Unzufrieden blickt René Fullmann, Fraktionschef der CDU im Kreistag von Nordhausen, auf die gegenwärtige Wirtschaftspolitik in der Region. Dem Landrat Matthias Jendricke (SPD) wirft er „mangelnde Impulse“ vor. „Seit Jahren können wir beobachten, dass unsere Region bei der Förderung ihrer Wirtschaft hinterherhinkt“, beklagt Fullmann. „Das liegt allerdings nicht nur allein an unserer Kreisstadt.“

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Die Ergebnisse einer aktuellen Studie würden dies zeigen. Laut CDU gelte es nun, kritisch in beide Richtungen zu schauen: „Da müssen Stadt und Landkreis ihre Hausaufgaben machen.“ Jetzt mit dem Finger nur auf die Verantwortlichen in der Stadt Nordhausen zu zeigen, sei „schlichtweg unfair“.
Statt immer nur gegen die Stadt zu schießen, sollte der Landrat zeigen, dass er Wirtschaftsförderung kann.
René Fullmann, Fraktionschef der CDU im Kreistag
Fullmann sagt: „Auch wir haben in der Vergangenheit nicht immer alles richtig gemacht.“ Nordhausen müsse aus seiner Sicht als künftiges Oberzentrum gestärkt werden. „Das geht nur gemeinsam auf Augenhöhe und nicht mit Vorwürfen.“
Der Landkreis spiele in der Wirtschaftsförderung eine zentrale, koordinierende und unterstützende Rolle. Auch in Zukunft müsse das Landratsamt als Lotse eine Schlüsselrolle einnehmen, um alle Akteure an einen Tisch zu holen, fordert Fullmann. Was jedoch nicht geht, sei der Versuch, „in eine kommunale Selbstverwaltung einzugreifen und selbst diese Aufgaben gänzlich übernehmen zu wollen“.
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Die Anstrengungen als CDU-Fraktion, die Kommunen durch eine Entlastung bei der Kreis- und Schulumlage zu unterstützen, fanden im Kreistag keine Mehrheit. Für die Stadt Nordhausen bedeutet das allein im Jahr 2025 eine Mehrbelastung von 400.000 Euro. „Das ist Geld, das an anderen Stellen fehlt“, betont Fullmann.
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Kreiseigene Projekte in Nordhausen – wie das frühere Sozialgerichtsgebäude (Am Alten Tor 8), der Bau der Mensa am Humboldt-Gymnasium, das ehemalige Gaswerk oder der Albert-Kuntz-Sportpark – werden nicht zu Ende gebracht oder ziehen sich über Jahre hin. „Die einzige sichtbare Wirtschaftsförderung besteht derzeit im Bau des Prestigeobjektes Harzer Hexenbesen in Rothesütte. Das reiche nicht aus, um den Wirtschaftsstandort Nordhausen zukunftsfähig aufzustellen“, erklärt Fullmann.
Der Landrat habe in den vergangenen Jahren „keine Impulse für eine gezielte Wirtschaftsförderung gesetzt und auch keine erfolgreichen Gespräche mit dem Land Thüringen und der Landesentwicklungsgesellschaft geführt“, kritisiert Fullmann, „etwa für Ansiedlungen im Industriegebiet Goldene Aue beziehungsweise in anderen Gewerbegebieten in unserem Landkreis“.
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Zudem bemängelt er, dass ein Konzept zur Förderung innovativer Industriezweige und zur Attraktivitätssteigerung des Landkreises für Unternehmen komplett fehlt. Darüber hinaus komme die Erneuerung der Bildungsinfrastruktur nur schleppend voran, und es gebe keinerlei Bestrebungen, interessante Berufsschul- und Ausbildungszweige – etwa die Meisterausbildung – nach Nordhausen zu holen. Auch die Studiengänge an der Hochschule müssten enger am lokalen Wirtschaftsstandort gekoppelt oder ausgerichtet werden.
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„Statt immer nur gegen die Stadt zu schießen, sollte der Landrat zeigen, dass er Wirtschaftsförderung kann – vielleicht selbst als Oberbürgermeister in seiner Heimatstadt“, meint Fullmann. „Das bisherige Verhalten jedoch schadet dem Image unserer gesamten Region und bringt uns nicht voran.“ red







