Das Smartphone vibriert, eine WhatsApp-Nachricht vom Enkel aus dem Urlaub ploppt auf – doch wie schickt man eigentlich ein Foto zurück? Und war da nicht neulich diese Warnung vor dubiosen Gewinnspielen im Internet? Was für die Generation der „Digital Natives“, der in der digitalen Welt Aufgewachsenen, zum Alltag gehört, stellt viele ältere Menschen vor Hürden. Hier setzt der Verein Mit Medien e.V. mit seinem Herzstück, dem Projekt „Aktiv mit Medien“, an. Seit 2017 qualifizieren Anja Fischer, Sandra Harkensee und Bastian Miersch engagierte Helfer, die Senioren auf ihrem Weg in die digitale Welt begleiten.
Ein Netzwerk, das Generationen verbindet
Das Konzept ist so simpel wie effektiv: Wissen auf Augenhöhe vermitteln. Dabei geht es nicht nur um die Aneignung technischer Fertigkeiten, sondern auch um die Stärkung der Medienkompetenz und die Förderung der Kreativität im Umgang mit digitalen Medien. Das ursprüngliche Ziel des Projektes „Aktiv mit Medien“ bestand darin, Senioren dafür zu qualifizieren, ihre Altersgenossen mit den Herausforderungen der digitalen Welt vertraut zu machen. Die Wirklichkeit hat dieses Ziel modifiziert - die Medienmentoren sind keine homogene Gruppe. „Bei uns engagieren sich Rentner genauso wie Schüler und Studenten, Ehrenamtliche, Hauptamtliche oder Menschen im Nebenberuf“, erklären die Projektverantwortlichen. Ziel ist es, ein engmaschiges Netzwerk zu knüpfen, in dem Jung und Alt voneinander lernen. Seit Projektbeginn wurden rund 500 Medienmentoren qualifiziert und sind an landesweit 94 Standorten aktiv.
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Die Zahlen sprechen für den Erfolg: Rund 12.000 Senioren konnten thüringenweit allein im Jahr 2025 erreicht werden. Regelmäßig halten die Projektleiter Kontakt zu ihren Medienmentoren, bieten Weiterbildungen an, um das Netzwerk stabil zu halten. Zudem werden jährlich ca. 90 neue Mitstreiter kostenfrei ausgebildet. Wenn Senioren Unterstützung suchen, finden sie diese oft direkt vor der Haustür – sei es in Bibliotheken, Seniorenclubs oder über das Beratungsnetzwerk „Projekt Agathe“.
Medien-Cafés: Treffpunkt für Technik-Fragen
In vielen Standorten der Medienmentoren hat sich das Medien-Café als fester Anlaufpunkt etabliert. Hier treffen sich regelmäßig zahlreiche Seniorinnen und Senioren zum Austausch und Üben mit ihren Smartphones oder Tablets. Bei spezifischen Problemen mit den Geräten bieten die meisten Mentoren zudem Medien-Sprechstunden an. Nach Voranmeldung gewähren sie eine intensive persönliche Betreuung. Dabei werden Fragen beantwortet wie: Welche Apps erleichtern mir den Alltag? Wie funktioniert Online-Shopping sicher? Wie erkenne ich Kostenfallen, bevor ich klicke? Und ganz wichtig: Was muss ich für meine digitale Sicherheit unbedingt beachten?

Das „Recht auf analoges Leben“
Trotz aller Begeisterung für die digitale Teilhabe verfolgt das Projekt einen differenzierten Ansatz. Es wird explizit das „Recht auf analoges Leben“ vermittelt. Das bedeutet: Niemand darf gezwungen werden, alles nur noch digital zu erledigen. Das Projekt klärt darüber auf, dass grundlegende Dienstleistungen und soziale Teilhabe auch ohne Internet zugänglich bleiben müssen. Es geht um Souveränität – die Freiheit, sich in beiden Welten sicher zu bewegen.
Wie finde ich Hilfe?
Wer selbst Medienmentor werden möchte oder Unterstützung sucht, findet Informationen regelmäßig in den Amtsblättern der Kommunen sowie bei den regionalen Ehrenamtsagenturen. Wer von Anfang an auf digitale Informationen zugreifen möchte, findet diese hier. Das Projekt beweist: Ob in der Gruppe, im Café oder im vertraulichen Vier-Augen-Gespräch - es ist nie zu spät für den ersten Klick.





