Zum Beitrag „Bilger fordert Ausbau deutscher Flüsse“ vom 13. August

Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) setzt sich aufgrund des anhaltenden Niedrigwassers für den Ausbau der Wasserstraßen ein. Damit soll die Zuverlässigkeit der Binnenschifffahrt erhöht werden. Aber durch das Ausbaggern und Schottern der Flüsse nimmt die Wassermenge nicht zu. Stattdessen wird durch solche undurchdachten Maßnahmen die Landschaft weiter entwässert und unsere Flussökosysteme werden noch mehr geschädigt, als sie es ohnehin schon sind. Für den Schiffsverkehr bringt das höchstens vorübergehend eine geringe Verbesserung. Wir sollten uns mit fundierten Strategien an die klimatischen Veränderungen anpassen und die Flüsse klimaresilienter machen. Wir können den Klimawandel nicht ignorieren und so tun, als wären frühere Pegelstände dauerhaft wiederherzustellen. Es wäre jetzt endlich an der Zeit, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und ernsthaft die Renaturierung der Flüsse in Angriff zu nehmen, auch aus Gründen des Hochwasserschutzes. Wir brauchen natürliche Flussläufe, Überflutungsflächen und die Revitalisierung von Auenwäldern, Mooren und Feuchtgebieten. So können wir erreichen, dass die Fließgeschwindigkeit vermindert und die Speicherkapazität der Landschaft nachhaltig erhöht wird, was der Natur und der Schifffahrt zugutekommt. Warum wird nicht auf die Einschätzungen und Vorschläge der Experten gehört? Aktionistisches Handeln, welches lediglich Symptome bekämpft, ist leider in der Politik an der Tagesordnung.
Bernd Krüger, Erfurt

Zum Thema Rentenreform

Rente
Symbolbild zum Thema Rente. © picture alliance / dpa | Sven Hoppe

Aus dem „Gesamtkunstwerk“ Rentenreform drohen die ersten Bausteine herausgebrochen zu werden. Dabei scheut man in der Diskussion auch vor Übertreibungen nicht zurück. Bloß, weil man plant, die Möglichkeit, nach 45 Versicherungsjahren zwei Jahre vor dem regulären Renteneintrittsalter abschlagsfrei in Rente gehen zu können, wieder abzuschaffen – zwölf Jahre nach der Einführung. Es ist kein Abschied des Sozialstaates, wenn man Wohltaten, die man aus Wahlkampfgründen eingeführt hatte, wieder zurückdreht, wenn sich herausstellt, dass man sich das nicht mehr leisten kann.

Deutsche Rentenversicherung
Symbolfoto zum Thema Rente. © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa | Fernando Gutierrez-Juarez

 
Seit 1960 hat sich die durchschnittliche Rentenbezugsdauer fast verdoppelt; der längeren Lebenserwartung sei’s gedankt. Wer 1981 mit 15 eine Lehre anfing und begann, in die GRV einzuzahlen, ist 2026 nach 45 Versicherungsjahren erst 60 und muss selbst nach aktuellem Recht noch fünf Jahre arbeiten, um dann mit 65 zwei Jahre vor dem regulären Renteneintrittsalter abschlagsfrei in Rente gehen zu können.
Oft wird in dem Zusammenhang der „Respekt vor der Lebensleistung“ bemüht. Dabei bleibt ausgeblendet, dass jemand, der 1981 „durchschnittlich“ verdiente, dafür einen Rentenpunkt bekommt, auch wenn er nur einen Bruchteil an Beiträgen zahlte, verglichen mit den Beiträgen, die jemand abführen muss, der 2026 „durchschnittlich“ verdient – und dafür ebenfalls einen Rentenpunkt bekommt. Mit den Rentenpunkten wird berücksichtigt, dass man im jeweiligen Jahr nach seinen Gegebenheiten zur Rentenversicherung beigetragen hat.
Hans-Arno Simon, Erfurt

Zum Artikel: „Wie kommt das RKI auf 12.500 Hitzetote?“ vom 15. August

Ältere Menschen leiden unter hohen Temperaturen
Eine Krankenpflegerin reicht einem Patienten ein Glas Wasser. © Daniel Karmann/dpa | Daniel Karmann

Ganz Deutschland stöhnt unter der Hitze. Flüsse und Seen trocknen aus. Die Landwirtschaft meldet Schäden, die auch in einem Jahr kaum aufzuholen sind. Mit der RKI-Schätzung soll sicherlich auf die Dramatik aufmerksam gemacht werden. Sicher soll sie  auch uns Menschen Angst machen. Das hat ja wohl bei Corona schon ganz gut geklappt. Die Regierung und der ungenügende Klimaschutz sind jetzt schuld, wo die Politiker endlich mal Urlaub machen dürfen. Ja, bei aller statistisch erschreckenden Hochrechnung erschreckt vielmehr, dass alleine die Krankenhäuser von einem Finanzierungsloch in Höhe von 31 Milliarden sprechen.

Hinter einem Thermometer geht am Morgen die Sonne auf. (zu dpa: «RKI: Rund 9.600 Tote allein durch extrem heiße Juni-Woche»)
Ganz Deutschland stöhnt unter der Hitze. © Thomas Warnack/dpa | Thomas Warnack/dpa

Wie hoch möge da die Summe sein, rechnet man den Bedarf in Pflegeheimen, Schulen, öffentlichen Einrichtungen und Anderes dazu? Über an anderen Stellen unnötig verschwendetes Geld ist ja hinlänglich gesprochen worden. Es ist mehr als eine gesellschaftliche Vernachlässigung. Es ergänzt das Versagen der Regierung auf ganzer Linie, wenn es um das geschworene Wohl, alles für das Volk zu tun, geht!
Friedemann Boelicke, Erfurt

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