Zum Misstrauensvotum gegen Mario Voigt:
So verständlich der Wunsch der Bevölkerung nach Neuwahlen ist, so hat sich Björn Höcke mit seinem erneuten Misstrauensvotum keinen Gefallen getan. Während andere Kräfte auf konstruktive Problemlösung setzen, polarisiert und polemisiert der Oppositionsführer nur noch und sucht die Aufmerksamkeit um jeden Preis.
Gerade jetzt wäre es von Nöten, der wankenden Landesregierung Alternativen aufzuzeigen und ein, die Gesellschaft beflügelndes, Programm vorzustellen. Stattdessen erleben wir eine AfD, die, zumindest in Thüringen, hetzt und keinerlei Ideen einbringt, um der lahmenden Wirtschaft aufzuhelfen, das Bildungs- und Gesundheitswesen zu konsolidieren. Mit dieser Aktion jedenfalls hat Björn Höcke das Gegenteil seines Zieles erreicht. Schade, denn es bräuchte eine Klärung der Verhältnisse durch Neuwahlen statt billiger Eitelkeiten.
Cornelius Ludwig, Niederdorla
Ebenfalls zu diesem Thema:
Es reden sich seit geraumer Zeit die Regierungsparteien schön, was nicht schönzureden ist. Mit Anerkennung des Doktortitels greifen sofort persönliche Vorteile. Vorteile finanzieller Art, gesellschaftlicher Art, gesundheitlicher Art usw. Diese Vorteile werden sofort genutzt. Das Erschleichen des Doktortitels ist aber Betrug an der Allgemeinheit. Das verändert sich auch nicht durch Dummschwätzertum. Das Erschleichen von Vorteilen ist für alle, die Herrn Voigt vertraut und geschätzt haben, eine menschliche Tragödie. Das Abtun von Herrn Voigt, als ginge es nur um einen Titel, ist ein ganz schwaches Auftreten. In so einer Machtposition sollte man Größe zeigen.
Jörg Stollberg, Erfurt
Weitere Lesermeinungen
Zum Beitrag „Zweifel an Schulpflicht“ vom 28. August:
Bei unseren Nachbarn in Sachsen-Anhalt hält Artikel 25 Absatz 2 der Landesverfassung den alternativ Eingestellten ein „Es besteht allgemeine Schulpflicht“ entgegen. Dies lässt sich gemäß dem später folgenden Artikel 78 Absatz 2 nur mit zwei Dritteln der Mitglieder des Landtages ändern. Vergleichbare Passagen finden sich auch in der Thüringer Verfassung (siehe etwa Artikel 23). Die Debatte erzeugt somit ähnlich viel Energieverschwendung wie ein konstruktives Misstrauensvotum. Selbst dem BSW, so heißt es im Artikel, sei die Schulpflicht stärkungswürdig.
Der Vollständigkeit wegen sei noch die im Artikel nicht erwähnte Linke genannt, die nicht weniger, sondern längeres gemeinsames Lernen fordert. Im Hinblick auf die demografischen Entwicklungen ist also klar erkennbar, wer Schulen im ländlichen Raum halten möchte.
Philipp Pfeffer, Ilmenau
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Ebenfalls zu diesem Beitrag:
Die Debatte über eine mögliche Abschaffung der Schulpflicht ist brandgefährlich. Schule ist weit mehr als reine Wissensvermittlung. Sie ist der zentrale Ort für soziale Integration und chancengerechtes Lernen. Wer die Schulpflicht opfert, gefährdet daher das Kindeswohl. Kinder verlieren das Recht auf eine unabhängige Bildung. Bildung darf niemals zur reinen Privatsache oder gar vom Gutdünken der Eltern abhängig werden. Alles andere führt direkt in eine tiefe gesellschaftliche Spaltung.
Die Schulpflicht aufzugeben, ist kein Fortschritt, sondern ein historischer Rückschritt auf Kosten der Schwächsten. Vorschläge zur Abschaffung der Schulpflicht sind daher eine Verdummung der Menschen. In jeder Hinsicht!
Werner Fuchs, Erfurt
Zum Beitrag „Ich möchte nicht mit diesem Land untergehen“ vom 25. August:
Warum wird hier gleich der Untergang von Sachsen-Anhalt an die Wand gemalt? Drei anonyme Stimmen bilden kaum einen ganzen Berufsstand ab. Dass eine neue Regierung personelle oder inhaltliche Akzente setzt, ist nach einem Politikwechsel völlig normal. Beim Thema Geschichte geht es nicht ums Vergessen, sondern um Ausgewogenheit: Die dunklen Kapitel müssen der Jugend bewusst bleiben, ohne überstrapaziert zu werden – während die DDR-Vergangenheit oft zu kurz kommt. Der Beitrag arbeitet über 15-mal mit Wörtern wie „könnte“ oder „befürchten“. Das ist kein Faktencheck, sondern Kaffeesatzleserei. Warum gibt man Veränderung keine Chance? Vielleicht überrascht eine neue Führung ja positiv und führt das Land vom Tabellenende nach vorn. Dass es sachlich funktionieren kann, zeigt der Landkreis Sonneberg, wo konstruktiv erfolgreich zusammengearbeitet wird.
Günther Seifert, Arnstadt
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