Das war ein surreales Schauspiel, das die Europäische Union am Montag aufgeführt hat. US-Präsident Donald Trump droht wenige Tage nach dem zweifelhaften Militäreinsatz seines Landes in Venezuela erneut damit, dass sich die Vereinigten Staaten Grönland einverleiben könnten – also ein autonomes Territorium, das zum Königreich Dänemark gehört. Und der Brüsseler EU-Kommission fällt nichts Besseres ein, als zwei Sprecherinnen vorzuschicken, die im Namen der Union die Achtung der „Grundsätze der nationalen Souveränität und der territorialen Integrität“ beschwören und ansonsten auf einen Tweet der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas zum selben Thema vom 22. Dezember verweisen. Keine Pointe.
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Donald Trump: Diesem US-Präsidenten ist wirklich alles zuzutrauen

Dabei ist die Nervosität in Brüssel und in den EU-Hauptstädten mit Händen zu greifen. Spätestens seit dem US-Militäreinsatz in Venezuela ist klar, dass Präsident Trump wirklich alles zuzutrauen ist – selbst ein gewaltsames Vorgehen gegen ein Gründungsmitglied der Nato, das zudem seit mehr als 50 Jahren der Europäischen Union angehört. Dänemark ist also ein treuer Verbündeter der USA und wird nun von diesen bedroht.
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Anders als im Falle Venezuelas sind in Sachen Dänemark und Grönland die Sicherheitsinteressen aller Europäer unmittelbar berührt. Wegducken geht in diesem Falle nicht. Das gilt für die EU-Institutionen, aber auch für jeden einzelnen Mitgliedstaat. Macht Trump seine Drohungen wahr, wäre dies das Ende der transatlantischen Partnerschaft und der Nato. Man muss es so deutlich sagen: Ein Land, das sich gewaltsam oder mit Erpressung Gebiete eines befreundeten Landes aneignet, ist kein Verbündeter mehr und erst recht keine Schutzmacht. Sondern ein Feind.




