• Fahrradklimatest des ADFC veröffentlicht
  • Weimar erreicht im Ranking nur den 61. Platz
  • Schon kleine Änderungen hätten große Wirkung auf Radverkehr
  • Weimars Grüne sehen auch Verbesserung

Keine nennenswerte Verbesserung konnte Weimar beim aktuellen Fahrradklimatest 2024 des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) erzielen. Weimar erreichte mit einer Bewertung von 4,0 nur Platz 61 von 113 der fahrradfreundlichsten Städte mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern. Beim letzten Test kam die Kulturstadt 2022 auf die Note von 4,2 beziehungsweise Platz 73. Zum Vergleich: Die Gewinnerstadt Tübingen erreichte die Note 2,77.

Zugeparkte Radwege sind großes Problem

In Weimar hatten 140 Menschen an der Befragung teilgenommen. Mehr als 70 Prozent davon fühlen sich beim Radfahren nicht sicher, betonte Tina Feddersen vom ADFC Weimar - Weimarer Land. „Das liegt nicht zuletzt an fehlender Infrastruktur, die das Radwegenetz schließt und Sicherheit schafft. Das gilt für die Verbindungen in die Nachbarorte, aber auch von Wohnviertel zu Wohnviertel.

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Dabei könnten nach Angaben von Tina Feddersen bereits kleine Verbesserungen helfen: „konsequente Falschparkerkontrolle gegen zugeparkte Radwege und Schutzstreifen, zum Beispiel in der Steubenstraße, mehr Tempo 30 und zufriedenstellende Lösungen für den Radverkehr an Baustellen.“

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In fünf Zusatzfragen zum Miteinander im Verkehr hätten 75 Prozent dieses als eher schlecht bezeichnet. Statt Rücksichtnahme herrsche Aggressivität vor. Über 80 Prozent der Teilnehmenden gaben an, häufig zu eng überholt zu werden. „Das Handeln von Politik und Verwaltung orientiert sich nach Auffassung der meisten Befragten zu wenig an dem Grundsatz der Vision Zero – keine Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr –, und es wird zu wenig für ein rücksichtsvolles Miteinander geworben“, so Tina Feddersen.

Fast alle nutzen sowohl Fahrrad als auch Auto

„Die Ergebnisse des Tests haben durch die breite Bürgerbeteiligung hohe Aussagekraft und können Kommunen helfen, das Angebot für Radfahrende gezielt zu verbessern“, betonte die stellvertretende Kreisvorsitzende. Denn mehr als 90 Prozent der Teilnehmenden würden laut ADFC Bundesverband sowohl das Fahrrad als auch das Auto nutzen „und bringen somit beide Perspektiven in die Bewertung ein.“

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Für die Stadtratsfraktion der Bündnis-Grünen zeige der Fahrradklimatest: „Weimar kommt trotz konkreter Verabredungen im Radentscheid zu langsam voran“, kommentierte der Vorsitzende Andreas Leps das Ergebnis. „Unsere Forderung bleibt: Alltagsradwege und vor allem sichere Schulwege müssen Schwerpunkt in der Stadtplanung werden.“

Weimars Grüne sehen auch Verbesserungen

Manches habe sich zwar verbessert, betonte er und nannte Beispiele: Mehr für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnete Einbahnstraßen, mehr Abstellmöglichkeiten, es gibt touristische Infrastruktur wie Ladestationen. „Doch das reicht nicht.“

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Nach Einschätzung von Andreas Leps würden der Stadtrat und die Stadtspitze „noch immer eine Geringschätzung des Themas Radverkehr“ zeigen. „Das unwürdige Gezerre um die Fahrradstraße Schubertstraße oder mangelhafte Sicherheit durch zu geringe Radwegbreiten tragen zu einem Klima bei, in dem sich Radfahrende zu Recht benachteiligt fühlen. Aus bei der Kontrolle von Falschparkern müsse die Stadt insbesondere beim Winterdienst handeln.

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Die zum Radentscheid getroffenen Vereinbarungen müssten zeitnah und vollumfänglich umgesetzt werden, so Leps. Zudem habe der Radverkehrsbeirat das Potenzial, die Situation in Weimar zu verbessern, wenn er von der Stadt „konsequent und ernsthaft einbezogen wird“. red