Zum Beitrag „Neues Drohnenzentrum soll Deutschland sicherer machen“ vom 19. August

Innenminister Dobrindt warnt vor einer verschärften hybriden Bedrohungslage. In seiner Rede beziehungsweise in diesem Artikel taucht das Wort „Bedrohung“ fünf Mal auf, verstärkt durch den Begriff „Drohnen“, der sogar neun Mal vorkommt. Ich fühle mich durch die massive Aufrüstung hierzulande keineswegs sicherer. Das Wort „Frieden“ suche ich im Artikel vergeblich. „Friedenslogik statt Sicherheitslogik!“ Unter diesem Motto findet am 1. September, dem Weltfriedenstag, von 16–18 Uhr in Erfurt ein Friedensfest für die ganze Familie statt. Im Gegensatz zur Sicherheitslogik, die nur Freund oder Feind kennt, und für deren Geist die Rede Dobrindts beziehungsweise dieser Artikel ein Beispiel ist, geht Friedenslogik beim Lösen von Konflikten vom Ziel des Friedens aus und bezieht die Interessen aller am Konflikt Beteiligten mit ein. Von solchen Ansätzen möchte ich hier öfter lesen.
Hanne Adams, Erfurt

Zum Beitrag „Minister Ben-Gvir will Palästinenser töten lassen – Merz reagiert scharf“ vom 20. August

„Ich denke, dass gezielte Tötungen in Gaza durchgeführt werden sollten, wobei jede Nacht 30 bis 40 Menschen ausgeschaltet werden. Nicht nur diejenigen, die eine unmittelbare Bedrohung darstellen – dort gibt es Menschen, die es nicht verdienen zu leben. Sie sollten nicht leben. Sie sind nicht einmal Menschen.“ Dies ist kein Zitat aus der NS-Zeit. Es stammt von einem amtierenden Minister Israels – eines Landes, dessen Geschichte und Selbstverständnis untrennbar mit der Erfahrung verbunden sind, wohin die Entmenschlichung ganzer Bevölkerungsgruppen führen kann.

Itamar Ben-Gvir
Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit von Israel. © Ohad Zwigenberg/AP Pool/dpa | Ohad Zwigenberg

Gerade deshalb wiegen solche Worte besonders schwer. Sie offenbaren ein Denken, dessen grauenhafte Konsequenzen gerade Israelis und Deutsche kennen sollten. Ben-Gvir ist nicht irgendein Provokateur am politischen Rand, sondern Regierungsmitglied. Umso mehr müsste eine solche öffentlich geäußerte Haltung gerade einem deutschen Kanzler mehr abverlangen als „scharfe Empörung“. Was muss eigentlich noch geschehen, damit aus Empörung, Diskussion und Prüfung endlich politische Konsequenzen werden? Deutschlands besondere Verantwortung gegenüber Israel kann doch nicht bedeuten, bei solchen Äußerungen andere Maßstäbe anzulegen als anderswo.
Holger Jakob, Seebach

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