Die Bundestagswahl in wenigen Wochen ist für viele eine Schicksalswahl. Insgesamt treten 73 Frauen und Männer in Thüringen als Direktkandidaten an. Im Podcast „Reden wir über Thüringen“ haben wir mit Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt gesprochen über ...

... ihre Politisierung: Die hat früh begonnen, nämlich mit dem Fasching. Ich war das erste Mädchen, was Vorsitzende des Elferrates sein durfte in der DDR. Und meine Büttenreden waren die ersten quasi politischen Reden. Die wurden zensiert von meinem Deutschlehrer. Und ich habe dann trotzdem versucht, so zwischen den Zeilen oder auch manchmal ein bisschen direkter Dinge zu sagen, die die Kritik verpackt an der Schule oder am Staat betrafen. Politikerin zu werden, das konnte ich mir damals nicht wirklich vorstellen.

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Entscheidend ist auch, dass die Menschen sehr viel schneller in Arbeit kommen

... Migration: Wir müssen vom Bund aus die Kommunen darin unterstützen, dass eine Unterbringung (von Geflüchteten - die Redaktion) stattfinden kann. Ich persönlich sage und das sagt auch meine Partei, der Familiennachzug bleibt wichtig. Wir haben den im Moment begrenzt auf 12.000 Menschen im Jahr für die ganze Bundesrepublik. Wenn meine Kinder weiter im Bürgerkriegsland wären, dann würde ich nicht anfangen, hier einen guten Job zu machen. Das Entscheidende ist auch, was wir eingeführt haben, ist, dass die Menschen, die hierher kommen, sehr viel schneller in Arbeit kommen.

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... Angst: Ich bin in Erfurt bei einem Unternehmen gewesen vor ein paar Tagen. Da hat mich ein junger Mann angesprochen, dessen Eltern aus Angola in die DDR gekommen sind als Vertragsarbeitnehmer. Er hat zu mir gesagt: „Ich habe Angst, dass Leute Angst vor mir haben.“ Und das finde ich irgendwie das Furchtbarste, was jemand sagen kann, der einfach anders aussieht. Und auf der anderen Seite haben natürlich auch weiße Deutsche Angst. Und deswegen ist die Sicherheitsfrage eine sehr große, auch wenn die Gewaltverbrechen insgesamt in Deutschland weniger geworden sind.

Wir haben einen hohen Investitionsstau in Deutschland

... den mit AfD-Stimmen beschlossenen CDU-Migrationsantrag im Bundestag: Wir reden über eine bewusst herbeigeführte Mehrheit mit der AfD. Jemand hat sein Bundesverdienstkreuz zurückgegeben, ein Holocaustüberlebender, weil er gesagt hat: Das kann ich nicht mehr. Und noch krasser finde ich ehrlich gesagt, dass am Abend Friedrich Merz in Erfurt in der Messe sich dann über das Ganze irgendwie lustig gemacht hat. Das finde ich so unangemessen, wo ich denke: Diese Art von, ich würde jetzt mal sagen, Charakterschwäche. Die wird uns noch irgendwie ganz schön auf die Füße fallen.

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... Kritik an Wirtschaftsminister Robert Habeck: Also ich würde jetzt mitnichten sagen, das ist alles gut, das läuft schon. Und deswegen ist Kritik und erst recht konstruktive Kritik total richtig und gut. Wir haben einen hohen Investitionsstau in Deutschland und den haben wir nicht jetzt seit drei Jahren, den haben wir schon sehr viel länger. Wir wollen einen Deutschlandfonds einrichten, wo man eine zehnprozentige Förderung bekommt, wenn man in Deutschland investiert.

Die Ukraine sollte das vor allem bekommen, was notwendig ist

... US-Präsident Donald Trump: Wir sind ja ein Land, was sehr viele Beziehungen zu den Vereinigten Staaten hat. Und deswegen muss es Gespräche geben. Zur quasi Vertreibung der Menschen aus dem Gazastreifen hat die Außenministerin sich geäußert und sehr klar gesagt, dass sie das in keiner Weise teilt. Wir werden uns alle noch ein bisschen daran gewöhnen müssen, dass Donald Trump wirklich eine völlig andere Art von Politik macht. Aber gewöhnen heißt nicht hinnehmen, sondern heißt auch klare Auseinandersetzung.

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Extra zur Bundestagswahl mit SPD-Spitzenkandidat Carsten Schneider: „Da habe ich mich wirklich geschämt“
Tacheles Thüringen
 

.... den Krieg in der Ukraine und Waffenlieferungen: Die Ukraine sollte das vor allem bekommen, was notwendig ist. Auch aus Deutschland. Warum unterstützen wir die Ukraine? Weil es um den Frieden in Europa geht, um die Freiheit, um die Demokratie und nicht wegen seltener Erden. Wenn man sagt, die Ukraine muss sich jetzt ergeben, dann bedeutet das, das ist dann wieder russisches Territorium und die Ukraine müsste ihre Identität aufgeben. Und das, finde ich, können wir als Deutsche mit unserer Geschichte und der konkreten Verantwortung für die Ukraine nicht zulassen.

Demokratinnen und Demokraten müssen miteinander reden können

... Koalitionsoptionen nach der Bundestagswahl: Ich wünsche mir nicht, dass ich mit Friedrich Merz darüber verhandeln muss, wie wir es künftig mit der Sicherheits- oder der Migrations- oder der Energiepolitik machen. Das wünsche ich mir alles nicht. Aber trotzdem finde ich, dass Demokratinnen und Demokraten eines müssen, miteinander reden können und nicht vorher Dinge ausschließen, die ihnen dann hinterher erschweren, überhaupt miteinander zu sprechen.

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