Neuer Streit um den Wolf: Der Naturschutzbund Thüringen bemängelt, dass bei der Prüfung eines Antrags zum Abschuss von Wölfen im Ilm-Kreis die Arbeitsgruppe Wolf/Luchs Thüringen nicht beteiligt wurde.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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„Laut Managementplan entscheidet die Untere Naturschutzbehörde erst nach Anhörung der Arbeitsgruppe. Dass ein Antrag vorliegt, haben wir erst aufgrund einer Anfrage vom Thüringer Umweltministerium erfahren“, so Jürgen Ehrhardt. Unverständlich sei aus Sicht des Nabu, dass sich manche Menschen noch immer nicht auf die Anwesenheit des Wolfs eingestellt haben und immer wieder dessen Abschuss fordern.
Dabei sei im Managementplan klar festgelegt, dass die Entnahme von Wölfen nur das letzte Mittel sei.
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Wolfsmonitoring soll durch Jägerschaft unterstützt werden
Die Vorwürfe weist Gunter Harsch, Büroleiter der Landrätin im Ilm-Kreis, Petra Enders, zurück: „Der Antrag befindet sich derzeit in Prüfung. Eine Beteiligung der AG Wolf erfolgt nicht im Vorfeld, sondern erst bei einer zu genehmigenden Entnahme.“ Er verweist zudem darauf, dass auch auf europäischer Ebene der Schutzstatus des Wolfes mehr und mehr hinterfragt werde. So solle künftig die Entnahme, also auch der Abschuss, von Wölfen erleichtert werden.

Zur Bewertung der Situation sei ein Wolfsmonitoring wichtig, das neben Nutztierrissen auch Wolfssichtungen und -spuren sowie Risse in der Natur dokumentiere. „Dafür hofft die Landrätin auf die Unterstützung durch die Jägerschaft“, so Harsch.
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Bei ihrem Verbandstag am Samstag in Hermsdorf hatten sich die Thüringer Jäger auch mit dem Wolf beschäftigt. „Es ist uns klar, dass wir die Thematik allein mit Herdenschutzmaßnahmen nicht vom Eis kriegen“, erklärte Ludwig Gunstheimer, Präsident des Landesjagdverbandes. So habe sich der Verband angesichts der personellen Probleme im Kompetenzzentrum Wolf-Biber-Luchs bereiterklärt, Rissgutachter zu suchen. Für die Ausbildung, Ausrüstung und Aufwandsentschädigung der Ehrenamtler nahm er aber das Land in die Pflicht.
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Wolf soll ins Jagdrecht aufgenommen werden
Entsprechende Schulungen ab Sommer dieses Jahres kündigte Umweltminister Tilo Kummer (BSW) in Hermsdorf an und erklärte: „Die Probleme nehmen zu, die Distanz sowie die Scheu des Wolfes zum Menschen nehmen ab. Hier müssen wir das Recht ändern, um ein aktives Management zu gewährleisten.“ Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) ergänzte: „Wir werden alles dafür tun, dass in Thüringen zeitnah auch der Wolf ins Jagdrecht kommt.“
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Darüber zeigt sich der Naturschutzbund überrascht: „Alle beteiligten Interessengruppen – Jagdverbände, Schafzüchter und viele andere – haben sich längst einstimmig auf den Managementplan Wolf/Luchs geeinigt.
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Aber plötzlich rufen alle wieder nach dem Abschuss“, kritisiert Silvester Tamas vom Nabu Thüringen. Offenbar hätten sich einige private Tierhalter noch nicht auf den Wolf eingestellt und nutzten entsprechende Herdenschutzmaßnahmen nicht. „Offenbar fehlt es bei ihnen an Beratung und Unterstützung durch das Land und der Landratsämter.“ Diese wenigen Stimmen würden derzeit aber den Ton angeben.










