlich die ortsansässigen Bäcker sorgen. Wer daheim gern bäckt, dürfe aber auch gern einen Kuchen mitbringen.
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Die beiden Gästeführer Petra Wäldchen und Andreas Dienemann werden im Halbstundentakt Führungen „Frankenhausen zur Zeit Zachariäs“ anbieten. Und wer „standesgemäß“ an der Kaffeetafel Platz nehmen will, der kann sich den 19. Juni im Kalender anstreichen. „An diesem Tag veranstalten wir im ehemaligen HO-Kinderkaufhaus einen Fabel-Workshop, bei dem wir auch Perücken basteln werden aus Papier, berichtet Müller. Und wer zur Kaffeetafel zudem noch im barocken Kostüm erscheint, für den stellen die Veranstalter eine Überraschung in Aussicht.




