Die Migration ist vor den Bundestagswahlen eines der bestimmenden Themen im Wahlkampf. Trotzdem bezweifelt die Thüringer Spitzen-Grüne Katrin Göring-Eckardt, dass sich Deutschlands soziale Probleme lösen ließen, indem man Migrationsprobleme löst. Die Vizepräsidentin des Bundestags sagte jüngst in der ARD-Talkshow „Hart, aber fair“: „Ich glaube, das hat mit dem Alltag der Menschen verdammt wenig zu tun.“ Damit bezog sie sich auf den Vorschlag von CDU-Chef Friedrich Merz, Straftätern mit doppelter Staatsangehörigkeit den deutschen Pass zu entziehen.

Nutzer bei Facebook befragt

Wir wollten wissen, was die Menschen von Göring-Eckardts Äußerung halten, und befragten dazu unsere Nutzer bei Facebook. Innerhalb eines Tages gab es dazu 178 Kommentare. Tenor der Mehrheit: Viele Bundespolitiker leben zu weit weg vom Alltag der normalen Bürger, als dass sie zu einer realistischen Einschätzung kommen könnten.

Auch interessant

„Das sind die Folgen, wenn man als BV im gepanzerten Mercedes vom BKA durchs Land chauffiert wird“, schreibt etwa Sebastian Flügel, der mit der Grünen-Politikerin auch schon persönlich über dieses Thema gesprochen hat. Dabei, so Flügel, habe sie ganz anders geredet.

In eine ähnliche Richtung geht der Kommentar von Frank Drebbin: „Diese Aussage zeigt einmal mehr, dass Politiker fernab jeder Realität leben und denken. Von Arbeiten will ich erst gar nicht sprechen.“ Knut Kern nutzt die Äußerung der Politikerin für die Feststellung: „Die Grünen haben mit dem Alltag der Menschen in Deutschland auch verdammt wenig zu tun.“

Empfehlung der Leser: Die Bundestagsvize soll mit Zugpersonal sprechen

Andere Nutzer empfehlen Katrin Göring-Eckardt, „einfach einen Bahnhof (zu) besuchen“ (Sil Via) oder dass sie „sich mal durch eine Großstadt bewegt ohne Leibwächter… am besten noch, wenn es dunkel ist“ (Rave Dave). Jens Müller rät ihr, „einfach mal das Zugpersonal zwischen Erfurt und Suhl“ zu befragen. Hintergrund: Die Mitarbeiter der Süd-Thüringen-Bahn hatten sich vor knapp einem Jahr mit einem Brief an den damaligen Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) gewandt, weil sie sich genauso wie Reisende nach zahlreichen Vorfällen mit Asylsuchenden nicht mehr sicher fühlten.

Auch interessant

Brita Klein stört sich daran, dass Asylbewerber „egal woher, in unsere Kassen nichts eingebracht haben“. Sie selbst habe ihr ganzes Leben gearbeitet, sei aber seit sechs Jahren krank. Bürgergeld sei ihr mit der Begründung, das Einkommen ihres Mannes in Höhe von 1360 Euro reiche für sie beide, verwehrt worden.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Andere Kommentatoren nehmen Göring-Eckardt in Schutz: Udo Haupt etwa stört, dass sich viele „verächtlich“ über sie äußern und kein einziger sachlich argumentiere, wie ihn das Thema Migration im Alltag berühre. Tilo Wiegand empfiehlt, sich die komplette Sendung anzuschauen: „Es ist eine ganz interessante Gegenüberstellung von Populismus und Realismus im Zusammenhang mit Gleichberechtigung.“

Im Dezember war Katrin Göring-Eckardt beim Landesparteitag der Grünen zur Thüringer Spitzenkandidatin bei der Bundestagswahl gekürt worden.

Aktuelle Nachrichten aus Thüringen