Zum Beitrag „Drei Viertel aller jungen Syrer und Afghanen ohne Ausbildungsabschluss“ vom 21. Juni:

Es ist wieder einmal bezeichnend, wie ein Bildungsmissstand seitens des zuständigen Ministeriums schöngeredet wird. Wenn dem Ministerium keine entsprechenden Studien vorliegen (Warum nicht? Vielleicht nicht gewollt?), stellt man das einfach infrage. Woher nimmt man dann die Dreistigkeit zu behaupten, dass fehlende Abschlüsse keinen Kompetenzmangel darstellen? Man sollte sich doch einmal daran erinnern, dass uns diese jungen Migranten als unsere Facharbeiter von morgen und für unsere Zukunft verkauft wurden. Eine reale Einschätzung ist aber anscheinend nicht gewünscht.
Schon Norbert Blüm hat mit seinem Ausspruch „Die Renten sind sicher“ 1986 gelogen. Die demografische Altersstruktur war damals schon bekannt. Alle nachfolgenden Regierungen haben das Problem ignoriert oder totgeschwiegen, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist. Ähnlich wird es mit der Bildung gehandhabt. Standards werden herabgesetzt, bis sich alle auf dem gleichen niedrigen Niveau befinden und wohlfühlen.
Bernd Aschenbach, Erfurt

Zum Beitrag „Die Empfehlungen der Alterssicherungskommission“ im Detail vom 24. Juli:

Die Empfehlungen sind zwar eben nicht im Detail ausgeführt, aber man kann sich ja anderweitig schlau machen. Hoffentlich wird das Werk nicht in den nötigen Gremien zerfleddert. Die gefühlt endlose Rentendebatte wäre Geschichte. Klug, dass mit weitsichtigen Instrumenten auch den Jungen die Angst genommen wird. Meine Enkelin wäre bei Erreichen des Renteneintrittsalters 70, kurz vor der Jahrhundertwende 100 (falls das bei Klimakatastrophe und fortschreitendem politischen Rückfall ins Mittelalter überhaupt noch relevant ist). Der gern genommene Dachdecker kann, wenn es der Körper verlangt, früher in Rente. Auch der Beamte liegt ihm nicht mehr auf seiner Einkommenssteuer. Beamtenchef Geyer hat sich allerdings, nachzulesen eine Seite vorher, schon in Stellung gebracht. Gibt es denn Grund für Neid? Ein Beispiel: Ich habe die letzten 25 Jahre immer über der Beitragsbemessungsgrenze verdient, hatte deutlich mehr Brutto als ein guter Bekannter, der mit Anfang 40 als Unterstufenlehrer Beamter wurde. Er hat ein über 500 Euro höheres Ruhestandseinkommen – pro Monat. Neidisch bin ich nicht. Aber ist das gerecht?
Diese Reform könnte ganz nebenbei solche Missverhältnisse beenden und die Meckerer verstummen lassen. Wenn das Rentenniveau die angepeilten 70 Prozent erreicht, dauert noch ein Weilchen, läuft‘s.
Ingolf Benneckenstein, Nöda

US-Vizepräsident JD Vance (hier im Weißen Haus) verhandelt in der Schweiz mit Vertretern aus dem Iran über ein mögliches Abkommen.
US-Vizepräsident JD Vance (hier im Weißen Haus) verhandelt in der Schweiz mit Vertretern aus dem Iran über ein mögliches Abkommen.© AFP | Aaron Schwartz

Zum Beitrag „Wie Vance in der Schweiz den brüchigen Deal zwischen den USA und Iran retten will“ vom 22. Juni:

In der Debatte um den Iran und sein Atomprogramm wird ein wesentlicher Widerspruch oft ausgeblendet: Israel besitzt mit hoher Wahrscheinlichkeit Atomwaffen, bestätigt dies zwar nicht, ist aber dem Atomwaffensperrvertrag nie beigetreten. Iran hingegen ist Vertragsstaat und hat grundsätzlich das Recht auf zivile Nutzung der Kernenergie, solange diese kontrollierbar bleibt. Hierfür akzeptierte Teheran 2015 im Atomabkommen zusätzliche Beschränkungen und Kontrollen; im Gegenzug sollten Sanktionen gelockert werden. Als die USA unter Donald Trump 2018 ausstiegen, obwohl die IAEA Iran bis dahin die Einhaltung bescheinigte, wurde die Grundlage dieses Abkommens einseitig aufgekündigt. Einen belastbaren Beweis für einen aktuellen iranischen Bombenbau gibt es nicht. Misstrauen mag begründet sein – doch wer die Vorgeschichte ausblendet, betreibt keine Aufklärung, sondern einseitige Schuldzuweisung. Auch die fortwährende militärische Intervention erscheint damit nicht als zwingende Notwehr, sondern als Teil jener Eskalation, die zuvor politisch selbst mitverursacht wurde.
Holger Jakob, Seebach

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