- Wer bei der Bundestagswahl 2025 in Thüringen wahlberechtigt ist.
- Erst zum zweiten Mal: Menschen mit geistiger Behinderung können bei der Bundestagswahl 2025 ihre Stimme abgeben.
- Wie hoch der Anteil der Wahlberechtigten mit Migrationshintergrund in Thüringen ist.
Den Deutschen Bundestag darf wählen, wer mindestens 18 Jahre alt ist, einen deutschen Personalausweis hat und seit mehr als drei Monaten vor der Wahl in Deutschland lebt. Was das für Menschen mit Migrationshintergrund bedeutet, wer seit sechs Jahren erst an Wahlen teilnehmen darf und wie Deutsche im Ausland dennoch wählen können.
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So viele Thüringer durften bei der vorherigen Bundestagswahl wählen
Bei der vorherigen Bundestagswahl 2021 lag die Zahl der Wahlberechtigten bundesweit bei 60,4 Millionen Menschen. In diesem Jahr werden laut einer auf dem Zensus 2022 basierenden Schätzung des Statistischen Bundesamtes wohl 59,2 Millionen Menschen wählen dürfen. Der Rückgang im Vergleich zur vorherigen Wahl geht wohl auf die demografische Entwicklung zurück. 2021 waren 1,7 Millionen Thüringer wahlberechtigt.

Die Wahlbeteiligung steigt seit 2013 indes wieder. Lag sie damals noch beim Rekordtief von 70,8 Prozent, stieg sie 2017 auf 76,2 und 2021 auf 76,4 Prozent der Wahlberechtigten. Anders als bei der Europawahl dürfen 16-Jährige bei der Bundestagswahl nicht ihre Stimme abgeben.
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Bei der Bundestagswahl 2025 können zum zweiten Mal Menschen mit geistiger Behinderung wählen
2019 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass es gegen das Grundgesetz verstößt, bestimmte Gruppen von der Wahl auszuschließen. Im Grundgesetz steht, dass Wahlen in Deutschland allgemein sind. Das bedeutet: Alle Deutschen dürfen wählen, egal, wie viel Geld sie verdienen, welcher Religion sie angehören oder ob sie eine Behinderung haben.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Bis 2019 gab es Einschränkungen im Wahlrecht für Personen, die unter sogenannter Vollbetreuung standen oder wegen einer Schuldunfähigkeit in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht waren. Diese Regelung wurde jedoch als diskriminierend eingestuft und vom Bundesverfassungsgericht gekippt.
Seitdem dürfen auch Menschen mit geistiger Behinderung, die zuvor vom Wahlrecht ausgeschlossen waren, ihre Stimme abgeben, sofern sie das aktive Wahlalter von 18 Jahren erreicht haben. Ziel ist es, das Grundrecht auf demokratische Mitbestimmung für alle Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten.
Wie im Ausland lebende Deutsche bei der Bundestagswahl 2025 wählen können
Zwar heißt es, man müsse mindestens drei Monate in Deutschland wohnhaft sein, doch in der Regel dürfen auch dauerhaft im Ausland lebende Deutsche mitwählen. Wer nicht in Deutschland gemeldet ist, wird nicht automatisch ins Wählerverzeichnis eingetragen. Damit das geschieht, müssen Auslandsdeutsche bei der zuständigen Gemeinde einen entsprechenden Antrag einreichen. Zuständig ist die Gemeinde, in der die Ausgewanderten zuletzt in Deutschland gemeldet waren.
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Dürfen Menschen ohne deutschen Pass bei der Bundestagswahl 2025 wählen?
Das Wahlrecht, mit dem das Volk die ihm zukommende Staatsgewalt ausübt, setzt dem Grundgesetz zufolge die Eigenschaft als Deutscher voraus. Menschen ohne deutschen Pass dürfen also nicht wählen. Das bedeutet laut dem Mediendienst Integration, dass von den 17,1 Millionen Erwachsenen mit Migrationshintergrund weniger als die Hälfte wahlberechtigt ist, denn nur 41,4 Prozent von ihnen haben einen deutschen Pass. Viele von ihnen leben schon viele Jahre in Deutschland und haben dennoch kein Mitbestimmungsrecht bei der Bundestagswahl 2025.
Unter den volljährigen direkten Nachkommen der Eingewanderten sind mit 71 Prozent deutlich mehr Personen wahlberechtigt. In Thüringen haben einer Statistik des Integrationsmonitorings der Länder zufolge 1,9 Prozent der Wahlberechtigten einen Migrationshintergrund. Damit liegt dieser Wert weit unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von 11,5 Prozent.
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