Verbot von Bewegungsjagden ab dem 31. Dezember bis zum Folge-Herbst, Verzicht auf Nachtjagd, Jagdeinschränkungen an Wildäsungsflächen und der Ausbau von Wildruhezonen – diese Forderungen übergab der Landesjagdverband Thüringen am Samstag beim Landesjägertag in Niederorschel (Eichsfeld) an den Thüringer Minister für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten, Tilo Kummer (BSW).

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Die Maßnahmen sollen helfen, Wildtiere vor unnötigen Störungen zu schützen und eine nachhaltige, wildbiologisch begründete Bejagung sicherzustellen. „Ruhe im Revier ist im Winter oberstes Gebot. Wer Wild in dieser Phase jagdlich oder anderweitig in Bewegung versetzt, verstärkt am Ende die Schäden, die er zu verringern versucht“, erklärt der wiedergewählte Präsident Ludwig Gunstheimer.
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Zudem sprach sich der Verband gegen eine zunehmende pauschalisierte Frühjahrsbejagung von Reh- und Rotwild aus und forderte eine stärkere Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse. „Nicht die größtmögliche Effizienz sollte im Mittelpunkt stehen, sondern eine weidgerechte und an den biologischen Bedürfnissen der jeweiligen Wildart orientierte Jagd“, so Gunstheimer.
Als anerkannter Naturschutzverband bekräftigte der Landesjagdverband seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit und verwies auf das gemeinsame Luchsprojekt „Luchse vernetzen“, das von WWF und BUND getragen wird.

Ruhe im Revier ist im Winter oberstes Gebot.
Ludwig Gunstheimer, Wiedergewählter Präsident des Landesjagdverbandes Thüringen
Der Landesjagdverband bekräftigte auf dem Jägertag seine ablehnende Haltung gegenüber Windenergieanlagen in Waldgebieten. Naturschutz bedeute auch, sensible Waldökosysteme und insbesondere den Waldboden als Wasser- und Kohlenstoffspeicher zu schützen.
Die Ausweisung großflächiger Windenergie-Vorranggebiete auf Waldflächen werde deshalb kritisch bewertet. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Thüringer Jagdordnung von 1926 erinnerte Gunstheimer an die Weitsicht früherer Jagdgesetzgebung. Die Grundsätze nachhaltiger Bewirtschaftung, Hege und Verantwortung für Wildtiere seien heute aktueller denn je.
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Großes Lob gab es für die vielen ehrenamtlichen Jägerinnen und Jäger. Die drohnenbasierte Rehkitzrettung habe bereits in den ersten Wochen der diesjährigen Saison mehr als 100 Rehkitze vor dem Tod durch landwirtschaftliche Mäharbeiten bewahrt.
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„Die Jäger unterstützen uns in vielerlei Hinsicht – etwa beim Wolfsmonitoring“, sagte Umweltminister Tilo Kummer (BSW) dieser Redaktion. Wenn ein Wildtier gerissen worden sei, stelle sich die Frage, ob ein neues Wolfsterritorium entstehe. Auf diesem Gebiet hätten sich Jäger schulen lassen. „Da gibt es großes ehrenamtliches Engagement“, lobte Kummer. Neben dem Wolf werde der Goldschakal ins Jagdrecht aufgenommen, die Jagdzeiten etwa von Rehböcken und Graugänsen würden ausgeweitet, kündigte er an. Änderungen soll es auch bei der Jagdprüfung geben: „Zuletzt lag die Erfolgsquote bei reichlich 300 Teilnehmern nur noch bei 61 Prozent.“ Das müsse perspektivisch wieder besser werden.
Zudem wurde die neue Thüringer-Jagd-App vorgestellt. „Wir sind der vierte Landesverband, der seinen Mitgliedern und Interessenten eine eigene App anbietet“, erklärt Silvio Anders vom LJVT. Sie halte aktuelle Nachrichten aus Verband und Jagdpraxis, Veranstaltungshinweise und Fortbildungsangebote parat, ermögliche eine schnelle Kommunikation zwischen Verband, Jägervereinigungen und Mitgliedern und stärke die Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes, so Silvio Anders.










