Es geschah am Sonnabend in Nordhausen gegen 20 Uhr. Zwei Jugendliche schlugen eine Glasscheibe der Eingangstür des alternativen Freiraumprojektes „Green Island“ in der Hesseröder Straße ein.

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Die beiden Täter hatten offenbar am Ufer der Zorge getrunken und beschlossen, ihrem Unmut gegen Andersdenkende randalierend Luft zu machen. Ein Aschenbecher wurde im Eingangsbereich zertrümmert und eines der Fensterchen der Eingangstür eingeschlagen.
Der Lärm machte einen Anwohner auf die beiden Randalierer aufmerksam. Dieser Nachbar stellte die Jugendlichen zur Rede. Jener Junge, vermutlich etwa 16 Jahre alt, der die Scheibe eingeschlagen hatte, konnte dies schlecht abstreiten. Denn er blutete aus einem Schnitt, den er sich bei seiner Tat zugezogen hatte. Seine politische Motivation nannte er im Gespräch, trug sie aber auch ganz offen zur Schau: Ein T-Shirt mit Reichsadler (minus dem Hakenkreuz) auf Reichsflagge.
Während Bewohner der Quartiere über dem „Green Island“ als Ersthelfer den Verwundeten versorgten, half sein Freund schon einmal beim Auffegen der Scherben. Es wurde sich darauf geeinigt, dass der Schaden am besten von denen behoben wird, die ihn verursachten, und eine Verabredung zum Reparieren der Scheibe getroffen.
„Was bleibt, ist Trauer“, blickt Paul Pfeiffer vom „Green Island“ auf den Vorfall zurück. „Trauer um Jugendliche, die – angeheizt von Hassrednern – glauben, dass Gewalt wieder der Weg ist, um politisch aktiv zu sein.“ Das sei weder ein Einzelfall noch etwas Neues, betont Pfeiffer. „Eingeschlagene Schaufenster bei politischen Feinden kennen wir alle aus dem Geschichtsunterricht.“ Was darauf folgte, scheint verdrängt worden zu sein.
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Paul Pfeiffer meint: „Die Sorge darum, wo es junge Menschen hinzieht, die von Erwachsenen vorgelebt bekommen, dass es in Ordnung ist, rechten Rattenfängern hinterherzulaufen, hat an diesem Wochenende neue Nahrung bekommen.“ Mitten in der Stadt Nordhausen. red




