Im Haus gegenüber vom Studio hat Florian Brandner gerade erst im vergangenen Jahr seine Ausbildung abgeschlossen. Seitdem arbeitet er stolz als Physiotherapeut. Daneben frönt er einem Hobby, das ganz andere Fähigkeiten von ihm fordert: Er liebt Technik und ist der Herr über Scheinwerfer, Pulte und Lautsprecher im Studio der Pro-Vita-Akademie/Stiftung Uta Triebel in Nordhausen.

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Aktuell arbeitet er an der Vorbereitung der Premiere „Mein Faust“ mit den „Silberdisteln“, die das Studio zurzeit als ihre Heimatstätte betrachten dürfen. Im vergangenen Jahr, als er die munteren Seniorenschauspieler kennengelernt hat, stand ihm beim Beherrschen der Technik noch der langjährige Leiter der Tonabteilung des Nordhäuser Theaters, Peter Wernecke, zur Seite. Doch in diesem Jahr trägt Florian Brandner für alle technischen Entscheidungen die Verantwortung allein.
Mit 17 Scheinwerfern 41 verschiedene Lichtstimmungen
Mit 41 Lichtstimmungen während der Aufführung setzt er die einzelnen Szenen ins richtige Bild, wofür ihm 17 Scheinwerfer ganz unterschiedlicher Generationen zur Verfügung stehen. Während er drei davon vom Beleuchtungspult aus ansteuern und mit ganz verschiedenen Farben versehen kann, gibt es auch zwölf, denen vor der Aufführung Farbscheiben vorgesteckt werden können, die die Pro-Vita-Akademie in etwa zehn verschiedenen Farbtönen besitzt.
Die Kunst des Beleuchters besteht nicht nur darin, die Bühne zu erhellen, sondern durch die Farbauswahl und die variable Lichtstärke eines jeden Scheinwerfers im richtigen Moment genau die Stimmung zu erzeugen, die die jeweilige Szene unterstützt.
Alles, was Florian Brandner dazu braucht, hat er in einem sehr, sehr kleinen Kämmerchen neben dem Zuschauerraum, in dem er akribische Ordnung hält. Der Außenstehende mag denken, Florian Brandner träume von einem größeren Raum oder den neuesten High-Tech-Scheinwerfern, nein, der junge Mann hätte gern einen etwas größeren Schrank, damit er die ihm anvertraute Technik noch besser präsent und einsetzbar hätte.
Für „Mein Faust“ gibt Florian Brandner alles: Alle Scheinwerfer sind – fein aufeinander abgestimmt – in den 41 Lichtstimmungen, zu denen auch noch drei Toneinsätze kommen, in Betrieb.
Das neue Stück feiert am 21. November seine Premiere
Am Freitag, 21. November, um 18 Uhr wird es dann ernst: Die Premiere von „Mein Faust“ findet statt. Noch bevor sich der Vorhang öffnet und die Schauspieler beginnen, ist der Techniker schon mitten in der Arbeit: Der Vorhang hat ein gefälliges Licht, und über die Lautsprecher erklingt eine einstimmende Musik.
Die zweite Vorstellung am Sonntag, 23. November, um 15 Uhr wird Florian Brandner wohl besonders in Erinnerung bleiben: Statt zu Hause am Kaffeetisch zu sitzen und sich feiern zu lassen, verbringt er seinen 22. Geburtstag im Kreise von Schauspielern, die mindestens dreimal so alt, einige sogar mehr als viermal so alt wie er sind.
Die weiteren Vorstellungen im Studio der Akademie in der Geschwister-Scholl-Straße 9 sind am Freitag, 28. November, um 19 Uhr, am Samstag, 29. November, um 18 Uhr sowie am Sonntag, 7. Dezember, um 15 Uhr. Die Eintrittskarten gibt es in der Nordhäuser Stadtbibliothek und an der Abendkasse.
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Wer Florian Brandner kennt, fragt sich vielleicht, was mit der Vorstellung passiert, wenn sich sein anderes Hobby mit Alarm bei ihm meldet. Denn er ist (fast notwendigerweise bei dem Namen) Mitglied der freiwilligen Feuerwehr. Er versichert, dass die Vorstellung dann trotzdem von ihm zu Ende gefahren wird. Bei der Feuerwehr springen dann andere Kameraden für ihn ein.




