Zum Beitrag „Das blaue Wunder ist ausgeblieben“ vom 25. Juni:

Man mag zu Parteien stehen, wie man will, aber dieser Bericht wirkt extrem einseitig. Die Leistung rein an Abschiebezahlen zu messen – ohne Rücksicht auf Demografie und Ausländeranteil der jeweiligen Regionen –, greift deutlich zu kurz. Erfolge werden verschwiegen oder nur kurz angerissen: Trotz Krisen wurde ein solider Doppelhaushalt vorgelegt und fraktionsübergreifend beschlossen. Die Finanzen stimmen, es wird investiert, Schulen werden auch modernisiert und der Landkreis steht wirtschaftlich gut da. Fairer Journalismus sollte sachlich bilanzieren, statt Leser zu irritieren.
Günther Seifert, Arnstadt

Zur Klimapolitik der AfD:

Wetter und Klima, da gibt es Zusammenhänge. Bei der Klimaanpassung geht ja die AfD noch mit und unterstützt beispielsweise Maßnahmen zum Schutz vor extremer Hitze. Aber den Klimawandel als menschengemacht anzuerkennen, damit hat sie ein Problem, und befeuert lieber die Stimmung gegen Klimaschutzpolitik, statt sich einfach mal schlau zu machen. Die gute Nachricht: Mehrheitlich wird für die Wetterkapriolen der Klimawandel als Ursache gesehen. Die schlechte: Die einzige Partei, die den Klimawandel leugnet, gewinnt dennoch an Stimmen. Wie passt das zusammen? Vielleicht brauchen auch wir Wahlberechtigte mehr Bildung, um diese Zusammenhänge zu verstehen? Ich glaube schon.
Dieter Stompe, Erfurt

Zu den angekündigten Protesten zum AfD-Bundesparteitag in Erfurt:

Friedliche Proteste sind legitim. Wenn man aber im Voraus sagt, man wolle etwas verhindern oder blockieren, wie das Aktionsbündnis „Widersetzen“ angekündigt hat, dann geht das nicht ohne Nötigung oder Gewalt. Und da reden wir noch gar nicht vom „schwarzen Block“ oder den Vermummten. Wenn selbst der Innenminister warnt und aufruft, dann hat das wohl seine Berechtigung.
Harald Wieprecht, Sömmerda

Zu den Abitur-Fotos:

Mit Interesse verfolge ich jedes Jahr die Berichterstattung über die Schulabschlüsse. Dabei ist mir aufgefallen, dass hauptsächlich über Abiturienten berichtet wird. Ich frage mich, warum Realschüler sowie die Absolventen des qualifizierten Hauptschulabschlusses dabei kaum oder gar keine Beachtung finden. Auch sie erreichen einen wichtigen Meilenstein in ihrem Leben und können stolz auf ihre Leistungen sein. Viele beginnen anschließend eine Ausbildung oder besuchen weiterführende Schulen und legen damit den Grundstein für ihre Zukunft. Ich finde es schade, dass der Eindruck entsteht, als würde nur das Abitur zählen. Alle Schulabschlüsse verdienen Anerkennung und Wertschätzung – unabhängig davon, ob es sich um das Abitur, den Realschulabschluss oder den qualifizierten Hauptschulabschluss handelt.
Katrin Steiner, Ballhausen

Zum Beitrag „Diese Reformen entscheiden über den Koalitionsfrieden“ vom 29. Juni:

Wer glaubt, dass wir eine Regierung haben, die regiert – und ganz nebenbei auch für das Volk, welches sie dummerweise gewählt hat – der muss erkennen, dass ein sogenannter „Koalitionsfrieden“ wichtiger ist. Schließlich gibt es ja bei jeder (!) neuen Reformidee erstmal einen Koalitionsstreit, den man dann in vielen Nächten in einen Koalitionsfrieden umwandeln kann! Ich finde es schön, dass die neue Idee, Handwerkerleistungen nicht mehr steuerlich absetzbar zu machen, nun sicherlich wieder auf dem Umweg vom Koalitionsstreit zum „Berliner Koalitionsfrieden“ beitragen wird. Großmutter hat früher zum Löcherstopfen immer Nadel und Faden benutzt.
Friedemann Boelicke, Erfurt

Zum Beitrag „Hoher Fehlbetrag beim MDR“ vom 30. Juni:

Das Geschäftsjahr 2025 wurde mit einem Fehlbetrag von 13,2 Millionen Euro abgeschlossen und der Sender „ist nun gezwungen, zusätzlich weitere Einschnitte im Programm vorzunehmen“. Für Beitragszahler stellt sich die Frage: Warum müssen Intendanz, Direktoren und Rundfunkräte Jahresgehälter in sechsstelliger Höhe erhalten? Wofür? Und warum müssen es so viele sein? Es gibt im Programm viele Wiederholungen, teils aus DDR-Archiven: Märchen, Filme aus Willi Schwabes Rumpelkammer, Liebesschmarrn. Die Intendanz und der zig-köpfige Rundfunkrat sollten sich dafür schämen.
Maria Neumann, Erfurt

Schreiben Sie uns gern Ihre Meinung

Leserbriefe sind in keinem Fall Meinungsäußerungen der Redaktion. Wir behalten uns vor, Texte zu kürzen. Leserbriefe und auch Leserfotos senden Sie bitte per Mail an leserbriefe@thueringer-allgemeine.de unter Angabe des vollständigen Namens, der Anschrift und der Telefonnummer. Veröffentlicht werden davon nur Name und Ort. Leserbriefe sollten die Länge von 1400 Zeichen nicht überschreiten.