So mancher Urlauber dürfte seine Reisepläne angesichts des Krieges im Nahen Osten inzwischen hinterfragen. Seit Ende Februar führen Israel und die USA Angriffe gegen den Iran aus. Als Reaktion feuert der Iran Raketen und Drohnen auf US-Stützpunkte in der Region. Für palästinensische Gebiete, Israel und einige Nachbarländer hat das Auswärtige Amt Reisewarnungen herausgegeben.
Reisewarnungen gelten aktuell (Stand: 9. März) unter anderem für diese Länder:
- Ägypten (Teilreisewarnung)
- Bahrain
- Iran
- Israel
- Jordanien
- Katar
- Kuwait
- Libanon
- Oman
- Palästinensergebiete
- Saudi-Arabien
- Syrien
Vor Reisen in diese Staaten wird ausdrücklich gewarnt. Die Lufträume etlicher Länder sind gesperrt, Flüge finden unter Umständen statt.
Teilweise Warnung für Ägypten
Eine teilweise Warnung gibt es schon seit Längerem für Ägypten. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in den Norden der Sinai-Halbinsel sowie in das ägyptisch-israelische Grenzgebiet. Ausnahme stelle der unmittelbare Küstenabschnitt und der Grenzort Taba dar. „Vor Nutzung der Straße von Suez nach Taba wird ebenfalls gewarnt“, heißt es.
(Anm. d. R.: Die zuvor in diesem Artikel verwendete Formulierung konnte darauf schließen lassen, die Reisewarnung gelte für ganz Ägypten.)
Aktuelle Nachrichten zum Krieg in Nahost
Türkei: Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in Grenzregionen
Bereits zweimal soll der Iran seit Beginn des Krieges Raketen in Richtung der Türkei abgefeuert haben. Ob es bewusste Angriffe waren oder fehlgeleitete Kampfmittel, ist unklar. Für die Türkei gilt dennoch nur eine sehr eingeschränkte Reisewarnung. Sie betrifft die Grenzregionen zum Iran und Irak sowie zu Syrien.
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Zusätzlich sieht das Auswärtige Amt eine generelle Gefahr für terroristische Anschläge. „Meiden Sie größere Menschenansammlungen auch auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen sowie den Aufenthalt in der Nähe von Regierungs- und Militäreinrichtungen. Meiden Sie abgelegene Gegenden und wenig befahrene Landstraßen“, empfiehlt die Behörde allen Reisenden.

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Auch Demonstrationen im Land sowie Sanktionen gegen deutsche Touristen durch türkische Behörden könnten nicht ausgeschlossen werden. „Es gibt weiterhin Fälle, in denen deutsche Staatsangehörige willkürlich festgenommen, mit einer Ausreisesperre belegt oder an der Einreise in die Türkei gehindert werden“, schreibt das Auswärtige Amt auf seiner Seite. Dies könne wahllos jeden und jede treffen – unabhängig vom Iran-Krieg.
Urlaub ist vor allem in den Ferienregionen des Landes dennoch möglich. Reisende sollten allerdings die aktuelle Lage im Blick behalten und sich an Anweisungen örtlicher Behörden und des Auswärtigen Amtes halten.
Krieg gegen den Iran – spannende Hintergründe
Zypern: Angst vor weiteren Attacken
Das iranische Regime hat auch die Mittelmeerinsel Zypern ins Visier genommen. „Nach einem Drohnenangriff auf die britische Militärbasis Akrotiri am 2. März 2026 können weitere sicherheitsrelevante Vorfälle nicht ausgeschlossen werden“, heißt es. Die Angst vor Angriffen des Iran oder seiner verbündeten Terrormilizen im Südosten wächst. Der Iran hatte direkt damit gedroht, Zypern unter Beschuss zu nehmen. Auch Griechenland hat reagiert und F-16-Kampfjets, Luftabwehrsysteme und eine Fregatte nach Zypern geschickt. Frankreich schickt einen Flugzeugträger, Großbritannien Hubschrauber zur Drohnenabwehr sowie ein Kriegsschiff.
Eine Reisewarnung für Zypern gibt es aktuell nicht. Das Auswärtige Amt schreibt auf seiner Webseite aber, dass „weitere sicherheitsrelevante Vorfälle nicht ausgeschlossen werden“ können.
Urlauber können von bevorstehenden Reisen zurücktreten
Sofern es Reisewarnungen gibt, haben Urlauberinnen und Urlauber die Möglichkeit, von bereits gebuchten Reisen zurückzutreten. Die „Bild“-Zeitung zitiert dazu Juristin Josephine Frindte von der Verbraucherzentrale Berlin: „Zum Zeitpunkt der Rücktrittserklärung muss bereits überwiegend wahrscheinlich sein, dass die Reise nicht wie geplant angetreten werden kann.“

Sollte der Urlaub jedoch erst in den Osterferien geplant sein, warnt die Juristin davor, schon jetzt vom Vertrag zurückzutreten. „Die bloße Angst vor einer möglichen Reiseeinschränkung zum Zeitpunkt der Reise genügt nicht für einen kostenfreien Reiserücktritt“, so Josephine Frindte. Gerade beim Rücktritt von einer Pauschalreise könnten sonst Kosten entstehen.
Reiseveranstalter bieten kostenfreie Stornierungen und Umbuchungen an
Viele Reiseanbieter kommen ihren Kunden jedoch entgegen, sollten sie ihre Trips in die besagten Länder canceln wollen. Das gilt allerdings meist nur, wenn eine Reisewarnung vorliegt. Bei Zypern und der Türkei ist das nicht der Fall.
Für Länder wie Saudi-Arabien hat etwa der Reiseveranstalter Alltours alle Neubuchungen in die Vereinigten Arabischen Emirate und den Oman bis zum 7. April abgesagt. Alle Buchungen mit einem Abreisedatum bis einschließlich 8. März hat Alltours von sich auch storniert.
Ähnlich handhabt dies der Anbieter Dertour, der seinen Kunden zudem ermöglicht, Reisen für die Zielgebiete Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien, Katar, Bahrain, Oman und Jordanien kostenfrei auf ein späteres Reisedatum umzubuchen oder den vollständigen Reisepreis zurückzuerhalten.
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Bei TUI ist eine kostenlose Stornierung oder Umbuchung bis zum 8. März möglich. Reisen nach Israel wurden bis zum 15. März abgesagt. Bis zu diesem Datum können auch gebührenfrei Umbuchungen und Stornierungen vorgenommen werden. Weitere Regelungen der Reiseveranstalter hat die Fachzeitung „touristik aktuell“ zusammengetragen.











