Zur Weigerung von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), für ein G-20-Gruppenfoto mit seinem russischen Amtskollege Anton Siluanow zu posieren:

Willy Brandt, ehemaliger Bundeskanzler und SPD-Vorsitzender, hat sich in den Zeiten des Kalten Krieges nicht gescheut, mit seinen Gegnern hinter dem eisernen Zaun Gespräche zu führen. Gespräche mit dem Ziel der Deeskalation, der Abrüstung. Dafür wurde die SPD in die Regierungsverantwortung gewählt und Willy Brandt erhielt den Friedensnobelpreis. Mit Aufrüstung erhält man solche Ehrung nicht. Symbolhafte Entrüstung über die Teilnahme eines russischen Finanzministers beim G-20-Gipfel in Asheville (USA) beendet keinen Krieg und mit Beschimpfungen und Beleidigungen des politischen Gegners gewinnt man keine Wahlen.
Manfred Eberwein, Sömmerda

Zur Diskussion um die (mittlerweile wieder abgesagte) Zuckersteuer:

Als die Diskussionen um die Zuckersteuer in die Öffentlichkeit kam, glaubte ich, dass es darum ginge, weniger Zucker in den Lebensmitteln zu finden. Es gibt ja auch viele Nahrungsmittel mit „verstecktem“ Zucker. So wären die Unternehmen in der Pflicht, weniger Zucker zu verarbeiten. Nun ist es aber einfacher, eine Steuer einzuführen – und wieder werden die Menschen belastet. Der Zucker bleibt in den Lebensmitteln.
Ursula Haase, Erfurt 

Zum Beitrag „Wenn es nicht läuft, wird über den Trainer diskutiert“ vom 29. August:

Bärbel Bas, SPD-Co-Vorsitzende, beklagt zu Recht den Zustand der SPD. Auf dem Foto in der TA ist die lebensgroße Plastik des ehemaligen SPD-Vorsitzenden und Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt zu sehen. In dessen Sinne sollte sie sich Rat holen. Denn er beendete den Kalten Krieg zwischen Ostblock und Nato durch Verhandlungen mit der Sowjetunion. „Wandel durch Annäherung“ war seine Philosophie! Sein Parteigenosse Pistorius fordert indessen, Deutschland müsse kriegstauglich werden - weil die Russen uns angreifen werden. Die Frage, wie oft die Russen uns angegriffen haben und wie oft wir die Russen angegriffen haben, hat Brandt sich offenbar gestellt - Pistorius aber nicht. Sonst würde er nicht eine so hoch gefährliche Politik betreiben.
Von US-Militärstützpunkten in Deutschland führt der Westen den Krieg gegen Russland, der Flughafen Leipzig-Scheuditz ist das Drehkreuz der Waffenlieferungen an die Ukraine. Die USA unter Trump entführen und verhaften eben mal kurz den Präsidenten von Venezuela, stecken ihn in den Knast - und machen einen „Vertrag“ mit Venezuela, mit dem sie sich die reichen Erdölvorkommen unter den Nagel reißen... Wo ist hier der Aufschrei unserer wehrhaften Demokraten?
Aber zum Ausgangspunkt: was sollte Bärbel Bas machen? Vom großen Willy Brandt lernen: die legitimen Interessen Russlands anerkennen, nämlich keine westlichen Waffen in der Ukraine, vor der Haustür der Russen! Und dann Frieden, Frieden, Frieden... Dann wird auch die SPD wieder eine Volkspartei sein - und die AfD verschwinden...
Dr. Gerhard Schäfer, Bleicherode

Zum Beitrag „Er holte gefallene Soldaten von der Front - jetzt traf es ihn selbst“ vom 17. August:

Dieser Artikel hat mich sehr berührt und erschüttert: Der Ukrainer Oleksij Yukow, der sich zur Aufgabe gemacht hat, die toten Soldaten beider Seiten zu bergen und auch die Namen der verwesten Leichen zu finden, damit sie nach Hause gebracht werden, ist tot… Was passiert denn da in unserer Nähe? „Der Krieg“, so sagte er, „wird erst vorbei sein, wenn wir wieder Menschen werden.“ Das ist ein so hellsichtiger wie furchtbarer Satz! Den kann wohl nur der aussprechen, der in dem Leid selbst und gegen die Verlorenheit des Menschlichen ankämpft. Aber wie soll denn das Ende kommen? Was ist denn das Ziel? Die Ukraine darf nicht verlieren, Russland darf nicht gewinnen? Das klingt nach vier Jahren Krieg doch absurd. Und absurd sind nicht nur die geflossenen Gelder, sondern der Verlust von Menschlichkeit auf beiden Seiten. Wenn Putin eben nicht aufhört und die Waffenlieferungen nicht mehr nachkommen, was heißt das denn jetzt? Ein besonders schlimmer Winter steht vor der Tür, das hören wir, aber von Vorschlägen zur Beendigung des Krieges hören wir nichts! Ist die Menschlichkeit der Regierungen und Diplomaten am Ende?
Gabriele Phieler, Eisenach

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