Zu Leserbriefen vom 2. September mit Bezug auf die Politik von Willy Brandt:
Die Friedensbemühungen von Willy Brandt im „kalten Krieg“ waren mutig und großherzig und letzten Endes auch erfolgreich. Diese mit der jetzigen Situation zu vergleichen, geht gar nicht. Seit über vier Jahren führt Russland einen mörderischen Angriffskrieg gegen ein „Brudervolk“ und überzieht dabei auch Deutschland mit Sabotage- und Cyberattacken. Ich habe volles Verständnis, wenn deutsche Politiker Gespräche mit russischen Diplomaten führen. Sprechen ist immer besser als Schießen. Aber für ein Gruppenfoto, das „Friede-Freude-Eierkuchen“ vorgaukeln soll, würde ich mich auch nicht gern hergeben.
Dass Russland ein Interesse hat, dass in der Ukraine keine westlichen Waffen angewendet werden, kann ich mir lebhaft vorstellen, denn dann hätte Russland die Ukraine längst im Sack. Und dass Putin sich nicht mit der Ukraine begnügen würde, hat er mehrfach deutlich gemacht.
Dr. Hans Erich Müller, Mühlhausen
Weitere Lesermeinungen
Zum Beitrag „Wenn sich die Klimazonen verschieben“ vom 2. September:
Der Artikel beschreibt den dramatischen Klimawandel und den sich daraus auch für die Thüringer Kommunen ergebenden klimapolitischen Handlungsbedarf sehr eindrücklich. Dass Weimar allerdings als Beispiel für eine zukunftsorientierte Klimapolitik genannt wird, ist ein Hohn; das Gegenteil ist der Fall. Die Stadt Weimar will mit der Bebauung des Merketals eine der letzten großen und für das gesamte Stadtklima sehr wichtigen Kaltluftleitbahnen zerstören. Und das, obwohl Weimar laut Prognose des Thüringer Landesamts für Statistik in den nächsten 20 Jahren über 4100 Einwohner verlieren wird und es auch deshalb keinen Bedarf für hochpreisige Neubaugebiete in Klimaschutzzonen gibt. Die Bebauung von wichtigen Kaltluftleitbahnen ist eine gegenüber der jetzigen und künftigen Stadtbevölkerung verantwortungslose Klimapolitik.
Peter Gemmeke, Weimar
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