Eigentlich sollte die Bürgermeisterwahl von Miami keine große Sache sein – eigentlich. Denn seit fast dreißig Jahren halten die Republikaner das Rathaus der Stadt im Sunshine State Florida. Doch nun hat sich eine überraschende Wende vollzogen, die auch zu einer Niederlage für US-Präsident Donald Trump wurde.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Dass die Wahl in Miami bundesweit für Schlagzeilen sorgte, ist Trump selbst zu verdanken. Bereits im November hatte der US-Präsident dazu aufgerufen, den Republikaner Emilio González zu wählen. „Es ist mir eine große Ehre, Emilio T. Gonzales [sic!], den nächsten Bürgermeister der schönen Stadt Miami in Florida, zu unterstützen!“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. González werde die Wähler nie enttäuschen und hart gegen kriminelle Migranten vorgehen, versprach Trump. Ein solches Endorsement, also die Unterstützung durch den Präsidenten persönlich, galt bei den Republikanern lange als Gewinn-Garantie. Im Umkehrschluss galt: Wer sich innerhalb der Partei gegen Trump stellt, muss mit dem Ende seiner politischen Karriere rechnen. Doch ähnlich wie zuletzt bei der Bürgermeisterwahl in New York verpuffte Trumps Wahlaufruf nun auch in Florida.
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Und so wird die Metropole Miami künftig wieder demokratisch regiert werden: Bei der Bürgermeisterwahl gewann die Demokratin Eileen Higgins. Sie setzte sich mit knapp 60 Prozent gegen den Republikaner González durch. Nach einem Bericht der „New York Times“ ist die 61-jährige Higgins damit die erste Frau an der Spitze der Stadt und das erste nicht hispanische Stadtoberhaupt seit den 1990er-Jahren. In den vergangenen drei Jahrzehnten hätten kubanisch-amerikanische Republikaner die Stadtpolitik dominiert.
Zudem scheinen die Demokraten ein Erfolgsmodell gefunden zu haben. Wie auch der designierte Bürgermeister von New York, Zohran Mamdani, setzte Higgins im Wahlkampf vor allem auf ein Thema: die extremen Lebenshaltungskosten. Miami gilt als eine der teuersten Städte der USA. Higgins versprach Abhilfe, etwa durch mehr sozialen Wohnungsbau.

Florida: US-Demokratin stellt sich gegen Trumps Migrationspolitik
Außerdem sprach sich die Demokratin kritisch gegenüber Trumps Migrationspolitik aus. Die Arbeit der Abschiebehörde ICE kritisierte sie scharf: „Wir sind Zeugen von Unmenschlichkeit“, sagte sie im Wahlkampf. Gegenüber der Nachrichtenagentur AP sagte Higgins, man solle die Machenschaften der US-Regierung nicht durchsetzen, bei denen willkürlich Menschen festgenommen werden. Dies würde das Vertrauen in die Sicherheitsbehörden untergraben.

González hingegen betonte im Wahlkampf, er unterstütze den Grenzschutz und die Abschiebung von „Gangmitgliedern, Pädophilen, Menschenhändlern und Gewalttätern“. Dafür würden er und die lokalen Sicherheitsbehörden auch mit der Abschiebebehörde ICE zusammenarbeiten.
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Letztlich könnte Higgins auch mit ihrer Skepsis gegenüber dem rabiaten Vorgehen der Sicherheitsbehörden gepunktet haben, insbesondere bei den vielen hispanisch-amerikanischen Wählerinnen und Wählern – immerhin knapp 70 Prozent der Stadtbevölkerung. Bei der US-Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr hatte Trump in dieser Wählergruppe stark hinzugewonnen, doch inzwischen mehren sich die Hinweise, dass sich wieder viele Amerikaner mit Migrationsgeschichte von Trump abwenden.
mit dpa







