Zum Beitrag „Gewaltaufruf vor AfD-Parteitag“ vom 27. Juni:

Gewalt und insbesondere Gewalt, die sich gegen Menschen richtet, ist inakzeptabel. Diesen Artikel aber auf der ersten Seite zu platzieren, schürt Angst und führt zu einer weiteren Polarisierung in der ohnehin schon aufgeheizten Debatte. Warum wird an so prominenter Stelle nicht über das für den 4. Juli geplante Demokratie-Fest berichtet, das derzeit von vielen unterschiedlichen Bündnissen, Vereinen und Kirchengemeinden vorbereitet wird und an dem sich sehr viele Menschen beteiligen? Ein wichtiger Leitgedanke der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland für diesen Tag lautet „Herz statt Hetze“. Diesen Grundsatz sollte auch die Zeitung bei der Berichterstattung berücksichtigen.
Renate Borrmann, Erfurt

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Zur Debatte um die Brandmauer:

Demokratie bedeutet „Herrschaft des Volkes“. Geheime Wahlen und die Teilnahme aller Bürger an der politischen Willensbildung gehören zu ihren Grundelementen. Dazu zählt auch, dass Wahlergebnisse akzeptiert werden. Die „Brandmauer“ gegenüber der AfD halte ich für einen politischen Fehler. Man kann Millionen Wähler nicht ignorieren; ihre Argumente müssen gehört und – wenn sie sachlich überzeugen – auch akzeptiert werden. Es ist widersinnig, wenn bei Abstimmungen nicht der Inhalt zählt, sondern allein die Frage, wie die AfD stimmt.
Was die Verfechter der Brandmauer nicht im Blick haben: Bei einer schweren Krise wird die AfD noch mehr Zulauf bekommen. Sie könnte dann argumentieren: „Das haben wir nicht verursacht – wir waren von allen politischen Entscheidungen ausgeschlossen.“
Eine Gesellschaft, die eine „Brandmauer“ errichtet, um große Teile der Bevölkerung und ihre Argumente von der politischen Willensbildung auszuschließen, untergräbt die Grundlagen der Demokratie.
Dr. Karl Hahn, Bad Salzungen

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