Zur AfD-Demo in Jena: Thorsten Büker über ein vorgeschobenes Grundrecht

Die AfD testet die Leidensfähigkeit der Jenaer: mit dem Hinweis auf ein Grundrecht. Und doch bleibt bei näherem Hinschauen nur die beabsichtigte Provokation übrig.

Es gäbe viele Formen des kreativen Protestes. Sie würden der Partei nicht gefallen. Schlimmer wiegt die Befürchtung, dass ihr eine Eskalation lieb wäre, ein flaschenwerfender Demonstrant ihr zupass käme, um weiterhin Politik und Märtyrertum zu frönen und unbequemen Fragen aus dem Weg zu gehen.

Am Demotag können wir Alice Weidel ohnehin nichts fragen. Also bleibt uns ein vorbereiteter Abgang erspart. Sechs Gegendemonstrationen sind angemeldet. Alice wird sich wie im Wunderland fühlen und dürfte mehrfach gebrieft worden sein, wessen Königreich sie hier eigentlich betritt.

Darum geht es: zu beweisen, dass die AfD auf dem Boden der verfassungsmäßigen Ordnung steht und Linkschaoten daran rütteln wollen.

Kreativer Protest, ja, auch das gehört zu einer Demokratie. Aber niemand sollte der AfD die Bilder liefern, die sie sich wünscht. Niemand sollte am 12. September 2017 in diese Falle tappen.

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