Wie stark belastet der Schwelbrand im Restloch Rusendorf die Luft in der Umgebung? Dieser Frage geht nun das ANECO Institut für Umweltschutz mit einem umfangreichen Messprogramm nach.

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Zunächst wird über Wochen gesammelt

Bei einem Vor-Ort-Termin an der Kindertagesstätte in Mumsdorf stellte Annekatrin Dreyer den Messplan vor und erläuterte die dort eingerichtete Messstation. Rund 50 Bürger waren gekommen. Auch Vertreter der Stadt Meuselwitz, des Landratsamtes und der LMBV standen als Ansprechpartner zur Verfügung.

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Die Untersuchungen laufen in zwei Phasen. In der ersten Phase kommen Messverfahren zum Einsatz, die kurzfristig eingerichtet werden können. Die Probenahmen laufen jeweils etwa zwei bis vier Wochen, anschließend werden die Proben im Labor ausgewertet.

Kohlebrand Mumsdorf
Seit Wochen sorgen Rauch und Geruch rund um das brennende Kohletrübebecken bei Mumsdorf und Falkenhain für Unruhe. © Funke Medien Thüringen | Privat

Untersucht werden unter anderem Feinstaub (PM10 und PM2,5) und darin enthaltene Elemente wie Arsen, Blei, Cadmium und Nickel. Außerdem geht es um Benzo[a]pyren, Staubniederschlag und darin enthaltene Schadstoffe. Auch Quecksilber, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sowie verschiedene Dioxine und dioxinähnliche PCB werden untersucht.

Ferner wird nach einer Reihe gasförmiger Schadstoffe gesucht. Dazu gehören unter anderem Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Salz- und Fluorwasserstoff, Phenol, Formaldehyd, Ammoniak, Schwefelwasserstoff sowie flüchtige organische Verbindungen.

Wichtig dabei: Mit diesen Verfahren lassen sich – abgesehen von den Partikelmessungen – keine kurzfristigen Belastungsspitzen wie Stunden- oder Tagesgrenzwerte überwachen.

Echtzeitmessung soll im Herbst folgen

Genau hier setzt die zweite Phase an. In Mumsdorf und Falkenhain sollen Messcontainer mit kontinuierlich arbeitender Technik aufgestellt werden. Die Messwerte sollen dann in Echtzeit verfügbar sein. Damit können auch kurzfristige Belastungsspitzen erfasst und entsprechende Grenz- und Beurteilungswerte überprüft werden.

Die Vorbereitungen laufen bereits parallel zu den ersten Messungen. Mit dem Aufbau der Container wird voraussichtlich erst Ende Oktober gerechnet.

Gemessen werden dann unter anderem Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid, Kohlenmonoxid, Feinstaub PM10 und PM2,5 sowie meteorologische Daten wie Windrichtung und Windgeschwindigkeit. Je nach Ergebnis der ersten Messphase können weitere Untersuchungen hinzukommen.

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Fünf Orte werden einbezogen

Insgesamt wurden fünf Messpunkte festgelegt: in Mumsdorf, Falkenhain, Bünauroda, Meuselwitz und Michelwitz.

Bei der Auswahl orientierte sich ANECO an den Vorgaben der TA Luft und einschlägigen VDI-Richtlinien. Entscheidend waren unter anderem die Nähe zu Wohnbebauung, besonders schutzbedürftige Einrichtungen wie der Kindergarten sowie die bisherige Beschwerdesituation.

Mumsdorf und Falkenhain gelten dabei als besonders wichtige Beurteilungspunkte, weil dort besonders häufig Geruchs- und Immissionswahrnehmungen gemeldet wurden.

Bünauroda wurde zusätzlich ausgewählt, weil der Ort bei westlichen Winden im möglichen Ausbreitungsbereich der Emissionen liegt. Ein weiterer Messpunkt befindet sich im Bereich der nördlichen Wohnbebauung von Meuselwitz. Dieser könnte vor allem bei nördlicher Windrichtung beeinflusst werden.

Auch Michelwitz wird trotz der größeren Entfernung einbezogen. Dort liegen ebenfalls Beschwerden vor, weshalb ANECO Messungen mit allerdings eingeschränktem Umfang vorgesehen hat.

Kohlebrand Altenburger Land
Löschhubschrauber waren auch schon im im Einsatz über dem Kohlebrand im Altenburger Land. © Funke Medien Thüringen | Christian Kortuem/LMBV

Messungen zunächst bis Jahresende

Die Untersuchungen sollen zunächst bis Ende 2026 laufen. Eine Verlängerung ist möglich. Sobald die Messcontainer in Betrieb sind, sollen die Messungen der ersten und zweiten Phase parallel erfolgen.

Die Ergebnisse werden anschließend mit vorhandenen Beurteilungs- und Bewertungsmaßstäben verglichen. Damit soll sich besser einschätzen lassen, welche Belastungen tatsächlich in den betroffenen Orten ankommen – und wie die Situation rund um den Schwelbrand im Restloch Rusendorf zu bewerten ist.