Unter dem Motto „Bildung endet nicht mit dem Schulabschluss, sondern beginnt mit dem Verstehen“ feierte die Neander-Klinik Harzwald ein außergewöhnliches Jubiläum: den 500. Geburtstag von Michael Neander. Er war ein Humanist, Mediziner, Pädagoge und Reformator, dessen Wirken das Schulwesen in Ilfeld und weit darüber hinaus nachhaltig geprägt hat.

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Das Fest verband kulinarische Genüsse aus der Küche der Neanderklinik, Musik, Theater, Vorträge und persönliche Begegnungen zu einem lebendigen Gesamterlebnis, das Vergangenheit und Gegenwart eindrucksvoll miteinander verknüpfte. Moderiert wurde der Tag vom Nordhäuser Schauspieler Matthias Mitteldorf, der mit Charme und Sachverstand durch das Programm führte.

Klinik-Geschäftsführerin Martina Röder würdigte Michael Neanders pädagogisches Erbe und betonte dessen Aktualität: Bildung sei ein lebenslanger Prozess, der weit über Schule und Beruf hinausreiche – ein Gedanke, der auch im pflegerischen Alltag der Klinik spürbar sei. Röder dankte ihrem Team und allen Mitwirkenden für die engagierte Vorbereitung und eröffnete mit Stolz den Empfang. Ein kulinarischer Höhepunkt war die „500 in Grün“-Torte, die feierlich angeschnitten wurde.
Musikalisch eröffnete ein Ensemble mit Werken von Michael Praetorius in Bearbeitung für Bratsche und Cembalo den Festakt. Es folgten Grußworte von Landrat Matthias Jendricke (SPD), Thela Wernstedt (Klosterkammer Hannover), Superintendent Andreas Schwarze und Bürgermeister Stephan Klante (parteilos), die allesamt Neanders humanistisches Vermächtnis würdigten. Aktuelles, wie der Schulneubau von Ilfeld oder das direkte Angebot der Präsidentin zur Kooperation mit der Klosterkammer, prägte die Grußworte genauso wie thematische Verknüpfungen zum Magister Neander.

Ein Höhepunkt war das Theaterstück „Neander oder die Ehre Gottes – Platzt Neander am Neanderplatz?“ unter der Leitung von Christine und Gregor Heimrich, das mit Witz und Tiefgang die historische Figur Neander in die Gegenwart holte. Im anschließenden Vortrag beleuchtete Tim Schäfer das reformatorische Schulmodell von Ilfeld und Neanders Vision von Bildung – fundiert, geistreich und historisch verankert. Es gab auch eine Fülle historischer Fakten zum Wirken Neanders schon ab 1541 im Kontext des damaligen Marienklosters Ilfeld zu erfahren.
Zudem wurde die Neander-Ausstellung eröffnet, die mit anschaulichen Materialien zur vertieften Auseinandersetzung mit Leben und Werk des Jubilars einlädt. Führungen durch die Krypta und ein Konzert des Obergebraer Zupforchesters im Park sorgten für eine besondere Atmosphäre. Bei Kaffee und Kuchen entstanden wertvolle Gespräche und neue Impulse.

Michael Neander (1525–1595), geboren als Michael Neumann, war ein Mann mit vielen Talenten: Gräzist, Schulbuchautor, Rektor und Wegbereiter der modernen Bildung und Ökonom der Macht. Als Lutheraner aus jüdischer Familie bleibt sein Leben auch ein spannendes Thema für die Forschung. Seine Vision von Bildung als Brücke zwischen Wissen und Menschlichkeit hallt bis heute in den Werten unserer Gesellschaft nach.
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Ilfeld trägt eine tiefe historische Signatur: Bereits im 13. Jahrhundert sind hier eine Krankenstation, eine Armenbetreuung sowie eine Alterswohnung für die Grafen nachweisbar – frühe Zeugnisse gelebter Fürsorge und sozialer Verantwortung. Ein symbolisches Zeichen dieser Kontinuität ist die Ewige Lampe im Park der Neanderklinik, die als stilles Denkmal für die jahrhundertelange Verbindung von Heilkunst und Mitmenschlichkeit, zu Ehren der Heiligen Maria leuchtet – und heute mehr denn je Ausdruck eines ganzheitlichen Verständnisses von Pflege, Bildung und kulturellem Gedächtnis ist. red




